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Stahnsdorf: Schlechte Straßen und Gehwege

Wahlkampf Stahnsdorf: Schlechte Straßen und Gehwege

Vor der Bürgermeisterwahl standen die vier Kandidaten zu „Sozialpolitik für Jung und Alt“ Bürgern Rede und Antwort. Aber auch andere Probleme kamen zur Sprache.

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Das Stahnsdorfer Bild nach außen sei „nur noch eine Lachnummer“, bedauerte diese Bürgerin und appellierte an Verwaltung und Vertreter.
 

Quelle: C. Krause

Stahnsdorf.  Die Sonne schien und die Stimmung war gut am späten Mittwochnachmittag im Jugendzentrum „Clab“. Rund 70 vorwiegend Ältere, waren zum Podiumsgespräch „Sozialpolitik für Jung und Alt in Stahnsdorf?“ mit den vier Bürgermeisterkandidaten gekommen. Veranstalter waren die Akademie „2. Lebenshälfte“, der Seniorenbeirat Stahnsdorf und der „Clab“. Schärfer wurde der Ton, als die Zeit für die freundlichen Vorstellungen von Beatrice Daun (SPD), Thomas Michel (Bündnis 90/Die Grünen), Daniel Mühlner (CDU) und Amtsinhaber Bernd Albers (Bürger für Bürger) vorbei war. Moderator Conrad Wilitzki wollte weder „Alt gegen Jung ausspielen“ und sicherte ein stringentes Zeitregime. Dennoch sackte das Thema Jugend oft hinter anderen Ortsproblemen ab.

Die sind offenbar schlechte Straßen, Geh- und Radwege und fehlende Entwicklungskonzepte, wie die Herausforderer und Bürger bemängelten. Kritisiert wurden die „jahrelange Flickschusterei“ (Daun), eine fehlende „beschlossene Liste für den Straßenausbau“ (Michel) und Vorlagen, die „nicht haushaltsreif waren“(Mühlner). Letztere bezog sich auf den Vorschlag der Verwaltung, die Alte Potsdamer Landstraße 2015 ausbauen zu lassen, was die Gemeindevertreter auf Antrag der CDU ablehnten, wie Albers sagte. Allerdings, so konterte Mühlner, habe man sich auf die Ertüchtigung des Abschnitts zwischen Graudenz- und Zillestraße geeinigt – den Weg zum Gymnasium. Etwa 60 noch nicht ausgebaute Sandstraßen gibt es noch, sagte Albers und schickte sogleich nach, dass man die Alte Potsdamer Landstraße „noch einmal aufgreifen sollte“. Auch das jahrelange Gezerre um den neuen Feuerwehrstandort brach sich wieder Bahn, obwohl die Gemeindevertreter im Februar einen Grundsatzbeschluss zum Standort am Güterfelder Damm gefällt haben. Typisch für Stahnsdorf: Die Vertreter der Lager gingen verbal gleich wieder aufeinander los. Solcherlei verhärtete „Lagerpolitik“ monierten denn auch Kandidaten und Einwohner. Daun, Michel und Mühlner wollen künftig den Umgang in Verwaltung und Parlament verbessern. Der CDU-Kandidat will, dass die Verwaltungsspitze mehr „dienenden Charakter“ habe und auch umsetze, was die Vertreter beschlossen haben. Die Retourkutsche kam von einer Stahnsdorferin, die seit Jahren das Geschehen verfolgt. Sie riet, „ nicht den Bürgermeister, sondern die Gemeindevertretung neu zu wählen“. Denn die jetzige sei „nicht in der Lage, den Bürgermeister bei den gemeinsamen Anliegen der Bürger zu unterstützen“. Der Grüne räumte ein, dass die „Gemeindevertretung nach außen schon einen merkwürdigen Eindruck macht“. Ihn hatte man im Bekanntenkreis gar gefragt, warum er sich das „im Haifischbecken dieser Gemeindevertretung antun“ wolle. Michel ist der eher ausgleichende, ruhige Typ. Daun, die Neue aus Kleinmachnow, ist in Sachen Blockpolitik unverdächtig.

