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Potsdam-Mittelmark Festsaal aufgehübscht
Lokales Potsdam-Mittelmark Festsaal aufgehübscht
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00:35 10.10.2015
Schon mal Probesitzen im neuen Saal: Bürgermeister Bernd Albers und Schulleiterin Anke Rettig. Quelle: H. Helwig
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Stahnsdorf

Mit einer Festveranstaltung zum Tag des Ehrenamtes in Stahnsdorf will die Gemeinde am Freitag, dem 9. Oktober, die vollständig sanierte Aula der Heinrich-Zille-Grundschule offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Die Sanierung war Teil eines Gesamtprogramms zur Entwicklung eines Schulcampus auf dem Gelände an der Friedrich-Naumann-Straße. Für 300 000 Euro haben die Bauleute vom April bis zum August dieses Jahres den alten Schulfestsaal von 1962 zu einem modernen Mehrzweckraum umgebaut.

Dem alten Saal hatte Schulleiterin Anke Rettig noch kurz ein wenig nachgetrauert. Er hatte so etwas Besonderes und mit seinen fest verankerten, hölzernen Kino-Klappstuhlreihen einen ganz eigenen altertümlichen Charme, sagt sie. Doch die Aula entsprach längst nicht mehr den aktuellen Ansprüchen und Anforderungen. Eine Rekonstruktion wäre zu teuer gewesen und hätte sicher auch nicht die Flexibilität gebracht, die sich Schulleitung und Gemeinde vom neuen Raum erhoffen.

Zur 50-Jahr-Feier der Schule hatte die Gemeinde vor drei Jahren noch aus Kapazitätsgründen auf die benachbarte Sporthalle ausweichen müssen, erinnert sich Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger). Jetzt können je nach Veranstaltungscharakter bis zu 240 Stühle einzeln in Reihe oder auch an mehreren Tafeln aufgestellt werden. Die neue Aula verfügt außerdem erstmals über ein elektronisch gesteuertes Lüftungssystem, das vorher nur durch geöffnete Fenster mehr schlecht als recht funktionierte. Die Außenrollläden sind nun elektrisch steuerbar. Die alten Rippenheizkörper wurden gegen moderne Heizungen ausgetauscht. Neben der neuen Beleuchtung lassen auch die Farbgestaltung an den Wänden sowie der neue Bodenbelag den ganzen Saal in einem helleren und zugleich wärmeren Licht erscheinen.

Der alte Flügel auf der Bühne konnte nicht mehr repariert werden. Den schwarz-glänzenden „Schiedmayer“ hat die Gemeinde neu gekauft. Neu ist auch die Multimedia-Bühnentechnik mit Videoanlage, Beamer und Motorleinwand sowie unterschiedlichen Mikrofonen, einem Lautsprechersystem und einer beeindruckenden Bühnenlichtanlage. An der Bühne wurde ein dreistufiges Podest für Chorauftritte angebracht. Was fehlt, ist lediglich ein Raumteiler, der kleineren Veranstaltungen eine gemütlichere Atmosphäre geben könnte.

Die Aula hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Neben Schulfesten tagte nach der Wende die damalige Gemeindevertretung in dem Saal. Vor Kommunalwahlen diente sie als Veranstaltungsort politischer Foren. Die Bühne wurde zeitweilig als Klassenzimmer für den Musikunterricht genutzt. Künftig soll der neue Mehrzweckraum hauptsächlich den schulischen Veranstaltungen vorbehalten bleiben, verspricht Albers. Die Gemeinde werde sich lediglich in Ausnahmefällen mal die Aula leihen. Nach der Festveranstaltung zum Tag des Ehrenamtes gastiert am Samstag, dem 10. Oktober, noch die Wanderoper Brandenburg mit zwei Aufführungen des Stückes „Hexe Hillary geht in die Oper“ in dem Saal. Einige Karten sind noch in der Gemeindeverwaltung Stahnsdorf in der Annastraße 3, in den gemeindlichen Einrichtungen sowie am Veranstaltungstag bis 12 Uhr im Bereich Meldewesen der Verwaltung zu haben. Ansonsten ist die Aula wieder mit Schulfesten, Projekttagen, Arbeitsgemeinschaften oder Fortbildungsveranstaltungen für Eltern gut ausgelastet, versichert Schulleiterin Rettig. „Wir müssen die neuen Möglichkeiten jetzt erst einmal für uns entdecken.“

Kino-Klappstühle gingen bis nach China

Die alte Kino-Klappstuhlreihe hatte der Förderverein der Schule zum Verkauf angeboten. Inzwischen haben alle Stühle einen neuen Besitzer.

Bis nach China gehen die Stahnsdorfer Stühle. Ein chinesischer Geschäftsmann hatte über ein bekanntes Internet-Auktionshaus von dem Verkauf erfahren und war mit einem Kleintransporter zur Schule gekommen. Dort lud er seinen Wagen mit Stühlen voll, die noch am selben Abend auf ein Schiff nach China verladen worden sein sollen.

Nostalgiker kauften sich einige Holzstühle für die Garage, die Laube oder als Sitzreihe vor dem Fernseher fürs Fußballgucken.

Der Erlös aus dem Verkauf der Klappstühle in Höhe von 1500 Euro soll nach dem Willen des Fördervereins in die Projektarbeit der Schule fließen.

Der alte Konzertflügel auf der Bühne fand keinen Abnehmer mehr. Das defekte Instrument musste schließlich entsorgt werden.

Von Heinz Helwig

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