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Potsdam-Mittelmark „Sternstunden“ im Wiesenburger Park
Lokales Potsdam-Mittelmark „Sternstunden“ im Wiesenburger Park
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18:32 27.09.2015
Zum zehnten Mal: Kultur im Lichterglanz der Wiesenburger Schlosspark. Quelle: Dirk Fröhlich
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Wiesenburg

Einen Platz auf dem „Walk Of Fame“, dem Weg des Ruhmes, konnte sich ein jeder am Sonnabend reservieren. Die Sterne – sonst ausschließlich den Prominenten auf dem Hollywood-Boulevard in Los Angeles vorbehalten – wurden nach Beschriftung, gern auch mit dem Namen des Partners, vor dem Felsenkeller nach platziert und dann per Schwarzlicht in Szene gesetzt. Der Andrang war erheblich.

Mehr als 1900 Besucher wurden am Wochenende bei der Wiesenburger Schlossparknacht gezählt. Zum zehnten Mal war das Spektakel krönender Abschluss der Gartensaison. Zum Jubiläum wurden Sternstunden mit viel Interaktion geboten.

Insgesamt gönnten sich etwa 1900 Besucher am vergangenen Sonnabend ein paar „Sternstunden“. So lautete das schließlich Motto der Wiesenburger Schlossparknacht zum Saisonausklang. Sie erlebte ihre zehnte Auflage, gleichwohl das Spektakel neuerdings lediglich alle zwei Jahre stattfindet. Mehr denn je lebt es von seiner Interaktion. Das meint nicht nur die gute Tradition, dass ein halbes Dutzend kreativer Köpfe mit wenig Geld und viel Fantasie die Ideen entwickelt, die am Veranstaltungstag schließlich von mehr als 100 Helfern umgesetzt werden. So galt es dieses Mal, nicht nur bei Einbruch der Dämmerung insgesamt 11000 Kerzen an Wegen und auf Beeten zu entzünden sowie 22 beeindruckende Lichtinstallationen und Spots zu errichten. Mal war es das Ausmaß wie beim Nordstern bestehend aus 3000 Kerzen, mal die Originalität wie bei „Der vierte Stern“ (Weltpokal und DFB-Trikot im Scheinwerferlicht), mal war es die Sammlung von Flaschen, mit der die Milchstraße geradezu unerwartet bunt daherkam.

Außerdem wurden alle zwölf Sternzeichen zum einen vom Publikum abgefragt und zum anderen interpretiert. Skorpion oder Wassermann allemal für jeden erkennbar, brauchte es bei anderen Exponaten etwas Intention. Das Etikett vom Wiesenburger Bockbier auf dem Steintisch war also kein Hinweis auf einen Versorgungsstand mit historischem Gebräu. Nicht wenige Gäste jedenfalls, die somit den 2,5 Kilometer langen Rundweg buchstäblich nach Plan abliefen, um keines der Symbole zu verpassen, um letztlich an einer Tombola teilzunehmen. „Weitgehend ungelöst blieb allerdings das Rätsel um das Schwarze Loch nahe dem Tennisplatz“, stellte Organisationschef Ulrich Jarke mit einem verschmitzten Lächeln fest. Familie Bensch aus Neuehütten hingegen zeigte dem Nachwuchs vor, wie er Papiersterne falten kann.

Finale mitten auf dem Schlossteich

Passend ausgesucht die Kulturbeiträge auf den sechs Bühnen, wobei das Vokalensemble „Bellies“ krankheitsbedingt hatte passen müssen. Nicht alltäglich die Kombination des Tanzes von Marie Kolinsky zu den Kontrabassklängen von Dietmar Roth, vielseitig und gefühlvoll die Gongschläge von Volker Lauckner und schließlich entspannt das Harfenspiel von Anastasia Makropoulou auf der Terrasse. Sie hatte mit der von Videokünstlerin Inez Litterst gestalteten Südfassade eine besondere Kulisse.

Der schönste Platz – mitten auf dem Schlossteich – blieb indes bis zum Finale reserviert. Felix Dubiel aus Potsdam am Piano und Opernsänger Enrico Wenzel aus Ziezow bekamen das letzte Rampenlicht. Lediglich zweimal hatten sie vorher geprobt, doch wurde es ein krönender Abschluss. Mit dem Ohrwurm „Summertime“ wurden die Besucher in die Nacht entlassen. Der Mond schien, von reichlich Sternen flankiert. Diesen Lohn hatten sich die Mitwirkenden allemal verdient.

Von René Gaffron

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