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Potsdam-Mittelmark Stadt nimmt weitere Kreuzungen ins Visier
Lokales Potsdam-Mittelmark Stadt nimmt weitere Kreuzungen ins Visier
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17:06 16.02.2018
Viel Betrieb herrscht durch den Schulverkehr rund um die Albert-Schweitzer-Grundschule in Treuenbrietzen.       Quelle: Thomas Wachs
Treuenbrietzen

Ihre Unfallschwerpunkte analysieren lassen kann die Stadt Treuenbrietzen jetzt auch an den beiden Bundesstraßen 2 und 102 in ihrem Territorium sowie in den von ihnen angebundenen Ortsteilen wie Dietersdorf und Marzahna. Möglich wird dies, weil das im Jahr 2016 bereits für die Kernstadt gestartete Projekt „Vision Zero“ nun ausgeweitet werden kann.

Für diese Ausweitung hat die Kommune vor Jahresfrist eine weitere Förderzusage erhalten. Das bestätigt Bauamtsleiter Christoph Höhne gegenüber der MAZ: „Wenn der Hauptausschuss jetzt im Januar dem Vorschlag der Verwaltung folgt, kann der Auftrag an das Iges-Institut aus Berlin vergeben werden“. Es sei der einzige Bewerber für die kürzlich erfolgte Ausschreibung gewesen.

Verkehrskonzept noch in Arbeit

Verkehrsexperten des Iges-Institutes sind seit 2015 bereits mit der Arbeit am Verkehrskonzept für die Stadt beschäftigt. Ein Teil davon ist das Projekt „Vision Zero“ – zu deutsch „Vision Null“. Dessen Ziel ist es, die Zahl der im Straßenverkehr getöteten und schwer verletzten Personen auf Null zu reduzieren. Für das vom Land Brandenburg geförderte Projekt hatte Treuenbrietzen den Zuschlag als Modell-Kommune erhalten.

In dem Rahmen waren bereits statistische Daten zum Unfallgeschehen der Jahre 2010 bis 2014 ausgewertet worden. Im Ergebnis sollen konkrete Schritte vorgeschlagen werden, wie sich an Unfallschwerpunkten Gefahren drastisch minimieren und die Unfallfolgen deutlich abschwächen lassen.

Drei Unfalltote in fünf Jahren

Laut Polizeistatistik ereigneten sich in Treuenbrietzen in den fünf untersuchten Jahren zwischen 2010 und 2014 in der Stadt, den Orteilen sowie auf den Straßen des Gebietes 954 Unfälle. Davon hatten 93 Personenschäden zur Folge.

Insgesamt erlitten 160 Menschen Schäden. Drei wurden getötet.

Diese Bilanz von acht bis zwölf Prozent Unfällen mit Personenschäden schätzen Experten als vergleichsweise niedrig ein.

Zudem zeigte die Statistik, dass in den fünf Jahren die Zahl der Unfälle mit Fußgängern und Radfahrern sank. Doch gab es von den 954 Unfällen insgesamt 29 mit Radfahrern. In 20 dieser Fälle gab es Personenschäden, aber keine Toten.

Mit Fußgängern gab es insgesamt 24 Unfälle, 16 davon mit Personenschäden

Von der Ausweitung des Projektes Vision Zero erhofft sich die Kommune nun vor allem auch Aufschlüsse zur Situation des in die Kritik geratenen Schülerverkehrs rund um die Grundschule an der Albert-Schweitzer-Straße. Dort hatte es voriges Jahr Beschwerden von Anwohnern gegeben. Sie beklagen sich über die aus ihrer Sicht zu hohe Verkehrsbelastung auf der schmalen Straße mit altem Kopfsteinpflaster. Vor allem Veränderungen für den Busverkehr werden seither gefordert.

Kein Geld für Studie zu Schulstandorten

Ursprünglich sollten die Möglichkeiten dafür untersucht werden im Rahmen von Machbarkeitsstudien zur Entwicklung der beiden Schulstandorte im Ort. Diese schwebten der Bauverwaltung vor, um die Schulen und ihr Umfeld in den kommenden Jahren zielgerichtet und am Bedarf orientiert zu entwickeln. „Letztlich gab die Stadtverordnetenversammlung dafür jedoch nicht die aus dem eigenen Haushalt benötigten Finanzen für die Studien frei“, bedauert der Ressortleiter. „Nun müssen wir sehen, wie wir die Punkte über das Projekt Vision Zero, das Verkehrskonzept oder Fördertöpfe zur Schulwegsicherung abgedeckt bekommen“, sagt Christoph Höhne der MAZ.

Anlieger der verstärkt von Bussen genutzten Albert-Schweitzer- Straße in Treuenbrietzen sind genervt von den Verkehrsströmen zur Grundschule. Im August gab es einen Ortstermin. Quelle: Thomas Wachs

Erfolgt ist inzwischen eine zweite Zählung der Fahrzeuge. In der Zeit vom 19. September bis zum 3. Oktober hatte die Kommune ihr Messgeräte wenige Meter hinter dem Abzweig der Albert-Schweitzer-Straße von der B 2 postiert. Demnach passierten an den 14 Tagen insgesamt 9871 Fahrzeuge den Bereich. Davon waren 6707 Pkw, 1673 Transporter, 637 Lastzüge sowie 540 Lkw und 314 Zweiräder. Pro Tag ergab sich dort somit eine Frequenz von durchschnittlich 709 Fahrzeugen in der Summe beider Fahrtrichtungen. Das bedeute eine vergleichsweise geringe Verkehrsdichte, schätzt die Stadtverwaltung in der Auswertung der Zählung ein.

Zwei Zählungen in der Straße

Schon im März zuvor war hinter dem Abzweig zum Baumarkt auf dem weiteren Weg zur Schule eine Zählung circa in der Mitte der Albert-Schweitzer-Straße erfolgt. Damals wurden vom 13. bis zum 27. März mit dem Zählgerät insgesamt 7143 Fahrten registriert. Im Schnitt waren es 518 Fahrzeuge täglich. Von diesen sind 73 dem Schwerlastverkehr zugerechnet worden.

Die weiteren Untersuchungen zum Schulverkehr in dem Bereich sowie zum erweiterten Projekte Vision Zero sollen nun bis März diesen Jahres abgeschlossen werden. „Dann können wir über die Ergebnisse und darüber diskutieren, wie die Empfehlungen umgesetzt werden können“, sagt der Treuenbrietzener Bauamtsleiter Christoph Höhne.

Von Thomas Wachs

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