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Potsdam-Mittelmark Streit um Radspuren auf Ortsdurchfahrt
Lokales Potsdam-Mittelmark Streit um Radspuren auf Ortsdurchfahrt
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00:20 05.10.2015
Auf der Brücker Straße des Friedens soll es künftig Radspuren statt Radweg geben. Quelle: Thomas Wachs
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Brück

Noch wird längst nicht gebaut. Doch schlagen die Wogen in Brück schon jetzt hoch zu den Plänen des Landesbetriebes Straßenwesen Brandenburg (LBS). Dieser will im Jahr 2017 einen Teil der Bundesstraße 246 in der historischen Ortslage sanieren lassen. Die Straße des Friedens soll dabei von der Kreuzung mit der Brandenburger Straße bis zum Ortsausgang in Richtung Brück-Ausbau neu gestaltet werden. Bei der Kommune stößt die jetzt vorgelegte Vorplanung auf Kritik. Michael Landes vom LBS und eine beauftragte Planerin stellten die von ihnen gemeinsame erarbeitete Vorplanung in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur, Stadt- und regionale Entwicklung in Brück vor. Demnach sollen neben der sieben Meter breiten Fahrbahn stadtauswärts auf der rechten Seite auch der Gehweg ansprechend gestaltet und Parkflächen neu angelegt werden. Einen gesonderten Radweg wird es danach nicht mehr geben. Vielmehr sollen Radfahrer beidseits auf zwei durch Markierungen ausgewiesenen, je 1,50 Meter breiten, Sonderstreifen auf der Fahrbahn geführt werden.

Überfahrbare Radspuren gibt es bereits auf der B 246 in Brück-Gömnigk. Quelle: Thomas Wachs

Dies stieß bei den Ausschussmitgliedern auf Kritik. Sie sehen darin Gefahren für Radfahrer. Zudem werde dadurch der fließende Verkehr ausgebremst, fürchtet etwa Michael Klenke (SPD). Denn oft gebe es bei Sperrungen auf der Autobahn 9 auch starken Lastwagenverkehr auf der offiziellen Umleitungsstrecke durch das Stadtzentrum.

Michael Landes verteidigte den Entwurf. Der Planer des LBS verwies auf gute Erfahrungen aus anderen Orten. „Dort funktionieren die Radstreifen auch bei wesentlich stärkerem Verkehrsaufkommen als hier bei ihnen“, so Landes. Zudem gebe es Empfehlungen von Radfahrerverbänden, die diese Verkehrsführung favorisieren. „So werden Radfahrer nicht verdrängt, sondern sind als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer wahrnehmbar“, argumentierte der Planer.

Anlieger finanziell gefordert

Nach dem Ausbau der Ortsdurchfahrt Brück werden auch Anlieger zur Kasse gebeten. Sie müssen Beiträge für die Sanierung des künftig schmaleren Gehweges sowie der Straßenlampen beisteuern.

Die Höhe der Beiträge richtet sich nach den in der kommunalen Satzung für die jeweilige Straßenkategorie festgelegten Prozentsätzen.

Allgemein baut der Landesbetrieb an Bundesstraßen keine kombinierten Geh- und Radwege mehr. Diese auch an der Ernst-Thälmann-Straße in Brück einst praktizierte Lösung war immer allein vom Land finanziert worden.

Radspuren auf der Fahrbahn gibt es in Brück bereits auf den sanierten Brücken an der B 246 im Stadtteil Gömnigk. Dort sollen sie bei dem für nächstes Jahr geplanten Ausbau der Ortsdurchfahrt so fortgeführt werden.

Abgeordnete und berufene Bürger würden sich indes wünschen, den Radverkehr stadtauswärts wie bisher auf einem kombinierten Geh- und Radweg zu führen. „Stadteinwärts bietet sich dafür die Mittelreihe an, wo nur Anliegerverkehr herrscht“, schlug Günther Fischer als berufener Bürger vor. Dieser im Rahmen der Altstadtsanierung schon vor Jahren sanierte Bereich ist jedoch nicht Gegenstand der aktuellen Ausbauplanung. In der Zone sei kein zügiger Radverkehr möglich, sagte Michael Landes. Er verwies auf den Europaradweg R 1, der direkt durch die Stadt führt. „Auch Touristen wollen wir eine vernünftige und zügig zu befahrene Strecke bieten“, erklärte der Planer. „Der Weg durch die Mittelreihe bleibt als Variante ja nutzbar“, so der Mitarbeiter des Landesbetriebes. Er verspricht sich von der Sanierung eine Aufwertung des Stadtbildes. Dazu sind auch Grünflächen sowie Querungshilfen für Fußgänger vorgesehen.

Die Route über die Anliegerstraße Mittelreihe bleibt als alternative Radstrecke. Quelle: Thomas Wachs

Probleme bereitet derzeit noch die Gestaltung des unübersichtlichen Kreuzungsbereiches an den Einmündungen der Brandenburger Straße und der Ernst-Thälmann-Straße. Verhandlungen über einen Ankauf des Eckhauses zur Ernst-Thälmann-Straße mit dem privaten Eigentümer brachten noch kein Ergebnis, erklärte Michael Landes in der Ausschusssitzung. Ihm schwebt vor, das marode Gebäude abzureißen. So soll mehr Platz für einen breiteren Gehweg sowie einen besser einsehbaren Kurvenverlauf geschaffen werden.

Von Thomas Wachs

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