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Straßenausbau sorgt weiter für Unmut

Sanierung in Gömnigk Straßenausbau sorgt weiter für Unmut

Planer und Anwohner werden sich bei der Sanierung der Gömnigker Ortsdurchfahrt nicht einig. Drei Punkte sorgen für besonderen Unmut: Die Zahl der Parkplätze, wo die Umleitungsstrecke langführen wird und dass die Bushaltestelle direkt an die Bundesstraße gelegt werden soll. Zumindest für ein Problem konnte nun aber ein Kompromiss gefunden werden.

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Die Haltestelle an ihrem alten Standort in der Wendeschleife zu belassen, ist nicht möglich. Es konnte aber eine andere Lösung gefunden werden.

Quelle: Thomas Wachs

Brück. Die Sanierung der Gömnigker Ortsdurchfahrt bleibt weiter Streitthema zwischen Planern und Anwohnern. Für den größten Unmut sorgen nach wie vor die Zahl und die Anordnung der künftigen Parkplätze sowie die geplante Verlegung der Bushaltestelle von der Wendeschleife an den Fahrbahnrand in Richtung Bad Belzig. Auch die Frage nach einer Umleitungsstrecke während der Bauarbeiten ist noch nicht abschließend geklärt.

Zumindest für die Verlegung der Haltestelle konnte jetzt aber in einer außerplanmäßigen Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur ein Kompromiss gefunden werden. In der Wendeschleife wird ein zusätzliches Haltestellenschild aufgestellt, damit Busse während der Schulzeit dort halten und die Kinder sicher einsteigen können. „Voraussetzung ist jetzt nur noch, dass auch der Busunternehmer dieser Lösung zustimmt“, sagte Joachim Schlinger vom Landesbetrieb Straßenwesen (LS). Brücks amtierender Bürgermeister Michael Klenke (SPD) sagte, er gehe davon aus, dass es in dieser Hinsicht keine Probleme gebe.

Haltestellen müssen ab 2021 mobilitätsgerecht sein

Eine Anwohnerin hatte Christian Kaula vom Potsdamer Planungsbüro und Joachim Schlinger in der Sitzung scharf kritisiert. „Ich vermisse echte Alternativen, Sie scheinen hier morgens noch nicht an der Bundesstraße gestanden zu haben“, rief sie. „Die Lösung ist völlig indiskutabel.“ Die Haltestelle komplett in der Wendeschleife zu belassen, sei aber nicht möglich, weil der Bus dort mit seinen Hinterrädern nicht gerade an den Bordstein fahren könne, erklärte Kaula. „Bushaltestellen müssen auf einer Länge von 18 Metern gerade ausgebaut werden.“ Joachim Schlinger ergänzte, dass Kommunen ab 2021 ohnehin mobilitätsgerechte Haltestellen vorweisen müssten, um auch Menschen mit Rollstuhl oder Rollator den leichten Zustieg zu ermöglichen. Michael Klenke stimmte Schlinger in diesem Punkt zu. Die zusätzliche Haltemöglichkeit zur Schulzeit sei seiner Meinung nach eine praktikable Lösung.

Matthias Schimanowski (Pro Brück) kritisierte nach den Ausführungen von Christian Kaula, dass die von den Stadtverordneten eingefügten Änderungen für den Entwurf nicht berücksichtigt worden seien. Im dritten Bauabschnitt seien zum Beispiel gar keine Parkplätze vorgesehen. „Die Parkflächen sind noch Thema, bei den Gesprächen ist auch die Kommune mit im Boot“, antwortete Kaula. Michael Klenke konkretisierte auf Nachfrage, dass es noch mal Gespräche mit den Anwohnern geben solle, um deren Bereitschaft abzufragen, für die Parkplätze ein Stück Grundstücksfläche abzugeben. „Wir werden außerdem in den Ausschüssen beraten, wo zusätzliche Parkplätze hin könnten und dann muss die Stadtverordnetenversammlung im Mai endgültig entscheiden“, sagte Klenke.

Streitthema Umleitungsstrecke

Zum Thema Umleitung erklärte Joachim Schlinger: „Die vom Bund angewiesene Umleitung geht über Treuenbrietzen und die Autobahn. Darüber hinaus kennt jeder das innere Straßennetz und wird das sicher auch nutzen, beispielsweise die Eisenbahnstraße." Das sei keine Straße, sondern ein Sandweg, rief daraufhin ein Anwohner. Schimanowski erinnerte daran, dass die Stadtverordneten auch die Niemegker Straße für eine mögliche Umleitung ins Spiel gebracht hatten.

„Diese Umleitungsstrecke wird vom Bund nicht genehmigt“, sagte Schlinger. Auch die Eisenbahnstraße auszubauen, sei nicht möglich, es würden lediglich die wegen der Umleitung entstehenden Schäden vom Bund bezahlt. „Wer hier wohnt, der kommt auf jeden Fall rein und raus, ohne ständig lange Umleitungswege zu fahren“, versicherte Christian Kaula.

Planung läuft seit 2014

Die Planung für die Sanierung der Ortsdurchfahrt hat bereits 2014 begonnen.

Der Vereinbarung mit dem Landesbetrieb Straßenwesen hatten die Brücker Stadtverordneten im vergangenen Jahr zugestimmt – jedoch unter der Prämisse, dass noch einmal Rücksprache mit den Einwohnern gehalten wird.

Denn mehr als die Hälfte der 311 000 Euro Baukosten, die die Stadt Brück zahlt, werden auf die Anlieger umgelegt.

Insgesamt kostet der Ausbau rund 2,1 Millionen Euro.

Die Planung für die Straßensanierung liegt im Amt Brück aus und kann von den Anwohnern eingesehen werden. Joachim Schlinger sagte nach der Sitzung: „Die Gemeindevertreter und die Mehrheit der Anwohner sind für die Entwurfsplanung. Einzelne Personen nicht, das ist bekannt.“ Schlinger geht aber trotzdem davon aus, dass die Gemeinde den Entwurf mitträgt.

Von Josephine Mühln

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