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Potsdam-Mittelmark Sterne gucken mit dem Ranger
Lokales Potsdam-Mittelmark Sterne gucken mit dem Ranger
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00:20 20.08.2017
Wie orientiere ich mich am Sternenhimmel? Diese Frage soll bei der Nachtwanderung um den Riebener See beantwortet werden. Quelle: dpa
Rieben

Karsten Voigt ist Naturwachtmitarbeiter. Ein viel zu langweiliger Titel für den studierten Geo-Ökologen und seine spannende Tätigkeit. Das findet sogar Voigts Arbeitgeber die Naturwacht Brandenburg. Deshalb stellt er sich stets als Ranger vor. Das klingt nicht nur besser. Es vermittelt auch direkt einen Eindruck von dem, was er täglich tut. Der 31-Jährige verbringt etwa die Hälfte seiner Arbeitszeit in der freien Natur. Der Schutz von Arten und Biotopen gehört dazu ebenso wie das Monitoring, „also die Bestandsüberwachung verschiedener Tierarten und Pflanzen“, erklärt er. Ranger zu sein, ist Karsten Voigts Traumberuf. Er stammt aus einem Dorf im Norden Brandenburgs. Über das Studium in der Landeshauptstadt führte sein Weg in den Naturpark Nuthe-Nieplitz.„Tieren ihren Lebensraum zurückzugeben, ist das Schönste, was ich mir vorstellen kann“, sagt er.

Karsten Voigt sorgt mit seiner Arbeit auch dafür, dass bedrohte Arten gar nicht erst aus der Natur verdrängt werden. „Die Umweltbildung ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit als Ranger“, erklärt er. Immerhin versteht sich die Brandenburgische Naturwacht als Mittler zwischen Mensch und Natur. 93 Ranger sind in der Mark heute tätig, vier davon zwischen Ludwigsfelde, Jüterbog, Treuenbrietzen und Beelitz im Naturpark Nuthe-Nieplitz. Schulen können die Ranger für Aktionstage buchen, bei denen Kinder beispielsweise die Lebensweise von Bibern oder Wölfen kennenlernen.

Für naturinteressierte Erwachsene gibt es weitere Angebote. „Die anderen drei Ranger und ich organisieren regelmäßig Wanderungen“, sagt Karsten Voigt. Der nächste Streifzug durch den Naturpark Nuthe-Nieplitz findet Freitagnacht statt. Nur einmal im Jahr bietet sich die Chance, an einer geführten Nachtwanderung teilzunehmen.

Nachtwanderung mit dem Urania-Planetarium

Zur „Langen Naturwacht-Nacht“ hat sich der 31-jährige Ranger mit dem Urania-Planetarium in Potsdam zusammengetan. „Orientierung bei Nacht“ lautet der Titel der astronomisch-naturkundlichen Wanderung, die um 21 Uhr beginnt. Karsten Voigt hofft auf möglichst wenig Wolken. „Simon Plate vom Planetarium wird erklären, wie man sich an Sternenbildern orientiert“, sagt er. Wichtig sei es, grundlegende Sternenbilder zu kennen. „Auf diese Weise kann man sich bei klarem Himmel selbst durch die Nacht navigieren.“

Die zweieinhalbstündige Tour führt seit Langem erstmals wieder durch das nördliche Gebiet des Naturparks Nuthe-Nieplitz. Gestartet wird heute Abend in Rieben bei Beelitz. „Wir nutzen die Route um den Riebener See“, erklärt Voigt. Die Offenflächen rund um das Gewässer sind optimal zum Sterne gucken. „Gleichzeitig bildet der See einen Anziehungspunkt für verschiedene Tierarten, wie zum Beispiel Fledermäuse oder Vögel“, sagt der Ranger. Er wird die astronomischen Ausführungen um naturkundliche Aspekte erweitern und erklären, wie sich vor allem nachtaktive Tiere in der Dunkelheit orientieren.

Karsten Voigt (31) betreut gemeinsam mit drei anderen Rangern den Naturpark Nuthe-Nieplitz. Quelle: Victoria Barnack

Mit gen Himmel gerichteten Köpfen und Scheuklappen sollen die Wanderer Freitagabend allerdings nicht unterwegs sein. Der Ranger empfiehlt neben Neugier und ausgeruhten Füßen zur Wanderung festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung. Auch ein Fernglas könne nicht schaden. Voigt hofft, kurz nach dem Start der Wanderung ein paar Vögel beobachten zu können. Damit hat der junge Naturwächter bereits Erfahrung. Als Hobby-Angler ist er regelmäßig bis in die Nachtstunden in der Natur. In den vergangenen Wochen war er aber auch beruflich in der Dunkelheit unterwegs. Für ein Projekt kartierte er die Brutvögel in dem Vogelschutzgebiet. Dabei musste sich Voigt dem Tagesablauf der Vögel anpassen. „Die Rohrdommel beispielsweise ruft erst sehr spät beziehungsweise sehr früh am Morgen“, berichtet er.

Wenn die Nacht angebrochen ist, wird Karsten Voigt wohl auch seinen Bat-Detektor aus der Tasche holen. „Dieses Gerät macht die Ultraschall-Rufe der Fledermäuse hörbar“, erklärt er. Im vergangenen Jahr drehte sich die gesamte Wanderung zur „Langen Naturwacht-Nacht“ im Nuthe-Nieplitz-Park um diese fliegenden Säugetiere. Am Freitag werden sie wohl nur kurz eine Rolle spielen, wenn Voigt erklärt, wie Tiere nachts jagen.

Es sei denn, das Wetter macht ihm und Simon Plate vom Urania-Planetarium einen Strich durch die Rechnung. Bei zu dichter Bewölkung müssen sie die Veranstaltung in das Verwaltungsgebäude in Dobbrikow verlegen. „Unsere Alternative ist ein Vortrag zum geplanten Thema von Simon Plate“, erklärt der Ranger, „und anschließend ein Film über Fledermäuse.“

Mehr Informationen zur Wanderung und wie Sie sich anmelden könne, erfahren Sie hier.

Der Naturpark Nuthe-Nieplitz

Am 7. Juli 1999 entstand der Naturpark Nuthe-Nieplitz, als einer von inzwischen elf Naturparken in Brandenburg. Er erstreckt sich im Süden vom Naturschutzgebiet auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog bis in den Norden in die Fresdorfer Heide.

Im Jahr 2000 erwarb die von staatlichen und privaten Stiftern in Potsdam gegründete Stiftung Naturlandschaften Brandenburg 7100 Hektar Flächen in dieser Region. Heute betreuen vier Naturwachtmitarbeiter das 623 Quadratkilometer große Gebiet.

65 Prozent der Gesamtfläche, also circa 400 Quadratkilometer, des Naturparks gehören zum Landschaftsschutzgebiet „Nuthetal-Beelitzer Sander“. Mehrere Naturschutzgebiete, die 21 Prozent der Flächen abdecken, befinden sich im Naturpark. Außerdem sind einige Bereiche nach der europäischen Vogelschutzrichtlinie ausgeschrieben worden. Insgesamt beträgt der Schutzgebietsanteil im Naturpark circa 86 Prozent.

Von Victoria Barnack

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