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Steintherme hatte Höhen und Tiefen

Bad Belzig feiert 15 Jahre Heilbad Steintherme hatte Höhen und Tiefen

Die Steintherme in Bad Belzig hat am Wochenende ihr 15-jähriges Bestehen gefeiert. 150.000 Menschen besuchen jährlich das Heilbad mit Thermalsole. Nach vielen Rückschlägen, insbesondere zum Start, schreibt das Unternehmen nun schwarze Zahlen und setzt dabei auf ständige Bewegung.

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Die Swingband „Alte Wache“ begeisterte die Zuschauer.

Quelle: Christin Iffert

Bad Belzig. Die Bad Belziger Steintherme hat am Wochenende ihr 15-jähriges Bestehen gefeiert. Mehr als 90 Gäste waren zur Eröffnung der Festveranstaltung gekommen, als Geschäftsführer Christian Kirchner über die turbulenten Jahre mit vielen Höhen und Tiefen sprach.

Als die Therme am 10. Juni 2002 eröffnete, war aller Anfang schwer. Die zeitgleiche Umstrukturierung der Gesundheitspolitik, die vermehrt den Rotstift ansetzte, sorgte für Finanzeinbußen. Später bröckelten dann im Haus die Fliesen, das Gebäude wurde baufällig. 2009 wurde die Therme geschlossen. Fast ein Jahr und mehr als vier Millionen Euro kosteten die Arbeiten, ehe das Thermalbad wieder eröffnen konnte. Diesmal mit der Verleihung des Titels „Bad Belzig“.

Im Juli wird der 2.222.222.Besucher erwartet

Die vergangenen Jahre brachten finanzielle Besserung. Seit 2012 ist die Therme finanziell auf sich allein gestellt. „Mit allen anfänglichen Querelen ist sie heute ein Unternehmen, das wirtschaftlich gut arbeiten kann“, fasst der Bad Belziger Bürgermeister Roland Leisegang zusammen. „Chapeau“, ergänzt Brigitte Gört-Meissner, Präsidentin des Deutschen Heilbäderverbandes. Nicht jeder schaffe es in diesem Bereich schwarze Zahlen zu schreiben.

Die Swingband „Alte Wache“ begeisterte die Zuschauer auf dem Außengelände des Badebereiches

Die Swingband „Alte Wache“ begeisterte die Zuschauer auf dem Außengelände des Badebereiches.

Quelle: Christin Iffert

Rund 150 000 Besucher empfängt die Steintherme jährlich. Im Juli erwartet das Heilbad den 2 222 222. Besucher. Die Generationen sind gemischt. „Wir bewerben auch keine Zielgruppe besonders“, sagt Kirchner. Er geht davon aus, dass jeder Entspannung benötigt. Im Tagesverlauf sei jedoch ein Wechsel zu bemerken. Während morgens vor allem Senioren ins Bad kommen, werden die Besucher in der Regel jünger, je später es wird.

Kirchner und sein Team arbeiten seit Jahren daran, sich am Markt zu bewegen. Um jüngere Generationen mit dem Bad vertraut zu machen, gibt es Kurse wie Aqua-Zumba. Die Rechnung scheint aufzugehen. Während der Jubiläumsveranstaltung wurde erstmals Stangentanz im Wasser ausprobiert. Ursprünglich aus der Erotikbranche kommend, wird dabei eine Stange im Becken verankert und anschließend an und um der Stange trainiert. Shark-Pole nennt man das in der Therme. „Wir wollen allerdings erstmal das Feedback abwarten, bevor wir uns dazu entschließen, den Kurs ins Angebot aufzunehmen.“

Keine Angst vor der Konkurrenz

Um die Konkurrenz sorgt sich der Geschäftsführer nicht. Erfahrungsgemäß zeige sich, dass in Region, wo es mehrere Thermen gibt jeder seine Zielgruppe findet – und jeder andersherum seine Lieblingstherme. Vor allem Stammgäste blieben in der Regel treu, sofern man ihnen hohe Standards biete.

In der Steintherme ist man bemüht, dass Gesundheit Spaß bringt. Und dennoch: „Wir sind ein Gesundheitszentrum, kein Freizeitpark:“ Die Besucher wissen das zu schätzen. Das Unternehmen ist in der Situation, dass nur 17 Prozent reine Krankenkassenabrechnungen sind. Die restlichen 83 Prozent der Leistungen bezahlen die Besucher selbst – und holen sie sich hinterher gegebenenfalls von den Kassen zurück. Dadurch entfallen hohe Rabatte, die Gesundheitszentren wie dieses in eine wirtschaftliche Schieflage bringen könnten.

Künftig hofft Kirchner auf eine größere Akzeptanz in der Region. Maximal zehn Prozent der Wohnbevölkerung besuche das Bad. „Das ist aber in jeder Therme so.“ Günther und Sabine Grabow zählen zu den Gästen, die direkt vor Ort in der Kurparksiedlung wohnen. Ab und an besuchen sie die Steintherme. „Hier ist es nicht ganz so voll wie in Spaßbädern“, sagt Günther Grabow. Das zeigte sich auch am Jubiläum. Das Ehepaar nutzt die Therme eigentlich vorrangig im Winter, doch den Geburtstag wollten sie sich nicht entgehen lassen. Am Beckenrand saßen sie in Badekleidung und wippten zur Swingmusik der „Alten Wache“ aus Potsdam. „Wann hat man das schonmal: Livemusik direkt am Beckenrand“, fragt Sabine Grabow.

Von Christin Iffert

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