Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Stolz auf den vergoldeten Altar
Lokales Potsdam-Mittelmark Stolz auf den vergoldeten Altar
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:52 02.01.2018
Kirche Schlalach: Die Verkündigung der Geburt Jesu durch Erzengel Gabriel an Maria. Quelle: Christiane Sommer
Schlalach

Der spätgotische Flügelaltar in der Kirche von Schlalach gilt als deren größter Schatz. Das reich vergoldete Werk aus katholischer Zeit soll nach mündlicher Überlieferung bis in das Jahr 1522 als Nebenaltar in der Stadtkirche zu Wittenberg gestanden haben. Einer katholischen Familie soll es zu verdanken sein, dass der um 1480 entstandenen Altar die Zeit der Bildenstürme unbeschadet überstehen konnte.

Die Kirche in Schlalach im Hohen Fläming hat viel zu bieten: besondere Malereien, eine Schuke-Orgel und ein Mauerwerk, das auch mit Raseneisensteinen errichtet worden ist.

Es heißt, sie hielten ihn versteckt. Durch Kauf gelangte derselbe später an die Patronatsfamilie von Oppen, die ihn 1594 in der Dorfkirche zu Schlalach aufstellen ließ. Als ihren „berühmtesten Schlalacher“ bezeichnet die Gemeinde im übrigen jenen Matthias von Oppen, der von 1585 bis 1621 Domherr und Domdechant in Halberstadt gewesen ist.

Seit einiger Zeit hat sich in der Kirche jedoch ein zweites Glanzstück zum vergoldeten Altar gesellt. Still und leise hat die Gemeinde am Reformationstag des vergangenen Jahres einen alten Deckenleuchter wieder in Dienst gestellt – nach einer umfassenden und gründlichen Restaurierung.

Auf dem Dachboden des Pfarrhauses abgelegt

Bis in die 1970er Jahre hing der Leuchter schon einmal in dieser Kirche, jedoch viel weiter vorn. „Etwa über dem Taufstein“, sagt Ulrich Knopke vom Gemeindekirchenrat. Der 62-Jährige kann sich noch gut daran erinnern. Auch daran, wie der alte Leuchter abgenommen wurde. „Aus Sicherheitsgründen, die elektrische Anlage war damals nicht mehr in Ordnung“, glaubt er zu wissen. Auf dem Dachboden des Pfarrhauses abgelegt, geriet er in Vergessenheit. „Aber zum Glück nicht vollkommen“, bemerkt Knopke.

Wer der Stifter des gut und gerne 1,20 Meter im Durchmesser großen Leuchters war, vermag aber auch er nicht zu sagen. Obwohl er als Ortschronist viel über und aus der Vergangenheit von Kirche und Dorf erzählen kann, hat der nunmehr restaurierte Leuchter von seinen Geheimnissen bislang kaum etwas preisgegeben. „Wir wissen nicht, wann er in unsere Kirche kam. Aber wir vermuten, dass ein Zusammenhang mit der Elektrifizierung des Dorfes zwischen 1920 und 1922 besteht“, so der 62-Jährige.

Restaurierung wurde pünktlich fertig

Die ursprüngliche Annahme, dass der Leuchter älter und ursprünglich mit Kerzen bestückt gewesen sein könnte, hatte sich im Zusammenhang mit der Restaurierung zerschlagen. Eine vierstellige Summe investierte die kirchliche Gemeinde in die Überarbeitung, die pünktlich zum Ausklang des Reformationsjahres beendet werden konnte.

Martin Luther, dessen Bildnis neben dem Altar hängt, hätte wohl seine Freude am Engagement der Schlalacher um ihre Kirche gehabt. „Das Bild ist von Pfarrer Johannes Messerschmidt gestiftet“, erklärt Gemeindesekretärin Ute Hahn. Der Geistliche, der von 1935 bis 1951 im Dorf wirkte, der Bekennenden Kirche angehörte und der erst 1948 aus russischer Gefangenschaft zurückkehrte, wollte mit dem Lutherbild die Schlalacher daran erinnern, immer standhaft zu bleiben. Wie Luther vor dem Reichstag zu Worms (1521).

Die Stürme der Zeit nicht spurlos überstanden

Griffbereit hält Ute Hahn diverse Faltblätter, die über den Kirchenbau selbst und deren Ausstattung berichten. Schließlich sind die Schlalacher stolz auf ihr mittelalterliches Gotteshaus, an dem die Stürme der Zeit nicht spurlos vorüber zogen und das die wechselvollen Jahrhunderte auf eindrucksvolle Weise in sich widerspiegelt.

Die aus Feld-, Back- und Raseneisenstein erbauten Umfassungsmauern wurden auf einem aus dem Jahr 1215 von Zisterzienser-Mönchen erbauten Vorgängerbau errichtet. Spitzbogenfenster mit Backsteingewänden veränderten ihr Antlitz im 17. und 18. Jahrhundert. Darüber hinaus hatte der mächtige Westturm, wie historische Ansichtskarten belegen, ehemals ein anderes Aussehen. Eine Granate zerschoss im April 1945 die 16 Meter hohe Turmspitze. Nicht wieder aufgebaut schließt seit dieser Zeit ein quergestelltes Satteldach den Kirchturm.

Im Kircheninneren komplettieren eine aus romanischer Zeit stammende Sandsteintaufe und eine barocke Kanzel die Ausstattung. Im Außenbereich stehen an der Südwand der Kirche Grabmale mit teils verwitterten Inschriften. Kurzum, die Schlalacher Kirche ist einen Besuch wert.

Von Christiane Sommer

Fast ihre gesamte Freizeit verbringen Antje und Thomas Wöhling in Wald und Flur. Seit 17 Jahren filmt das Ehepaar aus Tucheim die Naturschönheiten der wildreichen Heimat. Am Wochenende ist es wieder Zeit für eine öffentliche Präsentation der einmaligen Dreharbeiten. Denn einen säugenden Rothirsch hat wohl bisher niemand gesehen.

02.01.2018

Brandschutz ist wichtig. Doch in den nächsten fünf Jahren will sich das Amt Ziesar vor allem um die Modernisierung des Schulstandortes Ziesar kümmern. Im Rahmen der Stadtsanierung sollen drei Millionen Euro investiert werden. Schwerpunkt ist die energetische Sanierung der Gebäude. Außerdem sind Aufzüge geplant.

02.01.2018

Nun ist nicht mehr nur die Kirche von Neuendorf offiziell gefährdet. Das Gutachten eines Diplom-Biologen zeigt, dass in dem Gotteshaus offenbar mehrere Fledermausarten leben. Eine von ihnen steht der auf der Roten Listen der gefährdeten Tierarten. Gesehen und identifiziert hat die Mopsfledermaus allerdings noch niemand.

21.02.2018