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Potsdam-Mittelmark Stahnsdorf schmückt sich mit frecher Göre
Lokales Potsdam-Mittelmark Stahnsdorf schmückt sich mit frecher Göre
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10:13 19.05.2014
Emma-Maria Lange und „ihre“ Zillegöre, für die noch ein Name gesucht wird. Quelle: Christel Köster
Stahnsdorf

Irgendwie trotzig blickt sie über den Stahnsdorfer Dorfplatz, die Zillegöre mit ihrem Geschwisterchen auf dem Arm. Als ob der ganze Trubel um sie herum sie nichts anginge.

Dabei waren am Samstag die vielen Menschen nur ihretwegen gekommen. Nun steht sie da am Rande des Dorfweihers und lässt sich von nichts beeindrucken - nicht von den aufgeregten Stahnsdorfer "Gören", die ihre Hände an der Bronze reiben, nicht von den neugierigen älteren Damen, die sich um die Figur scharen und nicht einmal von den hitzigen Standort-Diskussionen im Vorfeld.

Denn bis zum Schluss waren die Wogen hochgeschlagen, wenn es darum ging, ob die Figur nicht besser an einem Ort mit bereits vorhandenem Zillebezug aufgestellt werden sollte. Doch Christiane Golz vom Soziokulturellen Verein1A besteht darauf: "Nein. Diese Skulptur sollte ins Zentrum des Ortes, dort trifft sich die Bevölkerung." Im Endeffekt sei es eine demokratische Entscheidung gewesen. Nicht einstimmig, aber eben demokratisch.

Bürgermeister Bernd Albers: "Die Figur bleibt dort stehen."

Dass diese Entscheidung richtig war, davon ist auch Eberhard Trodler, Vater der Idee, überzeugt: "In diesen Tagen, in denen wir hier intensiv an den Vorbereitungen gearbeitet haben, sprachen mich viele Leute an. Es gab tolle Rückmeldungen." Es ginge ja nicht nur um Zille, sondern auch um Kind-Kind und das Gefühl der Zuneigung, so der Stahnsdorfer Künstler.

Auch Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) ist optimistisch: "Im Vorfeld ist so etwas immer abstrakt. Jetzt wird es konkret, und jetzt wird man auch sehen, wie es angenommen wird." Albers forderte sogar nach der Enthüllung die Stahnsdorfer auf, bei ihren Besuchen der Figur gern darüber nachzudenken, ob der Standort tatsächlich die richtige Wahl war. Wenngleich eines klar ist: "Jetzt sind Tatsachen geschaffen, die Figur bleibt dort stehen."

Noch sind die Gören namenlos

Über ein zweites Thema dürfen und sollen die Stahnsdorfer in den nächsten Monaten aber noch eher in Zusammenhang mit der Bronzefigur sprechen: Sie sollen sich einen (oder zwei) Namen ausdenken. Noch sind das Mädchen und ihr Geschwisterchen namenlos.

Mit dem Zille-"Milljöh" auf den Dorfplatz - neben der Figur wurden noch zwei Bänke und ein Gedenkstein aufgestellt - hat der Soziokulturelle Verein der Gemeinde Stahnsdorf ein Geburtstagsgeschenk zum 750. Jubiläum gemacht. Eberhard Trodler, der Vorsitzende des Vereins, war bereits als Kind mit dem "Pinselheinrich" in Kontakt gekommen, als er mit seinen Klassenkameraden zur Grabpflege des Künstlers verpflichtet wurde. Seit damals fühlte er sich diesem verbunden. Eine enge Beziehung hat Trodler auch zur 1921 geborenen und in Kleinmachnow lebenden Puppenkünstlerin Emma-Maria Lange, die unter anderem für Kinderfiguren wie Pittiplatsch und seine Freunde bekannt ist. Mit ihr hat er viele Kunstevents durchgeführt, und so lag es nahe, auch dieses Projekt gemeinsam durchzuführen.

Nach jahrelanger Arbeit und mit Kosten von rund 23 000 Euro konnten nun Lange, Trodler und alle anderen Beteiligten am Samstag endlich das Ergebnis feiern. Nach einer Chor-Aufführung der Heinrich-Zille-Grundschule und einigen Dankesworten - natürlich auch an die Sponsoren Gemeinde, Bund, Sparkasse und Einwohner - durften Trodler, Emma-Maria Lange und Bürgermeister Albers die Gedenktafel und die Bronzefigur enthüllen. Danach wurde ausgiebig gefeiert. Stilecht und dem Anlass entsprechend unterhielt ein Leierkastenmann die Besucher. Die Zillegöre und ihr Geschwisterchen blickten unbeeindruckt auf das Geschehen.

ZILLE IN STAHNSDORF

  • An den „Pinselheinrich“ erinnern in Stahnsdorf eine Heinrich-Zille-Straße und die Grundschule „Heinrich Zille“.
  • Die Diskussion um den Standort entbrannte, als die Figur im Oktober des vorigen Jahres gegossen war.
  • Als Alternativplätze waren ein Standort an der Grundschule oder in der Heinrich-Zille-Straße vor dem neuen Gymnasium und den Anlagen des Regionalen Sportvereins (RSV) im Gespräch.
  • Die Bronzeskulptur ist etwa
  • 1,20 Meter hoch und wurde in zwei Teilen gegossen.

Von Konstanze Kobel-Höller

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