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Potsdam-Mittelmark Ein Fall für Dr. MobStopp
Lokales Potsdam-Mittelmark Ein Fall für Dr. MobStopp
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20:46 14.01.2016
Monika (Samantha Makutwa, l.) vermag sich gegen die Angriffe von Shirina (Lily Engel, r.) und den anderen nicht zu wehren. Quelle: Albrecht Lehrmann
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Stahnsdorf

Die Aula der Grundschule „Heinrich Zille“ in Stahnsdorf wurde am Mittwochabend zu einer kleinen „Berlinale“. Sechstklässler aus beiden Grundschulen des Ortes präsentierten ihren Kurzfilm „Peacemaker IV – Ein Fall für Dr. MobStopp“, der im Rahmen des Schulprojektes „Wir alle gegen Mobbing“ in der Lindenhof-Grundschule sowie im Jugend- und Freizeitzentrum „Clab“ gedreht wurde. Unter Anleitung des Potsdamer Filmemachers Albrecht Lehrmann hatten die Kinder das Drehbuch selbst geschrieben, hinter der Kamera gestanden und Regie geführt. „Wir hatten großen Spaß am Drehen, aber wir haben auch viel über Mobbing gelernt“, sagen die 16 Laiendarsteller zum Abschluss ihres Projektes. Die Filmarbeiten hätten ihr Selbstbewusstsein, aber auch ihre Achtung vor Anderen gestärkt.

Monika (Samantha Makutwa) ist verzweifelt und würde am liebesten überhaupt nicht mehr zur Schule gehen. Chantall (Emma Schopplick), Shirina (Lily Engel) und Bruno (Manuel Noetzel) haben es auf sie abgesehen. Die Drei bewerfen Monika im Unterricht mit Papierkügelchen, täuschen in der Mittagspause ein Freundschafts-Selfi vor, schieben ihr aber dabei heimlich einen benutzten Kaugummi ins Essen und verunstalten Monikas Selfi auch noch und schicken es an die Mitschüler. Erst als Dr. MobStopp (Annabel Kraft) vom Planeten Peacemaker IV ihr mit einem Selbstbewusstsein-Bonbon hilft, hat Monika die Kraft, sich zu wehren. Ein Mädchen (Emelie Krieger) bietet ihr am Ende die Freundschaft an.

Obwohl an beiden Stahnsdorfer Schulen bislang kein wirklicher Mobbingfall vorkam, zeigen die Schüler in nur wenigen Filmminuten genau Symptome, Verlauf und Lösungsangebot bei Mobbing auf, wie es anderswo vielleicht so oder noch schlimmer auftreten kann.

Nicht jeder kleine Streit ist allerdings schon Mobbing. Doch wer andere vorsätzlich über einen längeren Zeitraum regelmäßig schikaniert, ist ein Mobber, sagt Carla Ulbricht nach der Filmvorführung in der anschließenden Elternversammlung. Die Sozialpädagogin arbeitet selbst an einer integrierten Sekundarschule in Berlin. Sie empfiehlt den Eltern, nicht erst zu handeln, wenn feststeht, dass ihr Kind gemobbt wird, sondern schon beim kleinsten Verdacht auf Anzeichen, wie Kopfschmerzen, gebeugte Haltung, Depression oder Schulangst zu achten und mit den Kindern das Gespräch zu suchen.

Die Kinder kommen nicht von sich aus zu den Eltern, weil sie meist glauben, die Beleidigungen verdient zu haben, so Ulbricht. Ihr zerstörtes Selbstbewusstsein blockiert sie, sich allein aus ihrer Situation zu befreien. Viele Mobbinghandlungen würden unter anderem aus einem zu hohen Leistungsdruck auf die Kinder entstehen, meint Ulbricht. Eltern sollten ihre Kinder nicht überfordern und ihnen zeigen, wie sie unvermeidlichen Leistungsdruck bewältigen können. Schüler, die ihren Selbstwert kennen, würden nicht mobben und sich nicht mobben lassen. Eltern sollten ihren Kindern helfen, sich auf Auseinandersetzungen vorzubereiten. Notfalls sollten sich Eltern professionelle Hilfe bei den Sozialarbeitern holen, empfiehlt Ulbricht.

Sozialarbeit bereits in der Grundschule

Die Ausstellung zum Film ist bis Ende Februar im Potsdamer Treffpunkt Freizeit, Am Neuen Garten 64, zu sehen. Dort wird auch der Kurzfilm gezeigt.

Die Mittelbrandenburgische Sparkasse förderte das Projekt mit einer Spende in Höhe von 5500 Euro.

Der Verein „Paragraph 13“ als Träger der Schulsozialarbeit in Stahnsdorf will den Film auch in anderen Grundschulen seiner Trägerschaft einsetzen.

Die Gemeinde Stahnsdorf ist eine der wenigen, die Sozialarbeit bereits in der Grundschule einführen.

Von Heinz Helwig

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