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Stoff für ein spannendes Buch

Einbaum von Ziesar nachgebaut Stoff für ein spannendes Buch

Die Slawen haben es vorgemacht. Archäologen und Studenten trauten sich an einen Nachbau. Seit dem vergangenen Jahr steht das Duplikat des Einbaums von Ziesar auf dem Burghof des Fienerstädtchens. Ein Buch erinnert an das spektakuläre Experiment.

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Thorsten Helmerking, Hans Joachim Behnke und Christof Krauskopf (v.l.) mit dem Einbaum-Buch.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Brandenburg/Ziesar. Der Nachbau eines slawischen Einbaums im vergangenen Jahr war ein erfolgreiches archäologisches Experiment. Doch mit der Aufstellung des über acht Meter langen Bootes auf dem Burghof von Ziesar sollte das Aufsehen erregende Projekt nicht zu Ende sein. Die mehrwöchige und schweißtreibende Handarbeit auf dem Hof des Archäologischen Landesmuseums in Brandenburg gab Stoff für ein reich bebildertes Buch, das in dieser Woche der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Unter dem Titel „Schwimmendes Holz“ erinnern die Autoren in mehreren Kapiteln an die Geschichte des 1935 in Ziesar gehobenen Originals und an die Idee für ein Duplikat im Maßstab 1 : 1.

Der originale Einbaum von Ziesar vor seiner Überführung aus dem Kulturhistorischen Museum in Magdeburg in das brandenburgische Wünsdorf

Der originale Einbaum von Ziesar vor seiner Überführung aus dem Kulturhistorischen Museum in Magdeburg in das brandenburgische Wünsdorf.

Quelle: Frank Bürstenbinder

„Ich glaube in Ziesar ist man froh einen Nachbau zu haben, statt sich um das sehr empfindliche Original kümmern zu müssen“, sagte Archäologe Christof Krauskopf vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum. Ins Paulikloster, dem Domizil des Landesmuseums passt der Einbaum wegen seiner Größe nicht hinein. „Wir müssten eine Wand durchbrechen. Deshalb bleibt das Boot vorerst im Museumsmagazin in Wünsdorf“, so Krauskopf.

Der nachgebaute Einbaum bei seiner Jungfernfahrt auf dem Brandenburger Stadtkanal

Der nachgebaute Einbaum bei seiner Jungfernfahrt auf dem Brandenburger Stadtkanal.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Das 75 Seiten starke Buch mit einem Vorwort von Landesarchäologe Franz Schopper wurde zunächst in einer Auflage von 800 Stück gedruckt. Neben dem Landesmuseum wird es auch im Burgmuseum von Ziesar zu kaufen sein. Die Initiatoren des Nachbaus unter Trägerschaft der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH erstellten außerdem eine mobile Begleitausstellung, die über die verschiedenen Arbeitsschritte vom zehn Tonnen schweren Eichenstamm bis zum schwimmfähigen Einbaum reichen. Die Ausstellung soll in Abstimmung mit Ziesars Museumsleiter Clemens Bergstedt bald auch auf der Burg zu sehen sein. Olympia-Kanutin Birgit Fischer berichtet im Buch über ihre Erfahrungen bei der Jungfernfahrt mit dem auf dem Namen Hodika getauften Einbaum.

Von Frank Bürstenbinder

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