 Doch auch Gemeinsamkeiten gibt es bei den Kandidaten: S-Bahn-Anschluss, Ablehnung der 3. BER-Startbahn und bezahlbaren Wohnraum für alle.

 Das Jugendthema holte Peter Wesemann (26) wieder zurück in die Debatte, als er Albers zur Stellungnahme forderte: Wesemann hat vor drei Monaten im Bürgermeister-Sekretariat ein Konzept für eine Dirt-Strecke eingereicht. Die möchte er mit Freunden und anderen Jugendlichen selbstständig neben der Skateranlage mit Lehmhügeln als Fahrradstrecke modellieren. Geld von der Gemeinde brauchen sie nicht, nur das Okay. Aber Albers wusste von nichts. Am heutigen Freitag will er sich bei Wesemann melden.

Die Kandidaten

Beatrice Daun hat Südostasienwisschenschaft, Soziologie und Wirtschaft studiert. Als Direktions-Assistentin in der Berlin Brandenburg International School ist sie in „komplexe Planungsprozesse“ und das Veranstaltungsmanagement einbezogen. In Stahnsdorf will sie die Interessengruppen“ zusammenführen, ein „integriertes Ortsentwicklungskonzept“ erarbeiten, Treffpunkte für Senioren, Jugendliche (Streetworkerstelle) und Flüchtlinge (Begegnungscafé) schaffen sowie stärker mit Teltow und Kleinmachnow kooperieren; z.B. mit einem gemeinsamen Demografiebeauftragten.

Daniel Mühlner ist Diplomverwaltungswirt und arbeitet im Bundesministerium des Innern (Haushaltsfragen). Er will „ein „städtebauliches Gesamtkonzept“ für Stahnsdorf mit ausgewiesenen Flächen für Entwicklung und Bewahrung (Grün). Senioren und Jugendliche sollen adäquate Räume und Plätze bekommen, ein Integrationsbeauftragter in der Verwaltung das Ehrenamt für die Flüchtlingsarbeit koordinieren. Die Verwaltung soll einen „dienenden Charakter“ bekommen und er möchte ein „verlässlicher Partner“ bei der regionalen Zusammenarbeit mit den Nachbarn sein.

Bernd Albers ist Diplomjurist und seit 2008 Bürgermeister. Er will es „so lange bleiben“, bis die Feuerwehr ein neues Domizil hat, in dem alten am Dorfplatz ein Bürgerhaus öffnet, es mehr Seniorenwohnungen gibt. Für Jugendliche schwebt ihm ein Verein vor, den ein „Ortsjugendpfleger“ begleitet, „denn sie sollen ja was lernen“. Einrichtungen sollten gemeinsam von allen, auch Flüchtlingen, genutzt werden; wie die künftige neue Sporthalle an der Mühlenstraße. Für den Seniorentreff in der Lindenstraße (als Übergang zum Bürgerhaus) werde im April/Mai der Bauantrag „positiv beschieden“.

Thomas Michel ist Diplom-Geograf und im Bereich Naturschutz des Kreises tätig. Er will eine „inklusive Entwicklung“, die die Teilhabe aller absichert. Dafür müssten „Wege geebnet und Wohnungen hergerichtet werden“. Michel setzt auf Nachhaltigkeit und Maß halten: Wohnungsbau und Bahnanbindung könnten nicht „um jeden Preis“ auf Kosten von Grün verwirklicht werden. Er will, dass Stahnsdorf seinen dörflichen Charme behält, sich trotzdem entwickelt (Mittelstand) und ein attraktives „Eingangstor zu Berlin und Potsdam“ wird. Für die Region fordert er ein Einzelhandelskonzept.

Von Claudia Krause

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