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Potsdam-Mittelmark Stahnsdorf: Streit um Depot-Standort
Lokales Potsdam-Mittelmark Stahnsdorf: Streit um Depot-Standort
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11:14 24.02.2016
Für einen Feuerwehrneubau auf einer kommunalen Fläche neben dem Gemeindezentrum in der Annastraße kann Stahnsdorf mit Fördermitteln aus dem Kommunalen Infrastrukturprogramm des Landes rechnen, sagt Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger).   Quelle: Archiv/Olaf Möldner
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Stahnsdorf

 Zur Diskussion über den künftigen Standort der Ortsfeuerwehr Stahnsdorf hatte die Wählergruppe Bürger für Bürger (BfB) am Montagabend an ihren öffentlichen Stammtisch eingeladen. Doch sie blieb mit einigen Sympathisanten und Bürgermeister Bernd Albers, die die kommunale Freifläche neben dem Gemeindezentrum in der Annastraße favorisieren, weitgehend unter sich. Dabei hätten SPD, CDU und andere politischen Kräfte in der Gemeinde, die lieber ein Privatgrundstück am Güterfelder Damm für das neue Depot ankaufen würden, sicher zu einer echten Auseinandersetzung über Vor- und Nachteilen der Varianten beitragen können. Nur Thomas Michel (Bündnisgrüne) kam trotz einer Parallelveranstaltung kurz vorbei.

 Albers argumentierte mit wirtschaftlichen Gründen für das Grundstück an der Annastraße. Es ist gemeindeeigen und verfügt über Baurecht. Mit beiden Kriterien könnte Stahnsdorf vom Kommunalen Infrastrukturprogramm profitieren, das das Land bis 2019 aufgelegt hat. 60 Prozent der Gesamtinvestition für den Neubau ließen sich damit finanzieren.

Nach Bekanntwerden dieser Förderung bildete sich eine Bürgerinitiative, die die Stahnsdorfer von der für sie einzig vernünftigen Lösung in der Annastraße überzeugen will. 833 Unterschriften sind bereits zusammengekommen, die den Gemeindevertretern den Willen ihrer Wähler demonstrieren sollen, sagte Sprecherin Britta Engelmann-Hübner (BfB). Obwohl die Annastraße schon beschlossen war, kippten CDU und SPD mit Hilfe anderer Fraktionen in der Gemeindevertretung den Beschluss und brachte die Alternative Güterfelder Damm ins Spiel. Ein bereits begonnenes Interessenbekundungsverfahren mehrerer Architekturbüros zum Neubau musste darauf hin abgebrochen werden, sagte Albers.

Teltows Stadtwehrführer Jan Ehlers, dessen Berufswehr den Brandschutz für die gesamte Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf sowie für die Gemeinde Nuthetal übernimmt, konnte den Stahnsdorfern die Entscheidung über ihren neuen Feuerwehrstandort auch nicht abnehmen. Er konnte ihnen höchsten sagen, von welchen Plätzen in der Gemeinde aus die Kameraden wegen des langen Anfahrtsweges oder der gewachsenen Verkehrsdichte nicht mehr rechtzeitig zum Einsatzort kämen, um Leben zu retten. Ehlers trauerte ein wenig dem Dorfplatz nach, hielt aber den Platz neben dem Gemeindezentrum für durchaus geeignet und eine „politische Würdigung“ der Wehr. Bei der Entscheidung über den künftigen Standort müsse die Gemeinde auch ihre Entwicklung in den nächsten 40 Jahren im Blick haben, riet er. „Stahnsdorf hat eine leistungsstarke Einsatztruppe. Dieser Standard darf nicht unterschritten werden.“ Der Streit um den Neubau senke auch die Motivation bei derzeitigen und künftigen freiwilligen Kameraden. Eine fehlende Motivation wiederum führe zu einer sinkenden Einsatzbereitschaft und zur Schwächung der Leistungskraft, warnte Ehlers.

 Bei Hausgesprächen musste die Bürgerinitiative feststellen, dass die Stahnsdorfer wenig über das andauernde Feuerwehr-Hick-Hack wissen. Peter Ernst aus Güterfelde brachte den wohl wahren Grund in einem Satz auf den Punkt: „Die Feuerwehr ist zu einem Mittel des politischen Kampfes geworden!“

Von Heinz Helwig

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