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Stahnsdorf Kunst in der Kapelle
Lokales Potsdam-Mittelmark Stahnsdorf Kunst in der Kapelle
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02:24 27.05.2018
Künstlerin Frauke Schmidt-Theilig verlängert auf dem diesjährigen „ArtEvent“ das Dach der Kapelle auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof in Güterfelde mit einer Draht-Installation. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Güterfelde

In und rund um die Kapelle des Wilmersdorfer Waldfriedhofes Güterfelde findet in diesem Jahr die Ausstellung des Künstlerkollektivs „ArtEvent“ unter dem Motto „next level“ statt. „Das ist ein schöner, verwunschener Ort“, sagt die Malerin Frauke Schmidt-Theilig erfreut. Sie ist die Vertreterin der Gruppe, die derzeit mit neun ständigen Teilnehmern und Teilnehmerinnen sowie vier Gästen in dem Backsteinbau mit den beiden seitlichen Rundpavillons tätig ist. „Wir suchen uns immer Plätze, bei denen wir vor Ort arbeiten können und auf denen die Kunstwerke dann erst entstehen“, erklärt sie das Konzept von „ArtEvent“, das bereits zum 18. Mal zu einem jährlichen temporären Kunstereignis einlädt.

Künstler beziehen Umgebung in ihre Projekte ein

Voriges Jahr wurde in der umkämpften Ruhlsdorfer Straße 1 ausgestellt. Diesmal wird die Kapelle des Friedhofes im Kirchenraum, im Untergeschoß, in den Seitenpavillons und auf ihren Außenflächen mit ortsbezogener Kunst bespielt: Dort finden sich Sandskulpturen, eine Klanginstallation, Äste, die vom Keller bis in die Kapelle aus der Wand ragen, eine Metallskulptur oder auch lange Fahnen mit Figuren. Interaktiv wird es, wenn etwa gestapelte Flaschen, die mit grobem bis feinem Sand gefüllt sind, von den Besuchern umgedreht werden sollen. Auch Friedhof-Bilder in Negativoptik, schwarze Kuverts oder Comicelemente sind in der Ausstellung zu finden. In Plexiglas eingeritzte Tulpen werden durch Licht in eine grafische Darstellung umgewandelt und auf eine mit religiösen Worten beschriebene Wand projiziert, an der auch Gartengeräte angebracht sind – so wird die bestehende Umgebung in die neu entstehende Kunst stets miteinbezogen. Schmidt-Theilig etwa nutzt die „blinden Fenster“ des Gebäudes, hat ihre Bilder an deren Außenseite angebracht, um so die sonst vorhandene Kirchenfensteroptik nach außen zu verlagern, wie sie erklärt. Ebenfalls außen findet sich eine Drahtinstallation als Verlängerung des Kapellendaches.

Die Vorbereitungen waren nicht einfach

Während sie schon etwas Werbung für die Veranstaltung gemacht habe, erzählt die Malerin, sei ihr wieder bewusst geworden, wie wenig bekannt dieser Ort eigentlich sei. Friedenau hatte das Grundstück nahe des Südwestkirchhofs Stahnsdorf erworben und Hans Altmann hatte die heute denkmalgeschützte Anlage Anfang des vorigen Jahrhunderts nach dem Vorbild des Friedhofs Friedenau entworfen. Die erste Beisetzung war 1913 erfolgt, heute gibt es dort keine Neubestattungen mehr und seit 1990 wird die zum Ende des Kaiserreichs erbaute Kapelle nicht mehr genutzt.

Bereits im Oktober hatte Schmidt-Theilig den Förderverein Hans-Altmann-Park Stahnsdorf kontaktiert, der sich für den Erhalt der Anlage als Ganzes und dessen Umwandlung in einen Kulturpark einsetzt, doch einfach sollte die Organisation des Events nicht werden: „Es war etwas schwierig mit dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, dem der Friedhof unterstellt ist“, erzählt Schmidt-Theilig. „Wir hatten wirklich Tiefpunkte, an denen wir schon dachten, dass das nichts mehr wird.“ Dabei sei es auch um bauliche Angelegenheiten gegangen, um eine mögliche Einsturzgefahr der sonst für die Öffentlichkeit gesperrten Kapelle, die von den Künstlern aber genutzt werden sollte. Ein Statiker wurde schließlich herangezogen und erst als das Bauamt sich mit dem Bezirksamt beschäftigt hatte, kam schließlich Ende April die Festlegung, wo was und unter welchen Auflagen erlaubt sein würde und was nicht. Nun arbeiten die Künstler und Künstlerinnen die zweite Woche, und am Samstag, wird schließlich um 15 Uhr das diesjährige „ArtEvent“ eröffnet.

Thema spielt auf den Sargaufzug an

Mit „next level“ möchte die Gruppe den Besuchern Fragen wie „Gibt es ein virtuelles Jenseits?“, „Was wartet am Endpunkt des Lebens?“ und „Wie (er)trägt man die Bürde der Vergänglichkeit?“ mit auf den Weg geben.

Das Thema spielt aber auch auf den Aufzug an, der früher die Särge von der Leichenhalle im Keller zur Aussegnung in den Kirchenraum hob.

Die Ausstellung kann von 26. Mai bis 10. Junijeweils von Freitag bis Sonntag, 15 bis 19 Uhr, oder nach Vereinbarung (0177/5 27 77 04) besucht werden.

Die Schau ist in der Kapelle auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof in Güterfelde im Potsdamer Damm 11 A zu finden.

Teilnehmende Künstler sind Anke Fountis, Sue Hayward, Beate Lein-Kunz, Josina von der Linden, Karl Menzen, Susanne Ruoff, Katrin Schmidbauer, Frauke Schmidt-Theilig, Hartmut Sy; Gäste: Bernd Bleffert, Edwin Böck, Michaela Nasoetion, Anne Sevenich.

Von Konstanze Kobel-Höller

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