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Starkes Stück gegen Cybermobbing

Theaterstück in Niemegk Starkes Stück gegen Cybermobbing

Im Internet verbreiten sich Bilder und Gerüchte rasend schnell. Mobber nutzen das und malträtieren ihre Opfer auch in der digitalen Welt. das Berliner Theater Eukitea nimmt sich dem Thema Cybermobbing an und appelliert ans Verantwortungsbewusstsein von Schülern. Diese sind begeistert vom jungen Theater.

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Niemegk. Knapp 300 Schüler aus Bad Belzig und Brück sahen am Donnerstag im Niemegker Kulturhaus das Stück „I like You“ des mobilen Theaters Eukitea. Das Berliner Theater tourt mit seinen gewaltpräventiven Stücken durchs Land, in Niemegk war es nun schon zum wiederholten Mal zu Gast.

„Ich freue mich sehr, das Theater Eukitea wieder begrüßen zu dürfen“, so Catharina Ibener vom Kulturhaus, „und ich kann schon verraten, dass es nicht das letzte Mal sein wird.“ Im kommenden Jahr wollen die Schauspieler erneut in Niemegk auftreten, dann mit einem speziell für Grundschüler erdachten Programm.

Ein schwacher Moment und seine fatalen Folgen

„I like You“ hingegen richtet sich an Oberschüler. „Unsere Zielgruppe sind Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren“, so Eukitea-Schauspielerin Homa Faghiri. Im Stück spielt sie die 15-jährige Samira, die sich, genau wie ihre Freunde, sicher im Internet bewegt. Hier wird ein neues Profilfoto geschossen, dort ein wenig gechattet, nebenher gibt es Onlinespiele und Soziale Netzwerke. Schließlich kommt Samira mit ihrem Schwarm Luke zusammen.

Zunächst sind die beiden Teenager überglücklich, doch Luke wird die Beziehung schnell zu viel, er macht Schluss – vor allen Freunden. Samira will Rache, sie stellt ein sehr privates Foto von Luke ins Internet. Die Mitschüler finden das lustig, schnell verbreitet sich das Bild – bis es die ganze Schule kennt. Luke steht schnell allein da, während Samira für ihre „coole Aktion“ gefeiert wird. Dabei hat sie längst begriffen, dass sie in ihrer Wut einen großen Fehler gemacht hat. Samira löscht Lukes Foto wieder, doch die Sache ist ihr längst über den Kopf gewachsen.

Ein Fall von so genanntem Cybermobbing. Darunter versteht man die Verlagerung von Demütigungen und Diffamierungen vom Schulhof in die digitale Welt. Soziale Netzwerke, Chatprogramme, aber auch eigens angelegte Internetseiten dienen den Mobbern als Tatort. Besonders perfide: Opfer können sich kaum wehren, zudem ist im Internet die Verbreitung eines bösen Gerüchtes oder Bildes oftmals gar nicht zu kontrollieren.

„Sehr realistisch, sowas passiert Schülern“

Das mobile Präventionstheater Eukitea erarbeitet seine Stücke selbst. „I like you“ ist Anfang des Jahres in Zusammenarbeit mit jungen Potsdamern entstanden. Auf der Bühne gelingt es den Schauspielern Homa Faghiri, Ludwig Drengk und Christian Rodenberg, die Jugendlichen treffend darzustellen und sprechen zu lassen, ohne sich dabei anzubiedern. Kein Wunder, dass ihr Stück beim jungen Niemegker Publikum gut ankommt. Leon, ein Brücker Siebtklässler, sagt: „Mir hat das Theaterstück sehr gut gefallen, ich fand es sehr realistisch, was den Schülern passiert.“

So wie er kennen viele der Schüler die Mobbingproblematik, der Gesprächsbedarf nach den Vorführungen ist groß. Carlon Grieger wundert das nicht: „Wir bieten jedes Jahr ganze Projektwochen zu diesem Thema an, denn es ist etwas, das die Schüler bewegt“, so die Sonderpädagogin der Oberschule in Brück, „Schon in den siebten Klassen haben wir Fälle von Cybermobbing, etwa bei Facebook oder What’s App. Das Theaterstück ist eine sinnvolle Ergänzung zu unserer pädagogischen Arbeit.“

Als das Publikum nach dem Gespräch mit den Schauspielern den Saal verlässt, greifen viele Schüler sofort zu ihren Smartphones. Ludwig Drengk findet das nicht schlimm. „Wir handeln ja als Erwachsene genauso. Es geht uns auch nicht darum, das moderne Leben zu verteufeln. Wir wollen den Jugendlichen nur ihre Verantwortung aufzeigen“, so der Schauspieler.

Von Saskia Popp

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