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Potsdam-Mittelmark Start in die heiße Phase des Wahlkampfs
Lokales Potsdam-Mittelmark Start in die heiße Phase des Wahlkampfs
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10:34 21.08.2017
Auf dem Teltowkanal (v.l.): Ludwig Zimmermann vom Bund der Steuerzahler, Andreas Wolf (BfB/Freie Wähler), MAZ-Redakteur Jürgen Stich, Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD), Hans-Peter Goetz (FDP) und Eric Gallasch (CDU).  Quelle: Kobel-Höller
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Teltow

 Der Bürgermeisterwahlkampf in Teltow nimmt Fahrt auf. In einer von MAZ-Redakteur Jürgen Stich moderierten Runde positionierten sich die vier Kandidaten zum derzeit wichtigsten Projekt der Stadt – dem Bau des Hafens am Teltowkanal. Eingeladen hatten der Bund der Steuerzahler und die FDP-nahe Naumann-Stiftung. Die Debatte fand auf einem Schiff statt, das die Kandidaten und rund 50 Gäste am Freitagabend vom Griebnitzsee durch den Teltowkanal zur Hafenbaustelle und wieder zurück brachte. Auf der teils turbulenten Fahrt mit einigen Wetterkapriolen lieferten sich Thomas Schmidt (SPD), Eric Gallasch (CDU), Hans-Peter Goetz (FDP) und Andreas Wolf (BfB/Freie Wähler) einen harten Schlagabtausch.

„Das ist finanzpolitischer Irrsinn, was da gelaufen ist“, sagte Ludwig Zimmermann, Vorsitzender des Bundes der Steuerzahler Brandenburg, in seinem Eröffnungsstatement. Die Kosten für den Teltower Hafen seien anfangs mit fünf bis sechs Millionen Euro veranschlagt worden, mittlerweile jedoch so explodiert, dass mit „sicher mehr als 20 Millionen Euro“ zu rechnen sei. Deshalb sei das Projekt ins „Schwarzbuch“ des Steuerzahlerbundes aufgenommen worden.

Auch Bürgermeisterkandidat Andreas Wolf (BfB/Freie Wähler) wirft der Stadt und Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) Geldverschwendung vor. „Es gibt Freihandvergaben und sogar einen Erlass von Innenminister Schröter, dass Verstöße nicht verfolgt werden dürfen. Es wird offensichtlich ein Freundesnetzwerk bedient.“ Wolf ist mit seinen Beschwerden bei der Kommunalaufsicht bislang erfolglos geblieben, auch seine Intervention im Innenministerium hatte den Bau des Hafens nicht stoppen können. Würde er als Bürgermeister gewählt werden, sagt Wolf, stünde deshalb in den ersten 100 Tagen eine Bürgerbefragung auf dem Programm: Wollen die Teltower einen Hafen oder lieber eine Schwimmhalle?

Mit seiner kategorischen Ablehnung des Hafenprojekts stand Wolf indes alleine da. CDU-Kandidat Eric Gallasch kritisierte zwar scharf die mangelnde Transparenz bei der Kostenfrage – „Die Marina ist ja mehr als nur 39 Stellplätze für Gutbetuchte, sie bringt eindeutig einen Mehrwert für Teltow“ – betonte aber, dass „die CDU auf jeden Fall für die Fertigstellung steht“, da ein Ausstieg aus dem Projekt rund 15 Millionen Euro kosten würde. „Und das für eine sanierte grüne Wiese.“

FDP-Kandidat Hans-Peter Götz, Fraktionschef seiner Partei in der Stadtverordnetenversammlung, gab an, dass seine Fraktion dem Bau des Hafens wohl nicht zugestimmt hätte, wenn die jetzigen Kosten zu Beginn bekannt gewesen wären, stellte aber klar: „Solange Sachen, die wichtiger sind, gemacht werden können, halten wir am Hafen fest. Auch wenn vieles schlecht gelaufen ist – wir müssen es zu Ende bringen.“ Die Marina würde Teltow lebenswerter und erlebbarer machen.

Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD), der seine dritte Amtszeit anstrebt, wies die Angriffe auf ihn und die Verwaltung zurück. Er sei bei diesem Projekt kein zu hohes Risiko eingegangen. Die Idee zur Marina habe sich vielmehr aus der Geschichte des Grundstücks ergeben und dass die Kosten so in die Höhe geschossen seien, „da ist wahrlich niemand stolz drauf. Das ist höchst bedauerlich“. Mit Blick auf die teure Bodensanierung ergänzte er: „Der eine oder andere hätte das vielleicht wissen können, was da im Boden ist – ich aber nicht.“ Die Kostensteigerung sei nicht vorhersehbar gewesen. Dennoch laufe derzeit eine externe Untersuchung, wie es dazu kommen konnte. Bereits beim Spatenstich habe es 110 Bewerbungen für die 39 Liegeplätze gegeben. „Der Bedarf ist da.“

Am Ende der Diskussion war klar, dass der Bau des Hafens den Wahlkampf als zentrales Thema weiter bestimmen wird. Bereits am Dienstag tagt wieder der Hafenausschuss der Stadtverordnetenversammlung. Dort soll ein Zwischenbericht zur Kostenentwicklung vorgelegt werden – Zündstoff für den Wahlkampfendspurt und Futter für die Bürgermeisterkandidaten.

Bürgermeisterwahl in Teltow am 24. September

In der rund 27 000 Einwohner zählenden Stadt Teltow wird am 24. September ein neuer Bürgermeister gewählt. Vier Kandidaten stehen zur Auswahl:

Thomas Schmidt (SPD): Der 56-Jährige ist seit 2002 Bürgermeister in Teltow und strebt eine dritte Amtszeit an. Schmidt ist gelernter Koch und wurde 1990 bei den ersten freien Wahlen nach der Wende in die Stadtverordnetenversammlung gewählt und zum Beigeordneten für Soziales und Kultur bestimmt.

Eric Gallasch (CDU): Der 32-Jährige lebt seit 2006 in Teltow und arbeitet bei der Bundespolizei im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung. Seit 2014 ist er Stadtverordneter.

Hans-Peter Goetz (FDP): Der 56-Jährige arbeitet als Rechtsanwalt in Teltow. Götz sitzt seit 2003 in der Stadtverordnetenversammlung und im Kreistag Potsdam-Mittelmark. Von 2009 bis 2014 war er Landtagsabgeordneter.

Andreas Wolf (BfB/Freie Wähler): Der 56-jährige Wissenschaftler und Unternehmer lebt in Teltow und ist seit 2014 Stadtverordneter. Sein Engagement für die Belange der Altanschließer brachte ihn in die Kommunalpolitik.

Von Konstanze Kobel-Höller

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