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Stadtgeschichte auf der Bühne

Werder Stadtgeschichte auf der Bühne

In seinem neuen Stück bringt das Theater Comédie Soleil in Werder 700 Jahre Stadtgeschichte auf die Bühne. In 14 Szenen spannen die Schauspieler den Bogen von Markgraf Waldemar und Prinzessin Kunigunde bis hin zur leidigen Blütentherme. Bis zum 17. Dezember kann man „Die Freuden und Leiden des jungen Werder“ freitags, samstags und sonntags erleben.

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Um den Schwarzhandel mit Lebensmitteln nach dem Ersten Weltkrieg geht es in dieser Szene mit Gerhard Gutberlet (l.) und Lorenz Pilz.

Quelle: Edith Mende

Werder. Wie bringt man 700 Jahre Stadtgeschichte unterhaltsam auf die Bühne? Vor dieser Aufgabe stand Julian Tyrasa, als die Stadt Werder der Comédie Soleil den Auftrag erteilte, ein Stück zum Stadtjubiläum zu schreiben und aufzuführen. Es gibt ausführliche Chroniken, aber die halten naturgemäß vorrangig Fakten und Zahlen fest. Für das Theater jedoch braucht es Histörchen, Anekdoten, Legenden und Gestalten, historisch möglichst stimmig, durch die man Vergangenes fassbar machen kann. Im Stadtchronisten Baldur Martin fand Tyrasa den kompetenten Partner, der selbst viel erzählen, aber auch auf zahlreiche Quellen hinweisen konnte. Martin hatte schon vor etwa zwei Jahren im Werderaner Theater auf die bevorstehende 700-Jahr-Feier aufmerksam gemacht.

Am Freitagabend nun erleben „Die Freuden und Leiden des jungen Werder“ ihre Uraufführung. Die Premiere ist bereits ausverkauft. Vor Pressevertretern gaben Karoline Hugler und Julian Tyrasa, die künstlerischen Leiter der Comédie Soleil, zu Wochenbeginn Auskunft darüber. Und auch einige Szenen konnte man bereits sehen. Von Markgraf Waldemar und Prinzessin Kunigunde bis hin zur leidigen Blütentherme werden in 14 Szenen Werderaner Geschichten aus sieben Jahrhunderten gezeigt. Ein Erzähler verknüpft die unterschiedlichen Zeitebenen des Bühnengeschehens. Sowohl Komisches als auch sehr ernsthafte Themen bindet das Stück ein. Da geht es etwa um den legendären Bürgermeister Schönemann und seinen missratenen Sohn, um den Schwarzhandel mit Lebensmitteln nach dem Ersten Weltkrieg sowie um das Schicksal Werderaner Juden in der Nazizeit. Autor und Regisseur Julian Tyrasa sowie das vierköpfige Schauspielerteam, das blitzschnell zwischen rund 50 Rollen wechseln muss, hoffen auf ähnliches Interesse wie beim Vorgängerstück. Bis zum 17. Dezember kann man „Die Freuden und Leiden des jungen Werder“ jeweils Freitag, Samstag und Sonntag erleben.

Beim „Räuber Hotzenplotz“ habe man zuletzt sogar schweren Herzens Kinder nach Hause schicken müssen, weil die 77 Plätze des kleinen Theaters restlos ausverkauft waren, berichtet Julian Tyrasa. Am 14. und 21. Januar werde es dieses beliebte Familienstück deshalb noch einmal geben. Noch sind Karten zu haben. Bis in die USA habe die Werderaner Aufführung „Warten auf den Frühling“ vom April Resonanz gefunden, ergänzt Karoline Hugler. Ein kalifornischer Regisseur, der an einen Film über das jüdische Mädchen Rywka Lipszyc arbeitet, habe sich gemeldet. Die Tagebücher von Rywka und ihrer Leidensgefährtin Rutka aus dem Konzentrationslager bilden die Grundlage des Stücks. Inzwischen hat der amerikanische Filmregisseur, den die Auswirkungen auf die Gegenwart interessierten, zahlreiches Material aus Werder bekommen. „Warten auf den Frühling“ wird im Februar 2018 noch einmal in den Spielplan genommen.

Von Edith Mende

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