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Potsdam-Mittelmark Stefan Lindicke holt drei Goldene Kruken
Lokales Potsdam-Mittelmark Stefan Lindicke holt drei Goldene Kruken
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02:25 29.04.2018
Besonders erfolgreich: Stefan Lindicke hat vier Auszeichnungen erhalten. Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Der Wettbewerb um die Goldene Obstweinkruke brachte viele strahlende Sieger hervor. Insgesamt 15 Obstbauern sind am Mittwoch vom Werderschen Obst- und Gartenbauverband ausgezeichnet worden. Stefan Lindicke hatte von allen am meisten Grund zum Strahlen: Er darf sich und seine Weinstände beim Blütenfest mit drei Goldenen und einer Bronzenen Kruke schmücken. Die höchste Punktzahl erreichte er mit seiner Schwarzen Johannisbeere, die mit einer Wertung von 1,78 auch alle anderen Sorten des Wettbewerbs schlägt. Den Titel teilt er sich mit Toni Geißhirt, der einst als jüngster Obstweinproduzent Werders an den Start ging und seitdem immer wieder Medaillen absahnt. Er erhielt für seine Kreation der Schwarzen Johannisbeere ebenfalls die Goldene Kruke. Silber holte er mit Erdbeere/Rhabarber.

Werder ist wieder im Obstwein-Fieber und der Wettbewerb um die Goldene Kruke hat einige Sieger hervorgebracht. Stefan Lindicke war in diesem Jahr besonders erfolgreich.

Dass sich zwei Produzenten den ersten Rang teilen, ist neu. „Wir hatten erstmals das kleine Problem, dass es bei einigen Kategorien Gleichstand gab. Da sich ein Stechen schlecht macht, haben wir uns dafür entschieden, Kruken auch doppelt zu vergeben“, erklärte Walter Kassin, der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauverbandes. In der Kategorie Sauerkirsche etwa belegen die Familien Leo und Ulrich gemeinsam den dritten Platz. Beim „Steinobst allgemein“ bekamen Stefan Lindicke mit der Pflaume und Ulrich Gaube mit dem Speierling jeweils eine Bronzene Kruke. Für Staunen sorgte der Speierling, weil es sich dabei um eine fast ausgestorbene Wildobstart handelt. Sie ähnelt einem Apfel.

Idee der Enkelin führte zum Sieg

Zu den erfolgreichsten Herstellern zählt in diesem Jahr auch wieder Thomas Herzog, Inhaber vom „BrandenBurger“ auf der Insel. Gold räumte er mit Rhabarber ab, Silber bekam er für seinen Sauerkirschtropfen und Bronze für Erdbeere und Himbeere. Günther Schulz holte mit seiner „Roten Lola“, einer Mischung aus Himbeere und Brombeere, die Bronzene Kruke. Dieser Wein galt bei der Verkostung vorige Woche als die große Unbekannte.

Eine mutige Mischung wagte auch der Ur-Werderaner Uwe Leo, der sich auf das Gespür seiner Enkelin Jillenne (8) verließ. „Ich habe mal gesehen, dass es einen Mix aus Holunder und Kirsche gibt“, erzählte sie. Was die Schülerin nur als Saft probierte, mischte ihr Opa zu einem Wein zusammen und überzeugte damit die Juroren. Er gewann mit diesem Tropfen die Kategorie „Mehrfruchtweine und Cuvées“. Ulrich Gaube siegte als einziger sogar zweimal in einer Kategorie. Bei „Steinobst allgemein“ holte er mit Schlehe die Gold und mit dem bereits erwähnten Speierling Bronze.

Besucher fragen gezielt nach den besten Tropfen

Der Winzer vom Wachtelberg und Vater des dreifachen Siegers, Manfred Lindicke, lobte die Qualität der Weine: „Sie sind besser geworden, vor allem furchtbetonter. Die Jury hat sich weiter gegen die süßen Weine entschieden. Das ist das, was wir wollen“, erklärte er. Vier Weine sind mit 1,7, 1,8 oder 1,9 bewertet worden. Die Masse bewege sich im Mittelfeld zwischen der Schulnote 2 und 3 – „das gehört sich so“, weiß Manfred Lindicke. Die zuckersüßen Variationen wurden mit weniger als 3,5 bewertet. Die Hälfte aller teilnehmenden Weinproduzenten hat in diesem Jahr eine Auszeichnung bekommen.

Für die nächste oder übernächste Verkostung gebe es Walter Kassin zufolge die Idee, auch die Hersteller zur Probe einzuladen. Im Anschluss an die reguläre Verkostung der 32 Juroren könnten sie testen, was die Konkurrenz zu bieten hat. Teil der Jury war auch Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU), die jedes Jahr aufs Neue überrascht sei, was man aus Früchten alles machen kann. „Was man in jedem Wein geschmeckt hat, war die Liebe, mit der die Hersteller ihn produzieren“, sagte sie.

Jeder Wein ist insgesamt viermal probiert worden. Bei 234 Proben sei das die Obergrenze, wie Manfred Lindicke erklärte. Für die Winzer ist die Goldene Kruke wichtig, denn mittlerweile gebe es viele Besucher, die mit einer Liste aufs Fest kommen und gezielt nach den besten Tropfen fragen, erzählte Manuela Saß.

Lesen Sie auch: Das sind die Sieger aus dem vergangenen Jahr.

Zahl der Proben ging steil nach oben

1998 wurden Werderaner Obstweine zum ersten Mal verkostet und prämiert. Damals sind 36 Proben auf den Tisch gekommen. Für die Platzierten gab es Urkunden. Bereits 2001 stieg das Interesse: Die Produzenten reichten 82 Proben ein, die in sechs Kategorien ausgezeichnet worden sind.

Der Wettbewerb wurde im Laufe der Jahre immer beliebter. Nach 140 Proben von 26 Erzeugern im Jahr 2013 gab es 2014 erstmals 175 Weine zu verkosten. Mittlerweile liegt die Zahl bei 234.

Bei der Weinprobe kommt es auf den Geschmack und die Intensität der Frucht an.

Von Luise Fröhlich

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