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Potsdam-Mittelmark Sternsinger im Hohen Fläming unterwegs
Lokales Potsdam-Mittelmark Sternsinger im Hohen Fläming unterwegs
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17:45 05.01.2016
Die Sternsinger aus Bad Belzig sind wieder unterwegs. Quelle: Tobias Potratz
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Bad Belzig

Es herrscht scheinbar Tristesse nach dem zauberhaften Glanz von Weihnachten in der Kur- und Kreisstadt. Auf den Straßen liegen die ersten Nordmanntannen mit Lametta-Resten übersät neben den Mülltonnen. Ein eiskalter Wind pustet die Nadeln von den Zweigen.

Doch das war es noch nicht. „Ich bin noch mittendrin in der Weihnactszeit“, sagt Stephanie Gericke. Sie lehnt sich in ihrem Wohnzimmer zufrieden in den Sessel zurück und blickt lächelnd auf den noch voll geschmückten Weihnachtsbaum. Auf der anderen Seite ihres Wohnzimmers ist noch die Porzellan-Krippe aufgebaut. „Ich kann sie ja nicht abbauen ehe die heiligen Könige nicht das Christkind erreicht haben“, sagt die 63-Jährige. Die Weihnachtsstimmung ist bei Katholikin noch längst nicht verflogen. Mit entspannter Stimme spricht sie von Weihnachtsfreuden und Segenüberbringung für das neue Jahr. Dann klingelt es an der Tür.

Stephanie Gericke freut sich über den Segen der Sternsinger. Quelle: Tobias Potratz

Die Figuren aus dem Morgenland haben sich angekündigt. Nicht nur als Trio – Caspar, Balthasar, Melchior – sind sie angekommen, sondern sogar vier junge Sänger in edlem Gewand _ einer trägt den goldenem Stern. Es sind die Sternsinger der katholischen Gemeinde St. Bonifatius, die neben dem Segen für das neue Jahr auch zwei Lieder mitgebracht haben. Dagmar Paschold zeichnet an diesem Tag gleich im doppelten Sinne für ihren Einsatz verantwortlich: Als Organisatorin und Dirigentin „Es ist für uns eine Zeit angekommen, die bringt uns eine große Freud’“, singen die jungen Heiligen und werden anschließend mit Süßigkeiten und Orangensaft belohnt.

Geld für Kinder in Bolivien

Seit 56 Jahren gibt es das Kindermissionswerk – das Hilfswerk der Sternsinger. In dessen Namen wird auch seit zwölf Jahren in Bad Belzig gesammelt.

Das Engagement richtet sich dieses Jahr gegen Diskriminierung von Jugendlichen in Bolivien und unterstützt dort in der Stadt El Alto unter anderem Fußballschulen. So soll Ausgrenzung abgebaut werden, heißt es im Werkheft des Kindermissionswerkes.

Im Hohen Fläming kommen alljährlich bis zu 1000 Euro zusammen

„Mir macht es Spaß, den Leuten die Freude zu übermitteln. Deshalb bin ich schon zum zweiten Mal dabei“, sagt die neunjährige Sternsingerin Alina aus Bad Belzig. Joaquin ist extra aus Berlin gekommen und ergänzt mit breitem Grinsen: „Es ist viel Aufwand, aber als ich gehört habe, dass es Süßigkeiten gibt, wollte ich auch mitmachen.“ Doch damit ist die Mission noch längst nicht beendet.

Christus segne dieses Haus

Mit Kreide wird die neue Jahreszahl an den Türrahmen geschrieben. Hinzu kommen die Buchstaben CMB. Die Inschrift „20 +C+M+B+16“ bezieht sich aber nicht auf die Namen der Könige, sondern auf „Christus mansionem benedicat“. Das bedeutet soviel wie: Christus segne dieses Haus.

Dieser aus dem 16. Jahrhundert stammende Brauch wird in Bad Belzig und Umgebung erst seit 2005 wieder zelebriert. Alle Familien, die sich in der Adventszeit dies gewünscht haben, sind aufgesucht worden. Nicht allein ob der bunten Kostüme bereitet es den Kindern offenkundig Spaß, Freude in andere Häuser zu bringen, sondern sie wissen, das es für ein gute Sache ist.

Freude auch bei den Protestanten

Die Wohnstube von Stephanie Gericke war an diesem Tag nur eine von insgesamt 14 Stationen der Gruppe. Am heutigen Mittwoch werden die Sternsinger erneut losziehen und dann unter anderem bei Landrat Wolfgang Blasig (SPD) erwartet. Am Wochenende sind sie dann in Treuenbrietzen und Brück unterwegs. Im Planestädtchen und Freitag in Bad Belzig ist sogar der Besuch beim Evangelischen Pfarrer geplant. „Ich freue mich, wenn sich die Kinder mit der frohen Botschaft“ auf den Weg begeben“, sagt Helmut Kautz aus Brück. „Und Segen kann es gerade nicht genug geben.“

Von Tobias Potratz und René Gaffron

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