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Gemeinde stellt sich aufs Altwerden ein

Stahnsdorf Gemeinde stellt sich aufs Altwerden ein

Eine Arbeitsgruppe „Seniorengerechte und barrierefreie Wohnformen in der Gemeinde Stahnsdorf“ hat jetzt eine Studie zum gleichnamigen Thema vorgelegt. In dem 100 Seiten starken Papier wurde der Ist-Zustand und der bedarf analysiert und ein Konzept für notwendige Maßnahmen abgeleitet. Die Studie wird derzeit in den Ausschüssen der Gemeindevertretung diskutiert.

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Stahnsdorf will sich künftig noch mehr für seniorengerechte und barrierefreie Wohnungen einsetzen.

Quelle: DPA

Stahnsdorf. Eine Studie zu seniorengerechten und barrierefreien Wohnformen in der Gemeinde ist jetzt von einer gleichnamigen Arbeitsgruppe vorgelegt worden. In fünf Zusammenkünften hatte sich diese Arbeitsgruppe vom Mai 2015 bis zum Januar 2016 mit dem vorhandenen Bestand an seniorengerechten Wohnungen, mit der Bevölkerungsstruktur und -entwicklung, mit Fallbeispielen im ländlichen Raum, wie Seniorenwohnhaus, Mehrgenerationenhaus und Wohngemeinschaft, mit der Einbeziehung älterer Menschen ins Gemeindeleben, mit Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten sowie mit der privaten Vorsorge durch eine Wohnraumberatung beschäftigt. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen hat die Arbeitsgruppe zu einem Konzept zusammengefasst, das Vorschläge und notwendige Maßnahmen zur Erhöhung der Lebensqualität für ältere Menschen in Stahnsdorf enthält. Die 100 Seiten starke Studie wird derzeit in den Ausschüssen der Gemeindevertretung diskutiert.

Ein Großteil der Senioren möchte möglichst lange in den eigenen vier Wänden oder in der eigenen Familie leben, stellt die Arbeitsgruppe fest. Aufgrund plötzlicher gesundheitlicher Beeinträchtigungen kann es ab einem bestimmten Zeitpunkt allerdings Probleme geben. Darum sei es wichtig, sich rechtzeitig über mögliche Maßnahmen zur Barrierefreiheit zu informieren und die eigene Wohnung individuell den zu erwartenden Veränderungen anzupassen, empfiehlt die Gruppe. Doch viele Stahnsdorfer wüssten nicht, wo und wie sie sich Beratung und Unterstützung zu diesem Thema holen können. Darum will die Gemeinde einen Fragebogen an die Einwohner, die älter als 50 Jahre sind, versenden, um den Bedarf an Beratungen und barrierefreien Wohnungen zu ermitteln. Außerdem soll ein Seniorenortsplan – orientiert an dem Kleinmachnower Beispiel – erarbeitet werden, der auch über Beratungsstellen und Unterstützungsmöglichkeiten informiert.

Stahnsdorf sollte auch seine Bebauungspläne sowie die freien gemeindeeigenen Grundstücke auf eine barrierefreie Wohnmöglichkeit überprüfen, empfiehlt das Team in seiner Studie. Künftige Bauherren sowie Vermieter oder Eigentümer von Wohnraum sollten für dieses Thema stärker interessiert werden. Den Verzicht auf Schwellen und Bodenerhebungen nach den Festsetzungen des Baugesetzbuches zwangsweise durchzusetzen, hält die Gemeinde jedoch nicht für sinnvoll.

Die angepassten Wohnungen haben natürlich auch ihren Preis, räumt die Arbeitsgruppe ein. Nach Analyse einiger Beispielprojekte wird eine barrierefreie Wohnung nicht unter 9 Euro pro Quadratmeter (kalt) zu haben sein. Einkommensschwache Seniorenhaushalte oder alleinstehende Rentner werden sich entsprechende Wohnungen nicht leisten können, wird befürchtet. Darum sollte bei der Planung seniorengerechter barrierefreier Wohnungen stärker auf die Bezahlbarkeit und Sozialerträglichkeit geachtet und noch offensiver auf die Fördermöglichkeiten für Investoren, Vermieter und Betroffene hingewiesen werden.

Stahnsdorf will „barrierefreie“ Gemeinde werden

Die Arbeitsgruppe zählte etwa 20 Mitglieder und setzte sich aus Vertretern der Fraktionen, dem Seniorenbeirat Stahnsdorf, überregionalen Seniorenorganisationen und Wohnungsgesellschaften zusammen.

Bei einem Vor-Ort-Termin besichtigte das Team die 52 Seniorenwohnungen, die die Gemeinde Kleinmachnow in ihrem Ort bauen ließ.

Mit einer Informationskampagne will Stahnsdorf „barrierefrei“ werden und dazu der „Erklärung von Barcelona – die Stadt und die Behinderten“ im Sinne einer Selbstverpflichtung beitreten.

Die Einwohnerzahl in Stahnsdorf beträgt nach statistischen Angaben 15 049 Bürger (Stand: 22. 04. 2015). Die Zahl der mehr als 65-Jährigen soll bei etwa 2500 Senioren liegen. Bis zum Jahre 2030 soll sich diese Anzahl auf 4655 Rentner erhöhen.

Von Heinz Helwig

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