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21:34 29.01.2019
Noch ist die favorisierte Fläche für das neue Feuerwehrdepot nicht aus dem Landschaftsschutz entlassen. Das führt zu Verzögerungen. Quelle: Stephan Laude
Stahnsdorf

Rund ein Jahr ist es her, dass man sich in Stahnsdorf nach acht Jahren unproduktiver Diskussionen auf ein Grundstück für das neue Feuerwehr-Depot geeinigt hatte. Der Haken dabei: Die benötigte Herauslösung aus dem Landschaftsschutzgebiet. Genau dieser Punkt führt jetzt zu weiteren Verzögerungen, denn nachdem der Vorentwurf des Bebauungsplanes Ende September von der Stahnsdorfer Verwaltung an die Untere Naturschutzbehörde (UNB) übermittelt worden war, arbeitete diese zwar rasch, jedoch nicht so, wie erhofft: In ihrer Stellungnahme nach gerade einmal zwei Monaten äußerte die Behörde Zweifel daran, dass der Standort wirklich alternativlos sei.

Verwaltung prüft erneut Varianten

Nach einem Treffen mit der UNB kurz vor Weihnachten erhielt die Verwaltung die Möglichkeit, noch einmal ausführlicher darzulegen, weshalb die übrigen – abgelehnten – Grundstücke nicht in Frage kommen. „Die Verwaltung stimmt derzeit eine vertiefende Betrachtung der Alternativstandorte der Feuerwehr jenseits des im Landschaftsschutzgebiet befindlichen beantragten Standorts ab“, bestätigt Stephan Reitzig, Stahnsdorfs Sprecher. Die Nachforderungen sollen noch diese Woche abgeschickt werden, so Reitzig weiter. Lediglich für zwei Alternativorte ist dabei keine Nacharbeit nötig: Den Dorfplatz, also das jetzige Feuerwehrdepot, und den Güterfelder Damm, wo die Kommunalaufsicht bereits den Kauf der Fläche zum angebotenen Preis untersagt hat.

So wird etwa für die Flächen im Gewerbegebiet, die der Gemeinde gehören und etwa in den sozialen Medien gern befürwortet werden, erklärt, dass die Verkehrsanschlüsse ungünstig seien: Sowohl bei der Anfahrt der Feuerwehr als auch beim Ausrücken müsse der staugefährdete Knoten Stahnsdorfer Hof gequert werden – gefährliche Verspätungen könnten so entstehen. Auch durch die Erschließung über die Landesstraße 77 n wird keine Verbesserung der Situation erwartet. Ähnlich ist die Begründung für das Dreiecks-Grundstück zwischen Ruhlsdorfer Straße und Grünem Weg.

Standorte sind ungeeignet

Die Verkehrslage spricht laut Gemeinde Stahnsdorf auch gegen den Standort zwischen Mühlenstraße und Bahnschacht. Hier wären zwei Zu- und Abfahrten über die Schulzenstraße und eine neu zu errichtende Straße zur Sputendorfer Straße notwendig, heißt es. Beide Knotenpunkte liegen dabei regelmäßig im Rückstaubereich der Kreuzung Stahnsdorfer Hof. Der von Schulkindern stark frequentierte Fuß- und Radweg in der Lindenstraße sowie die Tatsache, dass der Standort nicht im Eigentum der Gemeinde sei und der Besitzer nicht zum gewünschten Preis verkaufen wolle, sprächen ebenfalls gegen diese Fläche, so die Gemeinde.

Auch das Grundstück am Güterfelder Damm, das mit einem vermieteten Wohnhaus bebaut ist, wird in der Stahnsdorfer Antwort behandelt – im ursprünglichen Schreiben kam es noch nicht vor. Hier wird erwähnt, dass es aufgrund seiner Größe und des Zuschnittes nicht geeignet sei und dass die angrenzenden Grundstücke in Privatbesitz sind. Mit dem Eigentümer einer der Flächen seien zwar Gespräche zu seinem möglichen Ankauf geführt worden, jedoch ohne eine für die Gemeinde annehmbare Lösung, heißt es.

Neue Suche nach Platz für Feuerwehr

Die Debatte um den neuen Feuerwehr-Standort in Stahnsdorf dauert nun schon neun Jahre. Das jetzige Depot auf dem Dorfplatz ist in einem 1897 erbauten, denkmalgeschützten Gebäude auf dem Dorfplatz untergebracht, das mittlerweile nicht nur zu klein geworden ist. Auch beschädigen Ratten und Mäuse die Ausrüstung.

Im Februar 2018 wurde in der Stahnsdorfer Gemeindevertretung der Kompromiss beschlossen, dass der neue Standort zwischen Güterfelder Damm, Friedrich-Naumann-Straße und Am Upstall liegen soll. Das Areal muss jedoch erst durch die zuständigen Behörden aus dem Landschaftsschutzgebiet entlassen werden, was zu weiteren Komplikationen führt.

Trotz des Kompromisses wird von einzelnen Gemeindevertretern und in den sozialen Medien immer wieder der Standort Annastraße gefordert.

Die Ablehnung des am meisten umstrittenen und auch jetzt noch immer wieder aufgebrachte Grundstückes in der Annastraße direkt neben dem Gemeindezentrum wird nun unter anderem damit untermauert, dass für dieses Areal ein städtebauliches Konzept für „ein kleines Ortszentrum“ erarbeitet wurde, nachdem hier der Neubau eines Feuerwehrdepots im Juli 2015 mehrheitlich abgelehnt worden war.

Favorit eignet sich für Feuerwache

Für das gewünschte Grundstück am Upstall, das aus dem Landschaftsschutzgebiet genommen werden soll, wurde unterdessen keine weitere Argumentation gewünscht. Das Areal, das im Eigentum Stahnsdorfs ist, befände sich in zentraler Lage an der Hauptsammelstraße Güterfelder Damm, heißt es in dem Schreiben an die UNB, und sei ausreichend, um alle Anforderungen an eine zukunftsfähige Feuerwehwache zu erfüllen. Es sei überwiegend mit Gehölzen und Sträuchern bewachsen und die Erschließungssituation sei günstig.

Von Konstanze Kobel-Höller

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