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Stahnsdorf Eiserne Hochzeit in Schenkenhorst
Lokales Potsdam-Mittelmark Stahnsdorf Eiserne Hochzeit in Schenkenhorst
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14:28 27.09.2018
Gerda und Friedrich Engelmann aus Schenkenhorst feierten Eiserne Hochzeit. Quelle: Foto: Konstanze Kobel-Höller
Schenkenhorst

Es wird viel gelacht an diesem Vormittag im Haus der Engelmanns in Schenkenhorst. Die Tafel ist gedeckt und viele sind gekommen: Sohn Winfried, Tochter Monika, ein Enkelsohn, Nachbarinnen – sogar Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers (BfB) und ein Vertreter des Landkreises haben Geschenke gebracht. Sie alle gratulieren den beiden zu einem besonderen Ereignis: Vor 65 Jahren haben sich Gerda und Friedrich Engelmann das Ja-Wort gegeben, jetzt feiern sie ihre Eiserne Hochzeit.

Er arbeitete beim Bäcker, sie im Lebensmittelladen

„Es waren schöne Jahre, es waren schwere Jahre – es ist eben, wie es ist“, sagt Gerda Engelmann, die ihren Mann 1950 in Trebbin kennengelernt hat. Er hat beim Bäcker gearbeitet, sie beim Lebensmittelladen. „So war das damals eben“, sagt sie. Freunde haben sie zu Fasching verkuppelt, auf dem Tanzboden, erinnert er sich. Und immer, wenn sie in Zukunft in Löwendorf vorbeifahren sollten, kommentierte er: „Da fing das Elend an.“ „Ich konnte das schon nicht mehr hören“, erzählt Gerda Engelmann lachend, „und jetzt traut er sich nicht mehr.“

Nach der Hochzeit, bei der die ganze Nacht durchgefeiert wurde, zog sie „von Muttern“ in Siethen nach Schenkenhorst, in das Elternhaus ihres frischgebackenen Ehemannes. „Wir haben sie hier im Ort gleich gut aufgenommen“, erzählen ihre Nachbarinnen und schwelgen alle gemeinsam in Erinnerungen an die Hausfrauen- und Feierabendbrigade oder an Überfälle, die sie als Angestellte bei Bank und Post miterlebt haben.

Nach der Hochzeit wurde die ganze Nacht durchgefeiert

Was das Jubelpaar denn gemeinsam Schönes erlebt hat? „Ach, das kann ich gar nicht alles aufzählen“, sagt die 86-Jährige. Man sei viel auf Urlaub gefahren, mit dem Bus. Meist in die Berge, nach Südtirol, Österreich, auch an den Gardasee, oder an die Ostsee zum 50. Hochzeitstag. Das sei damals ein Geschenk gewesen.

Natürlich seien sich die beiden auch manchmal auf die Nerven gegangen. „Das ist doch ganz normal“, sagt sie. Dann konnte es schon mal vorkommen, dass die Türen geknallt haben. Nachgeben musste aber meistens er, sagt Gerda Engelmann, da sei sie nicht so gut drin gewesen. Langsam werde es allerdings besser. „Na, da hast du wohl was geerbt“, kommentiert Tochter Monika (66), an ihren 63-jährigen Bruder gerichtet. „Aber das frischt ja immer die Liebe ein bisschen auf, wenn man sich mal die Meinung sagt“, ergänzt Gerda Engelmann. „Ich freue mich auch jeden Tag, dass er noch neben mir liegt.“

Friedrich Engelmann ist stolz, der älteste Mann im Dorf zu sein

Außer seiner Frau hat Friedrich Engelmann, der stolz darauf ist, wohl der älteste Mann im Dorf zu sein, aber noch eine zweite große Liebe: Die Blasmusik. „Das ist eben die Musik, mit der wir groß geworden sind“, erklärt seine Frau. Dafür fahren die beiden durch die Dörfer, so etwa zum Jagdfest nach Philippsthal, erzählen sie.

Ansonsten halten sie es jetzt eher ruhig. Pünktlich um halb zwölf wird zu Mittag gegessen, um halb fünf Uhr Abendbrot. „Und das bekommt uns gut so.“ Gerda Engelmann kocht jeden Tag selber, nicht mehr gerne, aber trotzdem, eine Mikrowelle verweigert sie.

Die Uhr auf dem Schrank war immer dabei

Auch wenn ihr Mann gelernter Bäcker ist und auch als solcher lange gearbeitet hat, konnte er nie davon überzeugt werden, zuhause auch etwas zu backen – das überließ er seiner Frau. „Aber er wusste es dafür dann immer besser, wenn was nicht funktioniert hat“, erzählt sie lachend.

Es ist Mittag, die Uhr auf dem Schrank schlägt zwölf. Sie war ein Hochzeitsgeschenk, 200 Mark hat sie gekostet, erzählt Friedrich Engelmann. „Sie hat durchgehalten – wie wir.“

Von Konstanze Kobel-Höller

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