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Streit um Niemegker Tongrube schwelt weiter

Investor vor dem Vermittlungsausschuss Streit um Niemegker Tongrube schwelt weiter

Die Pläne für die Umgestaltung des ehemaligen Tontagebaus am Niemegker Stadtrand liegen wegen eines Rechtsstreits seit zwei Jahren auf Eis. Doch auch vor dem eingesetzten Vermittlungsausschuss, dessen Mitglieder von den Plänen grundsätzlich begeistert sind, konnte der großspurig auftretende Investor Ulrich Pietrucha längst nicht alle Zweifel beseitigen.

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Bei einem Vor-Ort-Termin traf sich vor wenigen Wochen der Untersuchungsausschuss mit Investor Ulrich Pietrucha (3.v.l.).

Quelle: Uwe Klemens

Niemegk. Die Zukunft des einstigen Tontagebaus am Niemegker Stadtrand bliebt weiterhin ungewiss. Seit Jahren ringen Investor Ulrich Pietrucha und das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) vor Gericht um die endgültige Gestaltung des Areals. Ein auf richterliche Empfehlung gebildeter Vermittlungsausschuss der Stadtverordneten hat inzwischen seine Arbeit aufgenommen und sich vom Investor dessen Vorstellungen erläutern lassen. Der von Pietrucha beauftragte Bad Belziger Landschaftsarchitekt Gunnar Lange erläuterte dabei den vor zwei Jahren auf Eis gelegten Planungsstand.

Erlebnisparcours könnte entstehen

Demnach könnte aus dem Gelände im Laufe der nächsten Jahre ein Erlebnisparcours für Hobby- und Profi-Radsportler jeder Altersklasse und damit ein Besuchermagnet werden, da es ein vergleichbares Kompaktangebot in der Region nirgends gäbe. Eine Geländerundkurs mit einer Streckenlänge von 4,5 Kilometer, Schikanen und Sprungschanzen aller Schwierigkeitsgrade und begrünte Ruhezonen wären ein ideales Ziel für sportliche Familien- und Vereinsausflüge, Trainingslager und sportliche Wettkämpfe.

Im Vermittlungsausschuss zeigte man sich vom Projekt durchgängig beeindruckt, beharrte jedoch zugleich auch auf einer verbindlichen Aussage Pietruchas, ob er das Vorhaben finanziell stemmen könnte. Mit seiner Aussage, dass er als erfahrener Kaufmann die Idee sonst wohl kaum verfolgen würde, zeigte sich Ulrich Pietrucha hingegen wenig kooperativ, die vorhandene Zweifel am Erfolg seines Projektes zu zerstreuen.

Arael ist 45 Hektar groß

Das Tonabbaugebiet Niemegk umfasst drei Restlöcher auf einer Fläche von 45 Hektar. Teilweise sind darin bereits Seen entstanden.

Die Vermögensverwaltung Chris-Cat-GmbH Niemegk ist seit Januar 2008 Betreiberin des örtlichen Tonabbaugebietes.

Zwischenzeitlich hatte die Siba-Gesellschaft für Kultivierung, Erschließung und Verwaltung von Industriegeländen mbH (Siba) das Areal bewirtschaftet.

Ursprünglich hatte die Niemegker Grundstücksverwaltungs GmbH — so hieß die erste Unternehmung von Ulrich Pietrucha — das Bergbaugelände von der Teuhand-Gesellschaft erworben.

Im Besitz des Niemegker Unternehmers ist auch ein zweites ehemaliges Tonabbaugebiet in der Marienthaler Trottheide im Landkreis Oberhavel. Wegen langjähriger Gerichtsverfahren liegt es brach.

Auch seine Zuversicht, den laufenden Rechtsstreit mit dem Bergbauamt auf jeden Fall zu gewinnen, wurde im Ausschuss nicht geteilt. Hauptstreitpunkte sind dabei die zulässige Höhe des aus Bauschutt bestehenden Berges, sowie die Qualität des Mutterbodens, mit dem das gesamte Areal am Ende abgedeckt werden muss. Nach Überschreiten der ursprünglich beantragten Höhe von 84 Metern um weitere 6 Meter hatte das Bergbauamt vor zwei Jahren einen Einlagerungsstopp verfügt, der vom Gericht jedoch bis zu einem endgültigen Urteil aufgehoben wurde. „25 Meter in der Höhe und dann entsprechend abgestuft in der Fläche brauche ich aber noch, um aus den Einnahmen das Projekt zu finanzieren“, so Pietrucha. Eine entsprechende Befürwortung durch die Niemegker Stadtverordneten hätte möglicher Weise Einfluss auf das endgültige Urteil.

Fachliche Bedenken

Keine Chance für eine Genehmigung des Plans sieht jedoch der für Bergbausanierung zuständige LBGR-Dezernent Hans-Georg Thiem. „Die Gesetzeslage lässt es nicht zu, dass über die ursprünglich genehmigte Höhe hinausgegangen wird.“ Neben ökologischen Bedenken spielen laut Thiem dabei auch die negativen Erfahrungen eine Rolle, die man mit dem Investor bereits bei einem ähnlichen Projekt im Landkreis Oberhavel gemacht habe. „In Niemegk hat Herr Pietrucha einfach vollendete Tatsachen geschaffen und damit jahrelang Geld verdient. Nun hofft er auf eine nachträgliche Genehmigung.“ Die fachlichen Bedenken seiner Behörde im Ausschuss zu erläutern, sei er jederzeit gerne bereit.

Von Uwe Klemens

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