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Stahnsdorf Baustart für die Biomalzspange
Lokales Potsdam-Mittelmark Stahnsdorf Baustart für die Biomalzspange
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20:29 14.03.2019
Mit dem symbolischen ersten Spatenstich starteten Stahnsdorfs Bauamtsleiter Frank Piper, Teltows Bauausschussvorsitzender Helmut Tietz, Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) und Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers (BfB, v. l.) am Donnerstag den Bau der Biomalzspange. Quelle: Heinz Helwig
Teltow/Stahnsdorf

Mit der so genannten Biomalzspange zwischen Teltow und Stahnsdorf verwirklichen beide Kommunen jetzt ein Gemeinschaftsprojekt, für das der frühere Teltower Bürgermeister Siegfried Kluge (parteilos) bereits in den 1990-er Jahren die notwendigen Beschlüsse für die Stadtverordnetenversammlung von Teltow vorbereitet hatte. Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt und Bauausschussvorsitzender Helmut Tietz (beide SPD) sowie Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) und sein Bauamtsleiter Frank Piper griffen am Donnerstag zu den nagelneuen Spaten und starteten offiziell den Bau der Verbindungsstraße.

Die Teltower Biomalzspange ist ein Projekt, für das bereits in den 1990-er Jahren die Weichen gestellt wurden. Quelle: Detlev Scheerbarth

„1993 saß ich noch als sachkundiger Einwohner im Bau- und Verkehrsausschuss, als über die Biomalzspange als Voraussetzung für die Genehmigung des Stahnsdorfer Gewerbegebietes diskutiert wurde“, erinnert sich Bernd Albers. Die Straße, die in der Verlängerung der Quermathe im Stahnsdorfer Gewerbegebiet „Techno Park“ zum Kreisverkehr an der Potsdamer Straße in Teltow in Höhe der noch heute produzierenden Biomalzfabrik (daher der Name) führt, bildet die direkte Verbindung zum Versorgungsschwerpunkt in der Teltower Oderstraße, sagt Thomas Schmidt. Die Biomalzspange, die Stahnsdorf unter dem Begriff Nordanbindung führt, soll die Gemeinde und die benachbarte Stadt vom Verkehr entlasten. Gleichzeitig bietet sie eine schnelle Verbindung zur neuen Landesstraße 77 im Süden, an der ebenfalls schon gebaut wird, und zur neuen Landesstraße 40, dem Zubringer zum Flughafen BER.

Straße wird dringend gebraucht

7,50 Meter breit soll die Trasse werden. An beiden Seiten legen die Bauleute der Strabag AG einen anderthalb Meter breiten Fahrradschutzstreifen an. Hinzu kommt ein jeweils zwei Meter breiter Gehweg auf beiden Seiten abseits der Fahrbahn, die mit einem lärmarmen Splittmastix-Asphalt angelegt wird. Sozusagen als freiwillige Zugabe errichten die Bauleute auf Stahnsdorfer Seite einen 120 Meter langen und vier Meter hohen Lärmschutzwall. Nach der Freigabe der Straße, die für diesen Herbst vorgesehen ist, will Stahnsdorf noch einmal eine Verkehrszählung vornehmen lassen, kündigt Bürgermeister Albers an. „Wir werden die Biomalzspange als Entlastungsstraße dringend brauchen, wenn die Rammrathbrücke wegen des Neubaus für zwei Jahre gesperrt sein wird. Darum war es unser ausdrücklicher Wunsch, die Brücke erst zu sperren, wenn die Biomalzspange fertig ist“, erklärt Bürgermeister Schmidt.

Bevor das Teltower Ingenieurbüro Baurconsult die Planungen erarbeiten und die Strabag AG mit ihren ersten Baufahrzeugen anrollen konnten, mussten erst einmal etliche Zauneidechsen auf Teltower Seite umgesiedelt werden. Für sie ließ die Stadt ein Ersatzhabitat anlegen, in dem 76 Bäume, 60 junge Laubbäume sowie 500 Sträucher gepflanzt wurden.

650 Meter für 1,8 Millionen Euro

Die Länge der Straße beträgt 650 Meter. Davon entfallen annähernd 400 Meter auf Teltower Gebiet und 250 Meter aus Stahnsdorfer Seite.

Die Baukosten werden derzeit mit rund 1,8 Millionen Euro angesetzt. Davon übernimmt Teltow rund eine Million Euro und Stahnsdorf etwa 800 000 Euro. Mit 130 000 Euro sind darin auch schon die Kosten für den Lärmschutzwall berücksichtigt.

Der Landesbetrieb Straßenwesen beteiligt sich zu 50 Prozent an den zuwendungsfähigen Gesamtausgaben des Projekts. Dadurch erhält Teltow einen Anteil von 494 500 Euro und Stahnsdorf einen Anteil von 415 500 Euro.

Inoffiziell hatten die Bauarbeiten bereits Ende Oktober des vergangenen Jahres begonnen, als die Bauleute die Baustelle einrichteten und das Baufeld für die Straße vorbereiteten.

Entlastet werden durch die Biomalzspange vor allem die Potsdamer Straße in Teltow sowie der fünfarmige Knotenpunkt Stahnsdorfer Hof mit der Lindenstraße und dem Güterfelder Damm in Stahnsdorf.

Ein Spaten blieb am Donnerstag ungenutzt. Er war für Edelinde Standfuß und ihre Bürgerinitiative von rund 50 Stahnsdorfern bestimmt, die gegen das Landesamt für Bauen und Verkehr in Hoppegarten wegen des Trassenverlaufs und des ihrer Meinung nach ungenügenden Lärmschutzes klagen. Das Verfahren läuft noch. „Wir fühlen uns mit dem Lärmschutz für gerade mal vier Grundstücke direkt an der Straße von Stahnsdorf regelrecht betrogen“, sagt Standfuß. Sie hätte sich eine Umgehungsstraße vom Hamburger Ring im Gewerbegebiet südlich entlang der geplanten S-Bahn-Trasse zur Iserstraße in Teltow und von dort zur Kreuzung am Liebigplatz gewünscht. Bei der Planfeststellung der Straße habe das Landesamt die Lärmbelastungen für die Anwohner „falsch abgewogen.“

Bis zum Herbst dieses Jahres wollen die Bauleute der Strabag AG die neue Straße zwischen Teltow und Stahnsdorf fertigstellen. Quelle: Heinz Helwig

Mit dem Bau der Straße sei das Teltower Spangensystem abgeschlossen, sagt Schmidt. Einer Tradition folgend soll sie später nach der jüngsten Partnerstadt Teltows Rudong in China benannt werden. Ein Gedanke, an den sich sein Amtskollege Albers in Stahnsdorf noch gewöhnen muss. „Es wäre aber unklug, einer Straße zwei Namen zu geben“, räumt er ein.

Von Heinz Helwig

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