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Stahnsdorfer Denkmalprojekte gefährdet

Südwestkirchhof leidet unter ständigem Geldmangel Stahnsdorfer Denkmalprojekte gefährdet

Deutschlands zweitgrößter Friedhof hat dauerhaft zu wenig Geld für Denkmalschutz-Projekte. Jetzt wirbt Förderverein des Südwestkirchhofes Stahnsdorf während einer Friedhofs-Konferenz in Bukarest europaweit erneut für Projektpartner und Fördertöpfe.

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Olaf Ihlefeldt in Bukarest als Experte im Vorstand der ASCE.

Quelle: Foto: rivat

Bukarest/Stahnsdorf. Der Südwestkirchhof Stahnsdorf, zweitgrößter in Deutschland, gehört neben den Friedhöfen in Paris „Père Lachaise“, der Toteninsel Venedig und dem Wiener Zentralfriedhof zu den bedeutenden Friedhöfen Europas. Seit 2004 arbeitet der Förderverein des Südwestkirchhofs aktiv in der Association of significant Cemetries in Europe (ASCE) mit. In dieser europäischen Vereinigung haben sich inzwischen 130 Mitglieder zusammengeschlossen, die sich beruflich und ehrenamtlich um die Erhaltung bedeutender Friedhöfe kümmern. Ziel ist es, durch Netzwerke die Position der Friedhöfe als Teil des gesellschaftlichen Lebens zu stärken und sie als kulturelles Erbe zu erhalten.

Während der Jahrestagung der Vereinigung, die vom 24. bis zum 26. September mit 100 Teilnehmern in Bukarest stattfand, wurde Olaf Ihlefeldt, der Verwalter des Südwestkirchhofs Stahnsdorf, jetzt als Friedhofsexperte für die Beratung, Ideenfindung und Projektbegleiter in den ASCE-Vorstand berufen. „Sie wollten einen Praktiker haben und erkennen es hoch an, was wir in Stahnsdorf machen“, sagt Ihlefeldt. Der 47-Jährige leitet seit 26 Jahren den Südwestkirchhof und engagiert sich auch ehrenamtlich. Im Jahr 2000 hatte Ihlefeldt den Förderverein Südwestkirchhof gegründet. Seit 1994 wohnt er direkt auf dem Kirchhof.

Der Förderverein ist mit seinen Aktivitäten im Blick auf europäische Friedhöfe vorbildhaft. Neben der Entwicklung der europäischen Friedhofsroute wirbt der Verein erneut für neue Projekte. Workcamps sind geplant, in denen ganz praktisch an historischen Gräbern gearbeitet wird. „An diesem Projekt könnten Gymnasien oder Hochschulen mehrerer europäischer Länder mitwirken und einen regen Austausch gestalten. Die Finanzierung muss aus EU-Mitteln erfolgen, die Manpower bringen die Ehrenamtlichen des Fördervereins ein“, so Ihlefeldt. Das Interesse an diesem Projekten ist groß, die Umsetzbarkeit müsse freilich verbindlich vereinbart werden.

Momentan müssen sieben beschädigte Mausoleen repariert werden, von denen Diebe die Kupferdächer abgerissen haben. Allein für die Dachsanierungen sind 150 000 Euro nötig, so Ihlefeldt. Dank der gesammelten Spenden von 22 000 Euro durch den Förderverein als Eigenanteil schoss die Denkmalpflege aus einem Sondertopf des Bundes den Rest zu, so dass zumindest die Dächer gemacht werden können. Jedoch könnten die anderen Schäden der Grabmähler innen und außen nicht gleich beseitigt werden. Rund 150 000 Euro bräuchte man je Denkmal dafür, schätzt Ihlefeldt. Die Kirche als Eigentümer des Südwestkirchhofes hat kaum Geld, und zu vielen der Grab-Denkmäler gebe es keine Familien mehr. „Deshalb ist jeder Euro eine Hilfe für uns, damit wir so viel wie möglich erhalten und bewahren können“, sagt der Verwalter.

Kontakt:
0179/3 79 35 03 oder www.suedwestkirchhof.de

Von Claudia Krause

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