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SPD macht Druck für S-Bahn-Bau

Stahnsdorf rührt die Werbetrommel SPD macht Druck für S-Bahn-Bau

Seit Jahren kämpfen die Stahnsdorfer für den S-Bahn-Anschluss ihrer Gemeinde. Nun gibt es Hoffnung: Die Landesregierung hat die Verlängerung der S-Bahn-Strecke von Teltow nach Stahnsdorf in ihre Verkehrsplanung aufgenommen. Doch am Ende entscheidet doch nur eines – das Geld.

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Heiko Spleet, Heinrich Plückelmann, Andrea Wicklein, Sören Kosanke und Landrat Wolfgang Blasig (v.l., alle SPD) an der gewünschten S-Bahn-Trasse.

Quelle: Konstanze Kobel-Höller

Stahnsdorf. Noch ist es nur symbolisch und selbst gebastelt, das S-Bahn-Haltestellenschild, vor dem sich die SPD-Vertreter von Bund bis Gemeinde versammeln, um hier gemeinsam plakativ für eine Verlägerung der S25 von Teltow nach Stahnsdorf einzutreten. Doch wenn es nach ihnen geht, soll hier, nahe der Ruhlsdorfer Straße, wo jetzt nur Wiesen und Äcker sind, schon in ein paar Jahren das pure Leben pulsieren: Der S-Bahnhof würde als Ausgangspunkt für weitere Entwicklungen dienen, Park-and-Ride-Parkplätze, Taxi-Halteplätze, Radwege, Ladestationen für Elektroautos, aber auch sozialer Wohnungsbau und seniorengerechtes Wohnen wären geplant, aber auch das Gewerbegebiet könnte in Gang gebracht werden, erhoffen sich die Anwesenden. Landrat Wolfgang Blasig sieht hier gar „die einmalige städteplanerische Chance, Stahnsdorf zu zentrieren“.

Der Hintergrund für das Wiederaufkeimen der Hoffnung, dass Stahnsdorf nun doch – endlich – an die S-Bahn angebunden werden könnte, liegt im Koalitionsvertrag der brandenburgischen Landesregierung. Hier war festgeschrieben worden, dass überprüft werde, „ob eine weitere S-Bahn-Anbindung der berlinnahen Regionen zukunftsfähig und finanzierbar“ wäre – und die Stahnsdorfer Gemeindevertreter haben in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig (mit vier Enthaltungen der Grünen und der Linken) beschlossen, dass die Gemeinde sich zu dieser Anbindung bekennt.

Gleichzeitig wurde die Verwaltung damit beauftragt, den gewählten favorisierten Standort des S-Bahnhofes nach der Ruhlsdorfer Straße, seine infrastrukturelle Anbindung und Ausgestaltung zu sichern und sein Umfeld städtebaulich vorzubereiten. Nun möchte man auf sich aufmerksam machen und die Werbetrommel für das Projekt rühren. „Wir wollen wahrgenommen werden“, erklärt Heiko Spleet von der SPD Stahnsdorf, denn schließlich gibt es Konkurrenz. Sören Kosanke, SPD-Landtagsabgeordneter: „Was im Land derzeit passiert, ist ein kleines Wettrennen verschiedener Projekte. Die S-Bahn Stahnsdorf hat aber meines Wissens nach als einzige keinen parallelen Schienenverkehr.“ Und Bundestagsabgeordnete Andrea Wicklein ergänzt: „Wir müssen weiter dafür kämpfen und werben, das ist kein Selbstläufer.“

Doch die Verlängerung bis zur Ruhlsdorfer Straße ist nicht die einzige Variante, die im Gespräch war. Der Anschluss von Wannsee bis zum Friedhof („Friedhofsbahn“) oder gleich der komplette Lückenschluss zwischen Wannsee und Teltow wurden ebenfalls diskutiert. Kosanke dazu: „Jongleure halten stundenlang Bälle in der Luft, Fußballspieler schießen auch irgendwann einmal ein Tor – und wir wollen ja mal in die S-Bahn einsteigen. Man muss eben schauen, wo es sich lohnt, mehr Energie hinein zu stecken.“ Heiko Spleet betonte, dass die SPD zwar bei dieser Variante der S-Bahn-Verlängerung federführend wäre, „es war uns aber wichtig, alle mitzunehmen – und der Beschluss war am Ende einstimmig.“

Letzten Endes geht es immer auch um die Finanzierung. Hier ruft Bundestagsabgeordnete Andrea Wicklein den Bund in die Pflicht, der einen maßgeblichen Beitrag leisten müsse, wie sie betonte. Und sie versprach auch gleich: „Der Bund steht zur Finanzierung, wenn das Land die Entscheidung trifft und den Bedarf anmeldet.“ Außerdem versicherte sie, sich persönlich dafür einzusetzen, dass der Bund künftig stärker in die Regionalisierungsmittel einzahlt, mit denen das Land solche Projekte finanzieren kann. Derzeit werden den Ländern 7,5 Milliarden zur Verfügung gestellt, diese wollen aber 8,5 Milliarden.

Kosanke erläuterte: „Das Land versucht mit solchen Investitionen, Entwicklung zu unterstützen und zu begleiten und deswegen bin ich sehr froh über die Initiative der Stahnsdorfer, einen Haltepunkt an einer Stelle zu planen, an der noch Entwicklung möglich ist. Hier wird sowieso noch gebaut werden, früher oder später – aber wir können das steuern und auch die passenden Anschlüsse liefern.“ Auch Blasig, der sich in seiner Funktion als Vorsitzender des regionalen Planungsrates Berlin-Brandenburg vor Ort eingefunden hatte, um der SPD Stahnsdorf seine Unterstützung zu versichern, betonte, wie wichtig die gezielte Entwicklung ist: „Es hat sich herausgestellt, dass auch ein großes Berliner Interesse besteht, dass die Verbindungen ins Umland weiter intensiviert werden“, erklärte er. Er rechne damit, dass 2030 in der Region bereits halb so viele Menschen wie in Berlin leben würden. Ein weiterer Schritt wäre dann die Weiterführung der S-Bahn bis zum Wannsee, also der Lückenschluss. „Ich bin sehr froh, dass hier ein erster Schritt gemacht wird.“

Von Konstanze Kobel-Höller

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