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Stahnsdorf Testrunden ums Betriebsgebäude
Lokales Potsdam-Mittelmark Stahnsdorf Testrunden ums Betriebsgebäude
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00:21 12.12.2018
Wer schon immer einmal wissen wollte, wie es sich anfühlt, einen Bus zu fahren, konnte dies am Sonnabend in Stahnsdorf herausfinden. Quelle: Friedrich Bungert
Stahnsdorf

Auto kann ja jeder... Aber 300 PS sind doch eine ganz andere Herausforderung!“ – So lockte die Regiobus Verkehrsgesellschaft Potsdam-Mittelmark am Samstag mit einem Tag der offenen Tür etwa 40 angemeldete Interessierte zu einer Schnupperfahrt mit einem Fahrschulbus auf den Betriebshof in Stahnsdorf. Die Einladung war nicht ganz uneigennützig. Das Verkehrsunternehmen sucht weitere Busfahrer zur Erfüllung seines wachsenden Nahverkehrsauftrages.

Sofort zehn Fahrer für Teltower Region

„Mit diesen Schnupperfahrten verfolgen wir zwei Ziele. Die Besucher sollen einerseits unser Unternehmen, insbesondere die Betriebshöfe, kennen lernen und ein Gefühl für die Arbeit unserer Busfahrer bekommen. Andererseits wollen wir auch neue Mitarbeiter für den Fahrdienst gewinnen“, sagt Regiobus-Geschäftsführer Hans-Jürgen Hennig. Die Arbeitskräftesituation in dieser Branche sei bundesweit sehr angespannt. „Wir könnten für die Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf sofort zehn neue Fahrer einstellen“, so Hennig.

Zusätzliche Angebote, wie der Plus-Bus zu Anschlüssen des Bahn- und weiteren Busverkehrs oder der Powerbus für günstigere Verbindungen zwischen der Region Werder und Potsdam, bessere Verbindungen in der TKS-Region aber auch der Umleitungsverkehr infolge vieler Baustellen mit zuweilen zusätzlichen Fahrten würden mehr Personal erfordern. Hinzu kommt der Ersatz von älteren Busfahrern, die in den Ruhestand gehen.

„Wir könnten für die Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf sofort zehn neue Busfahrer einstellen“, sagt Regiobus-Geschäftsführer Hans-Jürgen Hennig. Quelle: Friedrich Bungert

So kamen die meisten der Besucher nicht nur aus purer Neugier, sondern bereits mit vorgefassten Absichten und ihren Bewerbungsunterlagen nach Stahnsdorf. Patrick Jordan aus Potsdam kann seinen Job als Zusteller bei einem Paketdienst aus gesundheitlichen Gründen nicht länger ausüben und will auf den Bus umsteigen. „Ich habe es mir schwieriger vorgestellt, aber es war einfach nur ungewohnt“, sagte er nach zwei Runden im Fahrschulbus um das Betriebsgebäude herum. Jordan weiß aber auch, dass sich die ruhigen Leerfahrten auf dem Betriebshof nicht mit dem wirklichen Linienverkehr auf der Straße vergleichen lassen. Sein früherer Kollege Tobias Schaffer wollte schon immer Berufskraftfahrer werden und dabei aber lieber unter Menschen sein. Darum hatte sich Schaffer schon früher einmal als S-Bahn-Fahrer in Berlin beworben.

Weitere Testfahrten in Werder und Bad Belzig

Zwei weitere Testfahrten sollen im Januar/Februar 2019 auf dem Betriebshof Werder und im März am Firmensitz in Bad-Belzig veranstaltet werden. Dort soll es wieder Schnupperrunden nur für Frauen geben.

Nach der ersten Frauen-Runde am 10. November in Bad Belzig ist die Regiobus GmbH derzeit mit drei potenziellen Busfahrerinnen im Gespräch.

Die Regiobus GmbH hat derzeit nach eigenen Angaben mehr als 320 Busfahrer, darunter zehn Frauen. In Stahnsdorf sind es 84 Fahrer, darunter zwei Frauen. HH

Mindesten ein halbes Jahr dauert die Umschulung der Quereinsteiger zum Busfahrer, sagt Regiobus-Chef Hennig. Die Zeitspanne hängt mitunter davon ab, ob der Bewerber schon ein größeres Fahrzeug geführt oder nur einen Pkw-Führerschein hat. Die Grundqualifikation kostet zwischen 8000 und 10 000 Euro. Diese Kosten muss der Anwärter nicht unbedingt allein begleichen. Sie können manchmal vom Arbeitsamt oder teilweise vom Betrieb auf der Grundlage einer entsprechenden Vereinbarung übernommen werden.

Erst zuschauen, dann selbst fahren

Fahranfänger nehmen ohnehin erst einmal auf dem rechten Sitz in der ersten Reihe des Busses Platz und schauen erfahrenen Kollegen beim Ein- und Aussteigevorgang, beim Lösen der unterschiedlichen Fahrscheine und anderen Arbeitsabläufen zu. Später fahren sie in Begleitung des Kollegen selbst eine Linie, bis sie nach etwa einem Monat keine fremde Hilfe mehr benötigen. In der Regiobus Verkehrsgesellschaft haben sich auch schon Busfahrer der BVG aus den Berliner Randbezirken beworben, die nicht mehr ins stressige Zentrum, sondern lieber im etwas ruhigeren Speckgürtel von Berlin fahren wollten, sagt Betriebshofleiter Mike Fetzer. So gehören zu seinem Team zwei Busfahrer aus Spandau – sie hätten Linien im Havelland übernehmen können, wollten aber ausdrücklich in der Teltower Region fahren.

Auch die nächste Busfahrer-Generation übt schon fleißig für den künftigen Job. Tim (4 Jahre) hat sichtlich Spaß mit dem ferngesteuerten Regiobus. Quelle: Friedrich Bungert

Noch hat die Regiobus GmbH niemanden der 40 Bewerber vom Samstag eingestellt, sagt Personalleiterin Martina Druse. Die Gespräche waren ein erstes gegenseitiges Kennenlernen: „Doch wir haben einige vielversprechende Kandidaten.“ Mit ihrem Mitarbeiter Dominik Lorenz wird sie jetzt eine engere Auswahl unter den Anwärtern treffen, die dann erneut zu einem Gespräch in den Firmensitz in Bad Belzig eingeladen werden. Danach wird entschieden, ob der Bewerber als Busfahrer in dem Verkehrsunternehmen anfangen kann.

Von Heinz Helwig

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