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Stadtgaukler machen Park zur Theaterbühne

Gelungene Premiere in Treuenbrietzen Stadtgaukler machen Park zur Theaterbühne

In Treuenbrietzen verwandelte sich der Stadtpark erstmals zur Theaterbühne. Die Stadtgaukler brachten zum Gedenken an den vor 250 Jahren im Ort geborenen und späteren Hofkapellmeister Friedrich Heinrich Himmel eine Uraufführung auf die Freilichtbühne. Der Auftakt zur neuen Reihe „Parkpoeten“ war ein Erfolg.

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Die Treuenbrietzener Stadtgaukler traten erstmals im Park auf.

Quelle: Thomas Wachs

Treuenbrietzen . Fast wäre die Premiere ins Wasser gefallen. Doch von einem kräftigen Regenschauer kurz vor Beginn der Theateraufführung unter freiem Himmel ließen sich die „Stadtgaukler“ nicht abschrecken. „Wir spielen auf jeden Fall im Park“, hatte Cornelia Hippauf von der Laien-Theatergruppe zur Maxime gemacht. Schließlich sollte mit der Uraufführung des Stückes „Das Posthaus in Treuenbrietzen“ nach August Friedrich Ferdinand von Kotzebue ja auch der Auftakt der von Christina Bunzel neu entwickelten Veranstaltungsreihe „Parkpoeten“ markiert werden. Und das gelang unter den von Matthias Weichmann effektvoll angestrahlten riesigen Eichen prima. Gefeiert wurde zu Füßen des Himmel-Denkmals zugleich der 250. Geburtstag des im Ort geborenen Komponisten und späteren Hofkapellmeisters Friedrich Heinrich Himmel (1765 - 1814). Der Überlieferung nach sollen Himmels Berichte über seinen Heimatort Grund dafür gewesen sein, dass sein Zeitgenosse August Friedrich Ferdinand von Kotzebue (1761 - 1819) sein Stück vom Posthaus in Treuenbrietzen angesiedelte hatte. Für das 1806 veröffentlichte Lustspiel war es nach Angaben von Cornelia Hippauf zudem eine Uraufführung.

Alles begann in der Schule

Die Theategruppe Stadtgaukler ging aus einer Arbeitsgemeinschaft an Schulen hervor. Geleitet von den Lehrerinnen Cornelia Hippauf und Karen Müller stehen neben ihnen bis zu acht Schüler auf der Bühne.

In den Eigenproduktionen widmete sich das Ensemble seit Jahren verschiedenen Themen der Stadtgeschichte.

Das aktuelle Stück „Das Posthaus in Treuenbrietzen“ soll nun in Bearbeitung der Stadtgaukler einen am Original angelehnten zweiten Akt erhalten. In zirka einem Jahr wollen die Stadtgaukler das Stück dann komplett aufführen.

Zur Premiere auf der Bühne standen Elaine Poet als Elise von Blumenaue, Hendrik Herrmann als Offizier von Blumenau, Fabia Seemann als dessen Adjutant Ralding, Luise Päpke als Zofe Therese, Rinor Aziri als Wirt, Lisa Brandt als Magd und Celine Bürger als Feldscher.

Ihre aus acht Schülern und zwei Lehrerinnen bestehende Theatergruppe bleibt in ihrer Fassung dicht am Originaltext des Dramatikers, Schriftstellers und Librettisten von Kotzebue. Aufgelockert wird der ursprünglich trockene Stoff durch Episoden aus dem Stadtleben. Etwa wenn Celine Bürger als Sanitäter Werbeblöcke einstreut und das Ensemble zur Melodie von Helene Fischers Erfolgsschlager „atemlos durch die Schlacht“ reitet. Nach der Schlacht bei Prag von 1757 im Preußisch-Österreichischen Krieg entspinnt sich im Posthaus eine Verwechslungsgeschichte. Alles dreht sich um die Wiederbegegnung von Elise, gespielt von Elaine Poet, und ihres Offiziers von Blumenau (Hendrik Herrmann). Seit seinem Kriegseinsatz vor sechs Jahren haben sie sich nicht gesehen. Offizier von Blumenau lässt nach eigenem Bekunden Mädchen nicht gerne ungeküsst und wirft zunächst ein Auge auf Therese (Luise Päpke), die Kammerdame seiner Frau Elise. Für den Gastwirt, flott gespielt von Rinor Aziri, ist das ganze Verwirr- und Liebesspiel ein gutes Geschäft. Und so hält er auch bewusst die von Cornelia Hippauf und Karen Müller gespielten Pferde im Stall zurück, auf die Offizier von Blumenau und sein Begleiter Ralding (Fabian Seemann) für ihre Weiterreise nach Berlin so dringend warten.

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In Treuenbrietzen verwandelte sich der Stadtpark erstmals zur Theaterbühne. Die Stadtgaukler brachten zum Gedenken an den vor 250 Jahren im Ort geborenen und späteren Hofkapellmeister Friedrich Heinrich Himmel ein Uraufführung auf die Freilichtbühne. Der Auftakt zur neuen Reihe „Parkpoeten“ war ein Erfolg

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Rund 80 Besucher ließen sich von dem Lustspiel unter freiem Himmel begeistern. Im zweitem Aufzug bereiten die Theaterakteure die Bühne sodann für Zeitgenossen von Friedrich Heinrich Himmel. Schillers Handschuh und der Schimmelreiter werden rezitiert. Sodann begegnet der Knabe im Moor einer uralten Treuenbrietzener Sagengestalt. Gespensterhaft entsteigt Rinor Aziri als deren Herrscher Nickert der Nieplitz.

Als schließlich Musik des Komponisten Friedrich Heinrich Himmel zum Tanze erklingt, schlagen die Stadtgaukler den Bogen zum Jubilar und in die Gegenwart. Denn in dieser geht es dem berühmten Sohn der Stadt nicht gut. Zumindest müsste das Himmel-Denkmal im Park dringend saniert werden. Das stellen Cornelia Hippauf und Karen Müller fest, als die Schauspielerinnen den beschmierten und baufälligen Gedenkstein aus seiner Verhüllung befreien. Unter dieser halb versteckt, hat Friedrich Heinrich Himmel den Abend über die kurzweilige Premiere zu seinen Füßen verfolgt.

Von Thomas Wachs

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