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Stadt trennt sich von ihrem Gymnasium

Treuenbrietzen Stadt trennt sich von ihrem Gymnasium

Seit gut vier Jahren möchte die Stadt Treuenbrietzen eine Gesamtschule mit Abiturstufe etablieren. Immer wieder gab es dabei neue Wendungen und Hürden. Nun soll die im Hohen Fläming bislang nicht vertretene Schulform in 2018 an den Start gehen. Dann würde die Kommune ihr Gymnasium schrittweise umwandeln.

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Das Gymnasium Treuenbrietzen soll auslaufen und 2018 zur Gesamtschule werden. Dafür erhofft sich die Kommunen nun grünes Licht vom Bildungsministerium.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Die Stadt Treuenbrietzen möchte ihr Gymnasium auflösen. Das beschlossen die Stadtverordneten am Mittwochabend einstimmig während einer Sondersitzung. Zuvor hatten sie ebenso einmütig den Beschluss gebilligt, am Standort des seit 1991 in kommunaler Regie betriebenen Gymnasiums „Am Burgwall“ stattdessen eine Gesamtschule mit Abiturstufe zu etablieren. Gibt es dafür keine Genehmigung, soll das Gymnasium allerdings weiter betrieben werden.

Beide Beschlüsse, die ohne eine Debatte binnen von 15 Minuten gefasst waren, sind die Konsequenz aus den jahrelangen und von verschiedenen Wendungen geprägten Bemühungen darum, diese bislang im Hohen Fläming nicht vorhandene Schulform zu etablieren. Schüler können dort in 13 Jahren zum Abitur geführt werden und erst nach der zehnten Klasse entscheiden, ob sie weiter die Oberstufe besuchen und Abitur ablegen wollen.

Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Elternschaft, der Schulgremien sowie der Stadt als Schulträger verfolgt das Thema nunmehr seit 2014, weil die Zukunft des Gymnasiums durch schwankende Anmeldezahlen immer wieder problematisch wurde.

Elternvertreter und eine Arbeitsgruppe machen sich seit Jahren stark  für die  Umwandlung des Gymnasiums in eine Gesamtschule

Elternvertreter und eine Arbeitsgruppe machen sich seit Jahren stark für die Umwandlung des Gymnasiums in eine Gesamtschule.

Quelle: Christin Iffert

„Auch die Sommerpause über hat die AG eifrig gearbeitet, um das Konzept wiederum an die neueste Situation anzupassen“, sagt Bürgermeister Michael Knape (parteilos). Er hat beide Anträge für die Auflösung der einen und die Neubildung der anderen Schule am Donnerstag im Bildungsministerium eingereicht. Erhofft wird von dort eine rechtzeitige Antwort, um ab dem Spätherbst für neue Schüler und Eltern in die Informationsphase für das nächste Schuljahr gehen zu können.

Checkliste des Ministeriums abgearbeitet

Vorausgegangen seien den Beschlüssen intensive Beratungen mit dem Ministerium. In diese seien auch das staatliche Schulamt sowie der Kreisschulbeirat eingebunden gewesen, erklärte Knape auf Nachfrage der MAZ. „Wir haben unsere Hausaufgaben jetzt noch mal völlig neu gemacht anhand einer Checkliste des Ministeriums“, so der Bürgermeister. Das galt als Voraussetzung für eine Genehmigung. Auf diese hofft die Stadt nun, um zum Schuljahr 2018/19 mit der Gesamtschule starten zu können.

Gefragte Schulform

Die Gesamtschule mit Abiturstufe ist bei Eltern und Schülern landesweit zunehmend beliebt. Anders als bei Gymnasien mit zwölf Jahren, können Schüler dort nach 13 Jahren Abitur ablegen.

Starten soll die Schulform in Treuenbrietzen nun möglichst 2018/19 mit siebten Klassen. Ein paralleler Start in Klasse wurde erhofft, sei aber nicht genehmigungsfähig.

Schüler des Gymnasiums sollen ihren Weg bis zum Abitur in Sonderklassen unter dem Dach der Gesamtschule unverändert fortsetzen können.

Die Gymnasiumsklassen würden dann zum Schuljahr 2022/23 auslaufen.

Laut Beschluss der Stadt soll dabei die Sekundarstufe I, also die Klassen sieben bis zehn, auf fünf Züge begrenzt werden. „Damit wollen wir sicherstellen, dass die Oberschulen der Umgebung nicht in ihrem Bestand gefährdet werden, so wie es der Schulentwicklungsplan des Kreises auch ausweist“, erläutert Knape. „Mit den Oberschulen streben wir eine gute Koexistenz an, damit gute Schüler auch von dort dann nach der zehnten Klasse noch die Möglichkeit haben können, in der Nähe ihrer Wohnorte an der Gesamtschule noch ein Abitur anzustreben“, sagt der Rathauschef.

Skepsis in den Oberschulen der Region

In Brück, Bad Belzig und Beelitz hatte es zuletzt Befürchtungen gegeben, dass eine Gesamtschule diese Standorte der Oberschulen gefährden könnte. Jedoch setzt die Stadt Treuenbrietzen in ihrem Konzept teilweise auch auf ein Einzugsgebiet bis in den angrenzenden Landkreis Teltow-Fläming hinein.

Der Kreisstag Potsdam-Mittelmark hatte sich zuletzt im März erneut für eine Gesamtschule auch im Süden ausgesprochen. Dafür sollten die zuvor gescheiterten Bemühungen für eine Kooperation des Treuenbrietzener Gymnasiums mit der Oberschule Brück nochmals reaktiviert werden. Gelinge dies nicht, votierte der Kreistag für den Einzelstandort in Treuenbrietzen.

Auch das Bildungsministerium hatte zunächst ein Kooperationsmodell favorisiert. Nach Differenzen in den Vorjahren einigten sich die Schulträger Brück und Treuenbrietzen dann dieses Jahr auf einen gemeinsamen Antrag. Überraschend für die Beteiligten, wurde dieser dann jedoch vom Ministerium abgelehnt. Die Konsequenz ist nun der überarbeitete Antrag für den Einzelstandort in Treuenbrietzen. Über den hat nun die Spitze des Bildungsministeriums zu befinden.

Von Thomas Wachs

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