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Stadteigene Wohnungen in Beelitz vollständig belegt

Keine Kapazitäten für Asylbewerber aus Eisenhüttenstadt Stadteigene Wohnungen in Beelitz vollständig belegt

Beelitz hat quasi keinen Leerstand im eigenen Bestand. Das sagte Geschäftsführer Dieter Opderbeck im MAZ-Gespräch. Damit habe die Stadt aber auch kein Potenzial, um dem Landkreis zu helfen, Wohnungen für Asylbewerber aus der Aufnahmestelle Eisenhüttenstadt zur Verfügung zu stellen.

Beelitz. Wer in der Spargelstadt eine Wohnung der städtischen Beelitzer Bau- und Wohnungsgesellschaft mbH (Bebawo) haben möchte, muss warten. Gerade einmal vier Plattenbauwohnungen im Platanenring bzw. in der Straße des Aufbaus sind frei; zwei davon sind zur Sanierung vorgesehen und per Vorverträgen schon Mietern versprochen. Beelitz hat quasi keinen Leerstand im eigenen Bestand. Das sagte Geschäftsführer Dieter Opderbeck im MAZ-Gespräch. Damit habe die Stadt aber auch kein eigenes Potenzial, um dem Landkreis zu helfen, Wohnungen für Asylbewerber aus der Aufnahmestelle Eisenhüttenstadt zur Verfügung zu stellen.

Wie berichtet, rechnet der Landkreis Potsdam-Mittelmark für 2014 mit bis zu 300 Plätzen, die er für Flüchtlinge und Asylbewerber zusätzlich bereitstellen muss. Die Suche nach Quartieren laufe bereits. Aktuell würden Bedarf und Angebot exakt übereinstimmen, hieß es aus dem Landratsamt. Demnach sollen bis zum 31. Dezember 374 Personen aus Eisenhüttenstadt aufgenommen werden. Diese Quote sei jetzt zu 80 Prozent erfüllt. Die Unterbringung erfolgt wenn möglich dezentral in Wohnungen sowie an vier zentralen Standorten - zwei in Teltow mit 160 bzw. 72 Personen; in Bad Belzig mit 100 Personen sowie in Beelitz-Heilstätten mit 36 Personen. Das Quartier in Beelitz-Heilstätten gehört den Jakobs-Spargelbauern, die es sanieren ließen und dem Kreis vermietet haben.

Der 55-jährige Bebawo-Chef verwaltet mit fünf Kolleginnen und einem Hausmeister insgesamt 720 Wohnungen, darunter 460 stadteigene und drei kommunale Gewerbeeinheiten. Seine Mitarbeiterinnen würden mit dem Mieterservice für viele Belange der Bewohner da sein. "Auch manchmal über die übliche Bürozeit hinaus." Mit dem Leerstand, der quasi gegen Null geht, ist der Chef zufrieden. "Vor zehn Jahren sah das aber noch anders aus. Da hatten wir so um die 5/6 Prozent Leerstand", sagt Opderbeck. Doch durch die Entwicklung der Recura Kliniken in Beelitz-Heilstätten seien viele Beschäftigte wie Ärzte und Schwestern in Beelitz sesshaft geworden. Aber Interessenten kämen auch aus den Nachbargemeinden Seddiner See, Michendorf und Potsdam sowie von der Bundeswehrkaserne. Die meisten Zuzügler wollen in Altstadt-Wohnungen ziehen. Am gefragtesten sind Zwei- und Drei-Raum-Quartiere. "Wo einer auszieht, steht ein anderer schon auf der Matte. Wir sind ganz gut dran", so Opderbeck. An Neubau jedoch sei jedoch nicht zu denken.

Aber der Sanierungsstand ist zufriedenstellend. Zu 80 Prozent seien die kommunalen Wohnungen erneuert. In spätestens vier/fünf Jahren sollen alle durchsaniert sein. Im Moment laufen die Arbeiten an den 86 Einheiten im Kiefernwald. Als nächstes vorgesehen seien zwei Häuser in der Carl-von Ossietzky-Straße. Einen genauen Zeitplan gebe es aber noch nicht, so der Bebawo-Chef.

ine Lücke im Angebot klafft jedoch im Segment betreutes Wohnen. "Der Bedarf ist enorm im Moment", sagt Opderbeck. Im Kiefernwald wolle man künftig betreutes Wohnen anbieten und sei dafür auch schon mit einem potenziellen Partner im Gespräch, der die sozialen und gemeinschaftlichen Angebote für die Mieter dort übernehmen könnte. Zwar würden auch viele Ältere gern in der Altstadt bleiben, aber manche suchen bewusst die Ruhe im Kiefernwald. Zu künftigen Gemeinschaftsangeboten im betreuten Wohnen - die Anzahl der Quartiere steht noch nicht fest - könnte auch ein Shuttle-Dienst gehören, der ein- bis zweimal die Woche in die Stadt fährt, kündigte Opderbeck an. Die Mietpreise sollen zwischen vier und 5,50 Euro Netto/kalt liegen.

Mit den Sanierungsarbeiten im Kiefernwald, die seit April dieses Jahres laufen, will man laut Opderbeck im Juni 2014 fertig sein. Rund 1,1 Millionen Euro fließen in die Behebung von "erheblichen Mängeln" der Wohnungen, die in den 1990er Jahren von einem Investor gebaut worden waren.

Von Claudia Krause

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