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Der Dorfanger blühte

Stahnsdorfer Kunstmeile ein Erfolg Der Dorfanger blühte

Die 6. Kunstmeile auf dem Stahnsdorfer Dorfplatz am Samstag war gut besucht und erlaubte den Interessierten auch einen Blick in die romantischen Innenhöfe. Die Künstler ließen sich viele kreative Überraschungen einfallen. Unter anderem gab es französische Brote – leider nicht essbar, sondern als Skulptur.

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Egon Wrobel mit einem Korb voller Keramik-Brote.

Quelle: Christel Köster

Stahnsdorf. Unweit Stahnsdorfs verkehrsreicher Potsdamer Allee befindet sich der alte Dorfanger mit einer der ältesten Feldsteinkirchen Brandenburgs. Der weitläufige Dorfplatz rund um das romanische Bauwerk und die angrenzenden Bauernhöfe waren am vergangenen Wochenende ein großer Tummelplatz für Kreative. Zur Eröffnung der 6.Stahnsdorfer Kunstmeile versammelten sich mehr als fünfzig Zuhörer am den Stamm des alten Baums, der das große grüne Kunstmeilen-Zelt trug, um der Eröffnungsrede ihres Bürgermeisters Bernd Albers zu lauschen.

Typisch für dieses volksfestartige Kunstevent war bereits der Auftritt von Jürgen Lipke, der mit seinem virtuosen Mundharmonika-Spiel die Zuhörer begeisterte. Lipke ist ein Multikreativer, dessen Bilder ringsum an den Zeltstangen lehnten. Seine Landschaften sind tief empfundene, oft unter Verwendung von Leuchtfarbe gemalte Nachtmotive, die im Dunkeln einen ganz besonderen Reiz entwickeln.

Bereits während der Eröffnung füllte sich der Dorfplatz mit weiteren Besuchern, die mit dem Kunstmeilen-Flyer bewaffnet die zahlreichen Stationen wie auf einer Wallfahrt abwanderten. Eine Besonderheit der Stahnsdorfer Kunstmeile ist, dass auf den Höfen auch Speisen und Getränke angeboten wurden. So konnten die einzelnen Etappen im Wortsinne besser verdaut werden. Zudem plauderte es sich an den Tischen leichter über die gerade gesehene Kunst. Dabei war das Spektrum sowohl der Stile als auch der Machart der ausgestellten Kunstobjekte riesig.

Laienkunst präsentierte sich ganz unbefangen neben hochprofessioneller Kunst. Hingebungsvoll gemalte bunte Blumenbilder und anrührend naturalistische Tierporträts wechselten sich mit hochkarätiger Profikunst ab. Direkt vor dem Salon in der Remise hatte Egon Wrobel seine Keramik-Skulpturen und Objekte ausgestellt. Ein hochaufragendes Spalier geheimnisvoll bemalter Stangen, die meist von einem Puschel von Goldfäden gekrönt waren, begleitete die ebenerdige Prozession von farbigen Keramik-Broten, die oft ebenfalls teilvergoldet waren. Als eine der Stangen krachend zu Boden stürzte und zerschlug, wurde eine soeben zum Unschuldslamm mutierte kleine französische Bulldogge als dringend tatverdächtig ausgemacht. Dies aber blieb glücklicherweise der einzig wahrnehmbare Verlust auf diesem Kunstparcours.

Ganz zweifellos ein Gewinn waren die hochauflösenden großformatigen Fotos die Bernd Blumrich unter dem Titel „Foto DNA“ ausstellte. Seine Bilder von der ehemaligen Bötzow-Brauerei dokumentieren für die Denkmalpflege die 45.000 m² große Berliner Industriebrache.

Sehenswert auch der Zieleinlauf dieses Kunstmarathons im etwas abseits gelegen Gartengrundstück des Malers Eberhard Trodler. Ein Besuch in seinem übervollen Atelier wirkt wie eine Zeitreise. Trodler ist ein Kunstarbeiter und erschuftet sich ähnlich wie einst Van Gogh seine Motive. Jede Künstlichkeit ist ihm fremd und so dringen seine besten Bilder bis an den Kern der menschlichen Existenz vor. Nicht nur durch seine Arbeiten wurde diese Kunstmeile zu einer wirklichen Entdeckungstour.

Von Lothar Krone

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