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Strahlende Augen sind der schönste Dank

Ehrenamtliche Helfer für Menschen mit Behinderung Strahlende Augen sind der schönste Dank

Das Evangelische Diakonissenhaus Berlin-Teltow-Lehnin hat viele Ehrenamtliche, auf die es sich stützen kann. Besonders im Familienentlastenden Dienst, den es seit zehn Jahren gibt, engagieren sich 24 Menschen. Eine von ihnen ist Doris Johl.

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Doris Johl betreut ehrenamtlich drei behinderte Menschen.

Quelle: privat

Teltow. Das mit dem Ruhestand hat Doris Johl nicht ganz wörtlich genommen. Als sich die langjährige Industriekauffrau 2006 aus dem Berufsleben zurückgezogen hat, suchte sie sich einen neuen Aufgabenbereich. „Ich wollte weiter aktiv bleiben, meine Energie einbringen“, erzählt die Seniorin. Da kam eine Zeitungsannonce gerade rechtzeitig.

Das Evangelische Diakonissenhaus Berlin-Teltow-Lehnin suchte Helfer, die Zeit und Gespür mitbringen, um sich ehrenamtlich bei der Betreuung von Menschen mit Behinderung zu engagieren. Es ging um den sogenannten Familienentlastenden Dienst. Dabei handelt es sich besonders um die Betreuung von Kindern und Jugendlichen ab sechs Jahren.„Ich habe nicht lange überlegen müssen, denn Menschen zu betreuen, macht mir einfach Freude“, so Doris Johl. In den vergangenen neun Jahren hat Doris Johl ihre spontane Entscheidung nicht einen Tag lang bereut. Gleich drei Menschen widmet sie seither regelmäßig einen Teil ihrer Zeit. Zu ihnen gehört auch eine 51-jährige Frau, die in einer Werkstatt für behinderte Menschen arbeitet und im Betreuten Wohnen lebt. Alle zwei Wochen trifft sich Doris Johl mit der Frau. „Wir machen dann Spaziergänge, bummeln durch die Stadt oder machen Brettspiele“, erzählt die Helferin. Auch Kunst und Kultur stehen auf dem Programm. „Wir waren zum Beispiel schon oft im Friedrichstadtpalast in Berlin oder auf Schloss Diedersdorf.“

Und wie sind die Belastungen im Ehrenamtsdienst? Die Rentnerin winkt energisch ab. „Ich bekomme ja so viel zurück. Für mich ist das Labsal, wenn die Augen strahlen“, sagt sie. Nicht zuletzt deswegen könne sie ein ehrenamtliches Engagement für den Familienentlastenden Dienst „nur weiterempfehlen“. Die einzigen Voraussetzungen: „Viel Herz und ein bisschen Geduld sollte man schon mitbringen.“ Der Familienentlastende Dienst, der in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feierte, hat einen besonders großen Bedarf an Helfern in der Region Teltow/Kleinmachnow/Stahnsdorf sowie in Werder und Groß Kreutz, sagt Diakonissenhaus-Sprecher Alexander Schulz. Während der Betreuung haben die Angehörigen Zeit, einmal etwas für sich zu tun, um wieder aufzutanken. Schließlich sollen die Betreuungsaufgaben ihres behinderten Familienmitgliedes nicht zu sehr an die eigene Substanz gehen.

Doch auch die Freiwilligen lässt man nicht allein. Laut Schulz werden sie in speziellen Kursen auf die Einsätze vorbereitet. Außerdem finden einmal im Monat Helfertreffen statt, die dem gegenseitigen Austausch von Erfahrungen dienen. „Dort können wir dann gemeinsam darüber sprechen und unser Herz erleichtern“, sagt Doris Johl dankbar.

24 Helfer für Familien

Im Familienentlastenden Dienst des Diakonissenhauses Berlin Teltow Lehnin betreuen momentan 24 Ehrenamtliche 40 Menschen mit Behinderung.

Ein Helfereinsatz dauert zwei bis drei Stunden; pro Monat für jeden Betreuten 10 bis 22 Helferstunden. Der Helferkreis trifft sich einmal im Monat.

Kontakt: Interessenten, die Betreuer werden wollen, melden sich bei Silvia Rosenfeldt, Telefon (03328) 43 33 21.

 

 

Von Claudia Krause

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