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Step treibt Pläne für Biogäranlage voran

Für Standort Fresdorfer Heide soll Bebauungsplan erarbeitet werden Step treibt Pläne für Biogäranlage voran

Im Ringen um die Bioabfallvergärungsanlage bahnt sich eine wichtige Weichenstellung an. Die Stadtentsorgung Potsdam (Step) GmbH hat bei der Gemeinde Michendorf die Aufstellung eines Bebauungsplanes für den Standort Fresdorfer Heide beantragt, um das Vorhaben dort realisieren zu können. Das Gelände wird von der Step favorisiert, doch auch dort formiert sich Widerstand.

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In Vergärungsanlagen wird Bioabfall verwertet. Dabei werden auch Strom und Wärme gewonnen.

Quelle: dpa

Michendorf. Die Stadtentsorgung Potsdam (Step) GmbH will jetzt Nägel mit Köpfen machen und ihre Pläne zum Bau einer Bioabfallvergärungsanlage am Standort Fresdorfer Heide vorantreiben. Für das Gelände in der Nähe Wildenbruchs soll ein Bebauungsplan erarbeitet werden. Er ist notwendig, um die Anlage zu ermöglichen. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass die Fresdorfer Heide der Vorzugsstandort ist, weil er strategisch günstig liegt, bereits eine gewisse Infrastruktur hat und uns dort ein Grundstück gehört“, sagte Step-Geschäftsführer Enrico Munder.

Von einer Vorentscheidung zugunsten des Areals wollte er aber nicht sprechen. „Die Alternativstandorte in Krampnitz sind weiter im Rennen“, sagte er. Im Gespräch ist eine Fläche neben der Zalando-Halle im Marquardter Friedrichspark und ein Areal am Klärwerk Satzkorn. Unter Anwohnern hatte sich dort Widerstand formiert.

Gegenwind bekommt die Step auch am favorisierten Standort. Die Bürgerinitiative „Depo – Nie in der Fresdorfer Heide“ befürchtet, eine Zustimmung der Gemeinde Michendorf zum B-Plan für die Vergärungsanlage wäre das Einfallstor für eine Deponie am Standort. „Das ist der Grundstein für das größte Mülldrehkreuz in Brandenburg“, heißt es in einem Protest-Aufruf der Initiative. Angespielt wird damit auf Pläne der Firma BZR, die Kiesgruben mit Abfall der Deponieklasse 1 verfüllen will. „Wenn der B-Plan für die Biovergärungsanlage kommt, ist das ein Freibrief für den Rest“, glaubt auch Wildenbruchs Ortsbeiratsmitglied Günther Schiemann (Grüne). Michendorfs Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU) sieht das anders: „Ich kann die Befürchtung nachvollziehen. Es handelt sich hier aber um zwei unabhängig voneinander laufende Verfahren.“ Sein Bauamtschef Christopher Gerhard ergänzte: „Sollte sich die Gemeindevertretung für die Biovergärungsanlage entscheiden, ist damit nicht automatisch verbunden, dass die BZR die Genehmigung für eine Deponie bekommt.“ Für die Deponie ist ein Planfeststellungsverfahren nötig, bei dem die Kommune eine Stellungnahme abgeben kann. Bei der Bioanlage der Step entscheidet die Gemeindevertretung, ob der B-Plan fürs Projekt verabschiedet wird. Schiemann hält die Verwertung von Bioabfall in einer solchen Anlage für eine gute Sache, „aber es ist der falsche Standort“. Es sei nichts in der Nähe, was mit der in der Anlage entstehenden Wärme versorgt werden könnte. Befürchtet wird auch zusätzlicher Lkw-Verkehr, um den Bioabfall anzuliefern. Unterstützung bekommt die Step vom Brandenburger Umweltministerium: „Durch die vollständige Einhausung der Anlage werden Geruchsemissionen und Umweltbelastungen für den Menschen vermieden“, heißt es in einem Schreiben des Ministeriums.

Von Jens Steglich

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