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Stadtwerke Bad Belzig bieten künftig Strom an

Bad Belzig Stadtwerke Bad Belzig bieten künftig Strom an

Die Stadtwerke Bad Belzig erweitern ihr Geschäftsfeld. Ab 1. Juni bieten sie in der Kur- und Kreisstadt und darüber hinaus vergleichsweise preiswert Ökostrom an. Allerdings wird er nicht im Hohen Fläming erzeugt.

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Die Stadtwerke Bad Belzig begeben sich auf neues Terrain: Geschäftsführer Dirk Gabriel, Harald Lacher und Heiner Doerwald (von links) bieten demnächst Fläming-Strom an

Quelle: René Gaffron

Bad Belzig. Die Stadtwerke-GmbH erweitert ihr Leistungsspektrum und begibt sich auf ihr nunmehr fünftes Geschäftsfeld. Zum 1. Juni steigt sie in den Verkauf von Strom ein. „Als kommunales Unternehmen können wir den Haushalten und Betrieben ab sofort in der Kur- und Kreisstadt die komplette Versorgung aus einer Hand bieten“, sagt Dirk Gabriel. Seit 25 Jahren bewähre sich das Unternehmen in den Sparten Wasser und Abwasser, Erdgas und Fernwärme, so der Geschäftsführer. Nunmehr könne den etwa 5000 Kunden in Bad Belzig und anderen darüber hinaus eine weitere Offerte unterbreitet werden.

Immerhin: Energieversorgung wollte die Gesellschaft tatsächlich schon seit ihrer Gründung betreiben. In den 90-er Jahren blieb den engagiert kämpfenden Stadtvätern die sogenannte Paragraf-5-Genehmigung dafür jedoch vom Wirtschaftsministerium des Landes Brandenburg versagt.

500 Kunden sind das Ziel

Der Regionalversorger – nach wie vor mit dem langfristigen Konzessionsvertrag für das städtische Leitungsnetz ausgestattet und mit Niederlassung vor Ort – ist daher dem Vernehmen nach weiter gut etabliert. Gleichwohl es schon seit langer Zeit möglich wäre, Verträge zu wechseln, wo sich doch zahlreiche Anbieter auf dem Markt tummeln. Nunmehr gibt es allerdings einen Mitbewerber quasi vor der Haustür.

Das Ziel des städtischen Unternehmens ist es nach eigenem Bekunden, in Bad Belzig sowie in der näheren und weiteren und Umgebung noch dieses Jahr bis zu 500 Kunden vom neuen Produkt namens Fläming-Strom zu überzeugen. „Dabei handelt es sich um bezahlbaren Ökostrom“, sagt Heiner Doerwald. Er ist gelernte Einzelhandelskaufmann und bringt Erfahrungen aus dem Stromvertrieb in Berlin mit Der 28-Jährige hatte sich erfolgreich auf den neu geschaffenen Posten beworben..

Gemeinsam mit Franziska Haseloff zeichnet er nun für den Aufbau der Strom-Sparte verantwortlich. Neben der umfangreichen Werbung – von Alt Bork bis Zixdorf läuft gerade die Kampagne – gehört künftig der sogenannte Marktdatenabgleich zu ihrer Aufgabe. Mithin sind beide als Außendienst und wenn nötig als Energieberater gefordert. „Wer wechselt, braucht keine Versorgungslücke zu befürchten. Der Kühlschrank kann ohne Unterbrechung laufen“, lautet die Antwort auf eine ihrer Erfahrung nach am häufigsten gestellten Nachfragen.

Gegründet 1992

Die Bad Belziger Stadtwerke-GmbH ist 1992 mit Unterstützung der niedersächsischen Partnerkommune Ritterhude gegründet worden. Deren Gemeindewerke hielten drei Jahre lang 49 Prozent der Geschäftsanteile.

Dann war das hiesige Unternehmen finanz- und leistungsstark genug, selbstständig zu wirtschaften.

Die Stadtwerke sind bisher für Fernwärme, Trinkwasser, Abwasser und Gasnetz sowie Gasvertrieb von – je nach Sparte – bis zu 9500 Kunden verantwortlich.

Gegenwärtig hat das Unternehmen knapp 20 Mitarbeiter.

Der Strom wird nicht vor Ort hergestellt, räumt Harald Lacher mit Verweis auf die komplexe Kalkulation und Beschaffungsbedingungen. „Aber er wird zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen“, sagt der Fachmann der Stadtwerke-GmbH. „Der Strom kommt aus Wasserkraftwerken in Skandinavien.“ Das damit laut Zertifikat klimaneutrale Erzeugnis sowie die Tatsache, dass der Verkauf über das regional verankerte Unternehmen erfolgt, dürfte Interesse wecken, sind sich die Stadtwerker gewiss. Mithin geht es bei ihrer Offerte nicht minder um die Preisfrage.

Ersparnis von mehr als 100 Euro möglich

Mit dem Brutto-Grundpreis von 130,95 pro Jahr und 30,54 Cent je Kilowattstunde könnte bei einem Verbrauch von 3000 Kilowattstunden im Jahr im Vergleich zum aktuellen Grundversorgungstarif mehr 100 Euro gespart werden, heißt es. „Dabei handelt es sich nicht um ein kurzfristiges Schnäppchen, sondern mit stabilen Konditionen wollen wir möglichst viele Kunden dauerhaft gewinnen“, sagt Heiner Doerwald. Er registriert bereits reges Interesse und hofft obendrein auf einen gewissen Vertrauensbonus für das hiesige Unternehmen.

Was die Erzeugung von Elektroenergie und Wärme angeht, so bleibt es vorerst bei den vereinzelten lokalen Lösungen. In Bad Belzig in der Karl-Marx-Straße und in der Wiesenburger Siedlung Am Stadion sind sie in Kooperation mit der Wohnungsbaugenossenschaft 1919 Bad Belzig (ehemals GWG) quasi fertig gestellt. Zwei weitere Blockheizkraftwerke zur günstigen Direktversorgung von Gebäuden werden in der Kur- und Kreisstadt gerade noch realisiert.

Von René Gaffron

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