Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Standesbeamte vertreten sich gegenseitig
Lokales Potsdam-Mittelmark Standesbeamte vertreten sich gegenseitig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:55 13.01.2017
Michael Knape (li.) und Thomas Hemmerling besiegeln die Kooperation der Standesämter von Treuenbrietzen und Niemegk. Quelle: Thomas Wachs
Treuenbrietzen

Eine Hochzeit ist es noch nicht, die da am Freitagvormittag im Trauzimmer des Treuenbrietzener Rathauses von zwei Partnern besiegelt wird. Doch ist der Weg dorthin jetzt mit einem neuen Schritt weiter geebnet worden.

Treuenbrietzens Bürgermeister, Michael Knape (parteilos), und Niemegks Amtsdirektor, Thomas Hemmerling, besiegeln zunächst eine weitere Kooperation auf Verwaltungsebene beider Rathäuser. Ab sofort dürfen sich die Standesbeamten gegenseitig vertreten. Dabei geht es nicht nur darum, oftmals schon langfristig geplante Termine für Eheschließungen verlässlich abzusichern. Das betrifft in Treuenbrietzen pro Jahr zwischen 25 und 35 Hochzeiten. In Niemegk sind es – auch bedingt durch die bei Hochzeits-Touristen beliebte Burg Rabenstein – im Schnitt 43 Eheschließungen jährlich.

Bei Sterbefällen gelten kurze Fristen

„In Krankheitsfällen muss vor allem auch die Beurkundung von Sterbefällen abgesichert sein, die an kurze Fristen gebunden ist“, erklärt Roswitha Leinenbach, die Standesbeamtin aus Treuenbrietzen. Bedingt durch das Krankenhaus und den Seniorenwohnpark in der Stadt, seien in Treuenbrietzen mehr Sterbefälle zu bearbeiten, als etwa in Niemegk. Im Schnitt sind es um die 200 pro Jahr. Durch den krankheitsbedingten, längeren Ausfall einer langjährigen Kollegin im Treuenbrietzener Standesamt kam es bereits zu Engpässen. Zwar wird Corinna Meier während ihrer Ausbildung im Rathaus derzeit auch zur Standesbeamtin qualifiziert. Doch soll die Kooperation mit den Niemegker Kollegen die Verlässlichkeit für Vertretungen erhöhen.

Gefragte Termine im Juli

Ungewöhnliche viele Anmeldungen für Hochzeiten in diesem Jahr verzeichnen die Standesämter in Treuenbrietzen und Niemegk bereits jetzt im Januar.

Heiratsanträge seien offenbar verstärkt zu Weihnachten und Silvester unterbreitet worden, vermutet die Treuenbrietzener Standesbeamtin, Roswitha Leinenbach.

Beliebte Tage für die Heirat liegen im Juli. So gibt es von 17 Vormerkungen in Treuenbrietzen allein drei für den 7. Juli 2017.

In Niemegk sind von derzeit 25 Reservierungen bereits drei Aufgebote für den 1. Juli 2017 bestellt worden.

In Niemegk sind mit Kerstin Leben und Hiltrud Born ebenfalls nur zwei Kolleginnen befähigt, Aufgaben des Standesamtes zu bearbeiten. „Auch da gab es schon Engpässe, die aus unserer kleinen Verwaltung heraus nur schwer zu kompensieren sind“, sagt Thomas Hemmerling.

Leistungsstarke Verwaltung mit mehr Service

Insgesamt ist die Kooperation der Standesämter ein weiterer Schritt zur engeren Zusammenarbeit der Nachbarkommunen. Offiziell besiegelt ist sie bereits im Bereich des Brandschutzes. Auch halfen Treuenbrietzener Rathausmitarbeiter mit Computersoftware bei der Erstellung des jetzt verfügbaren Straßenkatasters für Niemegker Orte. Vorbereitet werden zudem eine Arbeitsteilung im Management von Dokumenten und Archiven sowie im Meldeamt. So sollen Bürger künftig in beiden Rathäusern zum Beispiel neue Ausweise beantragen können. „Dafür müssen aber in Absprache mit dem Innenministerium des Landes und gar mit Bundesbehörden noch hoheitliche Fragen geklärt werden“, erläutert Michael Knape.

Ziel sei es allgemein, Synergieeffekte zu nutzen, um Bürgern „eine leistungsstarke Verwaltung mit mehr Service zu bieten, ohne gleich eine gemeinsame Kommune zu bilden“, sagt der Treuenbrietzener Rathauschef. „Was am Ende daraus wird, müssen wir sehen“, so Knape. Hier geht es um einen „ergebnisoffenen Austausch“, bestätigt Thomas Hemmerling. Auch der Niemegker Amtschef spricht von einer „unkomplizierten und offenen Zusammenarbeit auf Augenhöhe“. Ziel sei eine „transparente Verwaltung mit Dienstleistungen in hoher Qualität für die Bürger“, so Hemmerling. Jeweils allein in den kleinen Rathäusern sei das jedoch derzeit schwer personell abzudecken.

Kooperation in Wiesenburg gescheitert

Daher hatten auch andere Kommunen im Fläming bereits Kooperationen gerade im Bereich der Standesämter erwogen. Ein entsprechender Vorstoß der Gemeinde Wiesenburg/Mark für die Übertragung ihrer Aufgaben an das Standesamt in Bad Belzig scheiterte jedoch kürzlich an der Absage der Gemeindevertretung für diesen Schritt. Das Brücker Standesamt war voriges Jahr aus Krankheitsgründen nur eingeschränkt besetzt. Zudem fehlte der ebenfalls für Trauungen qualifizierte Amtsdirektor, dessen Stelle seit September unbesetzt ist.

Von Thomas Wachs

In den kommenden beiden Jahren sind für die Erneuerung des touristischen Wegeleitsystems in Werder 200 000 Euro im Haushalt eingeplant. Künftig sollen Verkehrsteilnehmer über Farben und Gestaltungselemente auf den Schildern schneller und sicherer an ihr Ziel kommen, sagte der 1. Beigeordnete der Stadt Werder, Christian Große (CDU).

13.01.2017

So alt wurde vor ihr noch kein Bewohner im Pflegeheim Dahlen (Potsdam-Mittelmark). Herta Köhler konnte am Freitag auf 104 Lebensjahre zurückblicken. Die hochbetagte Seniorin, deren Pflegestufe 1 gerade in Pflegegrad 2 umgewandelt wurde, ist immer noch rüstig. Wer mit ihr Rommé spielt, sollte auf der Hut sein.

13.01.2017

Kindertagesstätten allein genügen nicht. Etliche Eltern möchten ihr Jüngstes in die Obhut einer Tagesmutter oder eines Tagesvaters geben und ziehen somit die kleinere, individuelle Form der Kinderbetreuung vor. In Teltow soll nun nachgelegt werden, weil der Bedarf der Eltern nach Tagesmüttern steigt.

13.01.2017