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Hilfe im Kampf mit den Buchstaben

Stahnsdorf bereitet Förderprojekt für Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche vor Hilfe im Kampf mit den Buchstaben

Die Stahnsdorfer Gemeindeverwaltung bereitet ein Projekt zur Förderung von Kindern mit Lese- und Rechtschreib-Schwächen (LRS) beziehungsweise auch Rechenschwächen (LRSR) vor. Sie will den Schülern zusätzliche Förderstunden ermöglichen und den Eltern eine Schulung zur Unterstützung ihrer Kinder anbieten. An einem konkreten Konzept wird gearbeitet.

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Mit einem Förderprojekt will Stahnsdorf Kindern mit Lese- und Rechtschreib-Schwächen helfen.

Quelle: Fotolia

Stahnsdorf. Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwächen (LRS) beziehungsweise -Rechenschwächen (LRSR) will Stahnsdorf mit einem speziellen Programm fördern. Dazu werden derzeit der Bedarf in der Gemeinde ermittelt sowie geeignete Partner für das Projekt gesucht. In einer Sitzung des Sozialausschusses hatte der Kleinmachnower Jürgen Lemke unlängst darauf hingewiesen, dass diese unterentwickelten Fähigkeiten bei Schülern in der Gesellschaft noch immer verdrängt und nicht selten als „Faulheit“ der Kinder abgetan werden. Lemkes Enkelsohn besucht die fünfte Klasse der Heinrich-Zille-Grundschule in Stahnsdorf.

In der zweiten Schuljahreshälfte will die Gemeindeverwaltung ein Konzept erarbeiten, mit welchen konkreten Maßnahmen den betroffenen Kindern geholfen werden kann, sagt Gemeindevertreterin Regina Schwarz („Die Neuen“), die bislang den Sozialausschuss leitet. Sie hatte sich zuvor mit der Sozialbereichsleiterin der Gemeindeverwaltung, Anja Knoppke, und den Leitern der beiden Grundschulen in Stahnsdorf getroffen, um Möglichkeiten einer Förderung auszuloten. Lemke hatte den Stahnsdorfern das bewährte Projekt der Grundschule an der Marie in Berlin-Prenzlauer Berg empfohlen, an dem sich die Gemeinde nun orientieren will. Unter anderem könnten lernauffällige Kinder zweimal in der Woche zwei zusätzliche Förderstunden erhalten. meint Schwarz. Eltern sollen Schulungen angeboten bekommen, wie sie ihre Kinder beim Lernen unterstützen können. Als Partner will die Gemeinde die Uni Potsdam und das Landesinstitut für Schulen und Medien (Lisum) gewinnen. „Wir haben einen Förderfonds für Schulen. Den könnten wir für dieses Projekt mit einsetzen“, schlägt Schwarz vor.

Stützpunkte in Rathenow oder Brandenburg an der Havel, die dem Landesamt für Schule und Lehrerbildung (LSA) angeschlossen sein sollen, würden bereits erfolgreich lernschwachen Schülern helfen und deren Eltern beraten, sagt Lemke. In Brandenburg an der Havel gäbe es am Ende der zweiten Klasse einen Test, der offenbaren soll, welches Kind mit Beginn der dritten Klasse mehr gefördert werden müsse. Normalerweise würden Schulpsychologen erst mit der fünften Klasse gezielt auf LRS- oder LRSR-Anzeichen bei den Schülern achten. Bis dahin hätten die Kinder noch Entwicklungsmöglichkeiten, heißt es. In Stahnsdorfer Grundschulen würden die Lehrer allerdings schon in der zweiten Klasse verstärkt auf die Kinder achten.

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen würden an jeder Schule drei bis fünf Prozent der Schüler Lese- und Rechtschreibschwächen aufweisen, sagt Lemke. Auf einer Fachtagung im November habe der brandenburgische Landesverband für Legasthenie und Dyskalkulie festgestellt, dass diese Einschätzung noch zu niedrig sei.

LRS und LRSR werden nicht als Krankheit anerkannt

Von 800 Grundschülern in Stahnsdorf weisen rund 80 Kinder Auffälligkeiten auf, heißt es.

LRS und LRSR werden nicht als Krankheit beziehungsweise als sonderpädagogischer Bedarf anerkannt

Einziger Förderer in der Region Teltow ist die private Drachenreiter-Praxis für integrative Lerntherapie in Kleinmachnow.

In Brandenburg gibt es rund 250 000 Analphabeten, deutschlandweit 7,5 Millionen Menschen, die nicht lesen und schreiben können, was unter anderem auf LRS/LRSR zurückzuführen ist.

Von Heinz Helwig

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