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Stahnsdorf Gestank bei Reiterstaffel der Bundespolizei in Stahnsdorf – Nachbar legt Betrieb still
Lokales Potsdam-Mittelmark Stahnsdorf Gestank bei Reiterstaffel der Bundespolizei in Stahnsdorf – Nachbar legt Betrieb still
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00:21 20.01.2019
Am Rande einer Wohnsiedlung hat die Reiterstaffel eine Bleibe gefunden. Doch ein Anwohner beklagt sich über die Geruchsbelästigung durch die Pfederdunganlage. Quelle: Gemeinde Stahnsdorf
Stahnsdorf

Mike Fischer-Wittig ist stinksauer. Vom Geruch, der von der Pferdedunganlage der Reiterstaffel der Bundespolizei schräg gegenüber seines Hauses herüberweht, hat der Nachbar die Nase gestrichen voll. Je nach Windrichtung und -stärke ist die mehrmals wiederkehrende „Duftwolke“ jeweils nach zwei Minuten wieder verschwunden. Doch oft dauert die Belästigung bis zu einer halben Stunde an. „Besonders schlimm war es im Sommer an den heißen, brütenden Tagen, von denen es im vorigen Jahr nicht wenige gab“, sagt Fischer-Wittig. Da drang der Gestank selbst durch die geschlossenen Fenster und Türen ins Haus. Weil der Pferde-Urin Anteile von Ammoniak enthalte, befürchtet der Geschäftsmann zudem eine gesundheitliche Gefährdung.

Steuerverlust bis zu 20 000 Euro

Fischer-Wittig betreibt seit 2006 eine Logistik- und Handelsfirma in Stahnsdorf. Die Geschäfte werden überwiegend über das Internet abgewickelt. Doch nicht wenige Kunden kommen auch persönlich zu ihm vorbei, um mit ihm Aufträge abzustimmen. Nicht selten rümpfen sie die Nase und machen ordinäre Bemerkungen in Richtung Reiterstaffel. Weil er schon etliche Kunden dadurch verloren hat, musste er mit Beginn dieses Jahres seinen Betrieb vorerst stilllegen. Der Gemeinde Stahnsdorf gehen damit Gewerbesteuereinnahmen in Höhe bis zu 20 000 Euro verloren, behauptet der Unternehmer.

Er hat persönlich nichts gegen die Reiterstaffel der Bundespolizei. Als sie im Frühjahr 2017 ihr Gelände vis-a-vis seines Hauses bezog, fand es Fischer-Wittig sogar ein bisschen spannend, zumal er früher selbst einmal Pferde besessen hatte. Zuerst habe er die Geruchsbelästigung auch nicht bewusst wahrgenommen, sagt er. „Doch irgendwann fing es zu stinken an.“

Hinter dem Fuhrpark der Reiterstaffel in Stahnsdorf befindet sich die offene Fläche, auf der der Pferdedung gelagert wird. Quelle: Heinz Helwig

Da Fischer-Wittig früher einmal viel mit Behörden zu tun hatte, hoffte er, auf dem „kurzen Dienstweg“ die Gemeindeverwaltung Stahnsdorf um Beistand bei der Forderung nach der Beseitigung der Geruchsbelästigung bitten zu können. „Doch ich bin enttäuscht, wie gleichgültig sie mit meinem Anliegen umgegangen ist“, klagt der Stahnsdorfer. Er habe von der Verwaltung keine großen Lösungen erwartet, aber zumindest ein erkennbares Bemühen, bei der Bundespolizei seine Beschwerde unterstützen zu wollen.

Doch Stahnsdorf fühlt sich dafür nicht zuständig und verweist Fischer-Wittig an das Landesumweltamt. Nach ihrer Kenntnis habe sich das Amt selbst mehrfach auf dem Gelände umgesehen und auch Winddaten erhoben, heißt es aus der Verwaltung. Dabei seien allerdings keine Grenzüberschreitungen nach der Geruchsimmissionsrichtlinie festgestellt worden.

25 Pferde stehen im Stall

In Stahnsdorf hat die Reiterstaffel der Bundespolizei 25 Pferde untergebracht.

Jedes Tier hat im Stall 15 Quadratmeter für sich. Hinzu kommen noch einmal 30 Quadratmeter im direkt angrenzenden Freilauf.

Auf dem bundeseigenen Grundstück sind für rund 6,9 Millionen Euro ein neues Dienstgebäude samt Stallungen sowie Reitanlagen mit einer Schmiede und einer Pferdekoppel entstanden.

Mit einem Tag der offenen Tür hatte sich die Reiterstaffel Mitte Mai 2017 den Stahnsdorfern und weiteren interessierten Besuchern vorgestellt.

Das Landesumweltamt bat nun seinerseits den Stahnsdorfer, die Geruchsbelästigung über einen Zeitraum von mehreren Monaten zu protokollieren und schickte ihm entsprechende Fragebögen. „Es riecht permanent, aber zu unterschiedlichen Zeiten und unterschiedlich stark. Ich kann mich aber nicht 24 Stunden am Tag hinsetzen und die Geruchseinwirkung messen“, schrieb er der Landesbehörde zurück. Ihn wunderte, dass das Landesumweltamt die Bögen schon vor dem Ende des angegebenen Messzeitraumes zurückhaben wollte.

Fläche soll abgedeckt werden

Die Entsorgung des Pferdedunges erfolge nach Bedarf und werde auf Anforderung der Reiterstaffel in Stahnsdorf von einer Entsorgungsfirma vorgenommen, erklärt die Pressestelle der Bundespolizei in Berlin auf Nachfrage dieser Zeitung. Für die Anlagen auf dem Gelände der Reiterstaffel in Stahnsdorf sei die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) als Eigentümerin zuständig, die sich mit dem brandenburgischen Landesumweltamt abstimme.

Dessen Pressestelle erklärt der MAZ, die Pferdedunganlage werde nach einem festen Entsorgungsplan und öfter als in der Baugenehmigung gefordert geleert. Die nach oben offene Fläche, die lediglich von einer etwa 2,50 Meter hohen Betonwand umschlossen ist, sei für die Aufnahme einer Halbjahresmenge Pferdedung ausgelegt. Tatsächlich würde der Dung gerade zur Geruchsverminderung monatlich entsorgt. Über eine Abdeckung der Fläche sei das Landesumweltamt mit der Bima bereits im Gespräch. Noch in diesem Monat wolle die Eigentümerin dem Amt mitteilen, wann und wie der Lagerplatz noch besser abgeschirmt werden kann.

Von Heinz Helwig

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