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Stahnsdorf Wasser-Erlaubnis ausgelaufen
Lokales Potsdam-Mittelmark Stahnsdorf Wasser-Erlaubnis ausgelaufen
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21:46 27.11.2018
Die Gemeinde Stahnsdorf lässt Grundwasser in den Güterfelder Haussee pumpen, um ihn vor dem Verlanden zu retten. Doch seit acht Jahren fehlt ihr dafür die amtliche Genehmigung. Quelle: Heinz Helwig
Güterfelde

Ein Fünftel seines Wassers verliert der Güterfelder Haussee jährlich unwiederbringlich. Soll er auch in Zukunft erhalten werden, muss dieses von außen zugeleitet werden, beschreibt Olaf Mietz, Chef des privat geführten Instituts für angewandte Gewässerökologie in Seddiner See, die Situation des beliebten Badegewässers. Der See wird auch befüllt. Was jedoch seit acht Jahren fehlt, ist eine gültige Genehmigung dafür.

Für 1,2 Millionen Euro saniert

Im Zuge der 1,2 Millionen Euro teuren Sanierung vor 15 Jahren wurden nicht nur 38 000 Kubikmeter Schlamm und Sand vom Grund des Sees abgebaggert, sondern auch 3000 Kubikmeter Grundwasser eingelassen, um den Pegel zu erhöhen. Denn der etwa 15 Hektar große Haussee ist ein stehendes Gewässer ohne eigenen Grundwasserzugang. Bis zur Wende war er in erster Linie von den Rieselfeldern gespeist worden, die auch für die Verschmutzung sorgten. Doch mit der Stilllegung der Felder 1989 wurde das Regenwasser zur einzigen Zuflussquelle. In der Folge nahm der Wasserspiegel jährlich um rund 15 Zentimeter ab.

Eine der für die Zukunft festgelegten Maßnahmen war daher auch die weitere Zuleitung von Wasser durch eine Pumpe. Diese sei in der Vergangenheit je nach Pegelstand des Sees eingesetzt worden, erklärt Stephan Reitzig, Sprecher der Gemeinde Stahnsdorf, der MAZ. Wiederholt sei die Pumpe auch für längere Zeit außer Betrieb gewesen.

Als Grund dafür nennt er den in der Region sinkenden Grundwasserspiegel und den damit einhergehenden höheren Anteil an Schwebstoffen im Wasser. Schon aus diesem Grund könne die Menge des zugeführten Grundwassers nicht bestimmt werden. Sie werde auch statistisch nicht erhoben, so Reitzig. Er bestätigt aber: „Ein künftiger Erhalt des Sees als Gewässer für Erholungssuchende und Angler wird ohne Zuführung von Wasser nicht möglich sein.“

Neuer Antrag ist nötig

Derzeit bewegt sich Stahnsdorf damit jedoch auf unsicherem Terrain: Nach der Grundräumung habe die Gemeinde 2004 eine wasserrechtliche Erlaubnis zur Zuführung von Grundwasser mittels Brunnenbohrung beantragt und diese auch erteilt bekommen, bestätigt Landkreissprecher Kai-Uwe Schwinzert. Die Erlaubnis sei von der zuständigen Unteren Wasserbehörde bis zum 31. Dezember 2010 befristet erteilt worden „und ist somit ausgelaufen. Eine Verlängerung ist nicht erfolgt.“ Im Juli dieses Jahres habe Stahnsdorf auf Anfrage mitgeteilt, dass am Erhalt des Güterfelder Haussees weiterhin Interesse bestehe und dies dauerhaft nur mit Zuführung von Grundwasser möglich sei, so Schwinzert weiter. Der Gemeinde sei schriftlich mitgeteilt worden, dass zur Nutzung des Brunnens ein neues Antragsverfahren nötig sei. Auch die Nachhaltigkeit der Maßnahme sei nachzuweisen. Bei der Vorprüfung nach dem Umweltverträglichkeitsgesetz spielt die Entnahmemenge eine Rolle.

Kein Einzelfall in der Region

Reitzig bestätigt, dass die Gemeinde derzeit dabei sei, eine Untersuchung durch ein Gutachten vorzubereiten, das „in ein Antragsverfahren zur weiteren Zuleitung zum Zwecke der Erhaltung des Haussees“ münden solle. „Der Gemeinde ist der dauerhafte Erhalt unseres Güterfelder Haussees wichtig.“

Der Güterfelder Badesee ist indes nicht das einzige Gewässer in der Region mit erheblichen Wasserproblemen: Der Röthepfuhl in Ruhlsdorf kämpft ebenfalls mit Wasserverlusten. In diesem Jahr waren es je nach Quelle mehr als 6500 bis 9000 Kubikmeter Wasser, die zugeleitet werden mussten. Dort arbeitet die Stadt Teltow an einer Verlängerung der Genehmigung für die Wasserzufuhr, die in diesem Jahr abläuft. Der Seddiner See erhält jährlich ein Viertel seines Volumens nachgefüllt.

Von Konstanze Kobel-Höller

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