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Potsdam-Mittelmark Stippvisite in der Willkommensklasse
Lokales Potsdam-Mittelmark Stippvisite in der Willkommensklasse
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17:01 13.09.2017
Hanswalter Werner hilft Kindern aus Syrien und Tschetschenien, Deutsch als Zweitsprache zu lernen. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Brandenburg/H

Hanswalter Werner, der langjährige frühere Direktor des von Saldern-Gymnasiums in Brandenburg, lässt die Pädagogik nicht los. Seit mehr als zwei Jahren unterrichtet Hanswalter Werner Flüchtlingskinder in der Gebrüder-Grimm-Grundschule in Brandenburg. Dafür erhielt er bereits einen Landeslehrerpreis. Der 69-jährige Unruheständler ruft auch andere Brandenburger dazu auf, bei der Integration der aus Kriegsgebieten geflüchteten Menschen zu helfen. Für Werner, der das flotte gymnasiale Lerntempo gewöhnt ist, ist dieser Unterricht eine komplette Umstellung. Da muss er auch einmal mit einem bockigen Zehnjährigen zu Rande kommen, der ein paar Minuten vom Unterricht ausgeschlossen wird, weil er störte.

Zehn Kinder aus Syrien und Tschetschenien besuchen die Willkommensklasse, die Frankwalter Werner und seine Kollegin Ekatarina Kötschau unterrichten. Weitere Vorbereitungsklassen für Flüchtlingskinder bestehen an der Sprengel-Grundschule, an der Tschirch-Oberschule, am Oberstufenzentrum Carl Reichstein und zukünftig nach Angaben des Sozialbeigeordneten Wolfgang Erlebach (Die Linke) auch an der Berufsorientierten Oberschule Kirchmöser.

Fünf Willkommensklassen in Brandenburg an der Havel

80 Flüchtlingskinder zwischen sechs und 16 Jahren leben derzeit in Brandenburg. Das entspricht etwa den Vorjahreszahlen. Ende 2015, als der Flüchtlingsstrom in Deutschland begann, konnten Willkommensklassen gar nicht so schnell gegründet werden, wie sie gebraucht wurden. „Im Moment reichen diese fünf Klassen“, sagt die für Schulverwaltung zuständige Fachbereichsleiterin Viola Cohnen. „Wenn der Familiennachzug kommt, wird es vermutlich weiteren Bedarf geben.“

Ekatarina Kötschau zeigt einer Schülerin die richtige Seite im deutsch-arabischen Lehrbuch. Quelle: JACQUELINE STEINER

Meist bleiben die Jungen und Mädchen ein halbes Jahr in der Willkommensklasse, manche auch deutlich länger. In dieser Zeit haben die Flüchtlingskinder 20 Stunden in der Woche Deutschunterricht und die übrige Zeit besuchen sie die Regelklassen. Wenn sie dort dem Unterricht sprachlich folgen können, geht für sie die Zeit in der Willkommensklasse zu Ende.

Ekatarina Kötschau kommt aus Weißrussland. Bereits dort hat sie Deutsch und Englisch an einer Universität unterrichtet. Seit 2012 lebt die heute 35-Jährige in Brandenburg. Sie kann sich gut einfühlen in die Kinder, sie weiß wie es ist, neu anzufangen in Brandenburg. Das Schwierigste sei, „dass die Kinder aus einem anderen Kulturkreis kommen“, sagt sie. Jungen haben einen anderen Stellenwert in vielen der Familien. Sich bei einem Spiel von einem Mädchen führen zu lassen, ist für einige Jungen nicht einfach. Das Schönste aber sei die Wissbegier der Kinder.

Beharrlich und geduldig führen sie den Unterricht

„Bitte geben Sie mir eine Schere, Frau Kötschau.“ Beharrlich fordert Ekatarina Kötschau von jedem Kind an diesem Tag diesen Satz, laut, deutlich und fehlerfrei gesprochen. „Noch einmal“, sagt sie dann, wenn das nicht gelingt. Und nach und nach sagt jedes der Kinder diesen Satz und bekommt von der Lehrerin dann eine Schere ausgehändigt. Mit der gilt es heute, einen Umschlag zu basteln. „Bitte geben Sie mir einen Luftballon“, ruft da der kecke Omron. Der Achtjährige aus Syrien lebt seit 2015 mit seinen Eltern in Brandenburg. Wenn er nicht die Willkommensklasse besucht, nimmt er am Unterricht der 4. Klasse teil. „Deutsch ist mein Lieblingsfach“, frohlockt er.

Hanswalter Werner berichtet, wie schwierig es ist, sich von Kindern zu verabschieden, deren Familien abgeschoben werden. „Wenn das Kind hier sitzt und weint.“ Er erzählt auch davon, wie herzlich viele Menschen auf die Kinder reagieren, wenn sie Ausflüge unternehmen und Brandenburger treffen. „Sie sind wirklich willkommen“, freut sich Werner und räumt ein: Flüchtlinge zu unterrichten, „macht Spaß, aber man braucht Geduld. Es gibt Phasen, da geht es nicht voran und plötzlich doch.“

Von Marion von Imhoff

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