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Streit um Rathausbrunnen spitzt sich zu

Verwirrung um Sabinchenfigur Streit um Rathausbrunnen spitzt sich zu

Im Streit um die künftige Figur auf dem Treuenbrietzener Rathausbrunnen stiftet der Heimatverein nach Ansicht einiger Bürger nun Verwirrung. Mit Postwurfsendungen ruft er zu Spenden für die Rettung der Sabinchenskulptur auf. Dies freilich bezieht sich auf den neuen Standort. Denn die Heimatfreunde wollen jetzt den Kurfürsten Friedrich I. wieder auf den Sockel heben.

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So könnte Treuenbrietzens Sabinchen künftig an den Hakenbuden stehen.

Quelle: Repro Heimatverein

Treuenbrietzen. Es ist zum Ritual geworden. Erneut haben Enthusiasten die Sabinchenfigur auf dem Sockel des Treuenbrietzener Rathausbrunnens mit einem Transparent versehen. Diesmal prangten dort — für knapp 24 Stunden — gereimte Verse „An Sabinchen“ von Walter Lauche. Der inzwischen verstorbene Künstler aus Rietz hatte sich schon 2006, als die Diskussion um eine neue Brunnenfigur aufkam, mit seinen Zeilen für den Erhalt des Sabinchens ausgesprochen. Mit den wiederkehrenden Aktionen wollen die Sabinchenfreunde den Erhalt der 1984 von Künstler Lothar Sell gestalteten Tonfigur beflügeln. Die diversen Aktivitäten sind Ausdruck dafür, wie vehement der Kampf zwischen zwei Lagern in der Sabinchenstadt inzwischen geführt wird.

So soll die Kopie der Figur des Kurfürsten Friedrich I

So soll die Kopie der Figur des Kurfürsten Friedrich I. künftig wieder aussehen.

Quelle: Repro Heimatverein

Einerseits kann der Heimatverein nun einen Beschluss der Stadtverordneten aus dem Jahr 2009 umsetzen. Er hat rund 40.000 Euro Spendengeld zusammen, um statt der Sabinchenfigur eine Kopie der ursprünglichen Bronzestatue von Kurfürst Friedrich I. wieder auf den Sockel zu heben. Eigens für den Hohenzollern war der Brunnen 1913 erbaut worden. Andererseits mehren sich Stimmen von Bürgern, die den Beschluss der Stadtverordneten kippen und Sabinchen auf dem Sockel erhalten wollen. Per Unterschriftenliste unterstützten kürzlich knapp 1000 Einwohner dieses Ansinnen. Nach Ansicht der Kritiker könnte der Kurfürst auch gut beispielsweise am Heimatmuseum seinen neuen Platz finden.

Der Heimatverein stiftet nach Ansicht einiger Bürger nun Verwirrung. Mit Postwurfsendungen ruft er zu Spenden für die Rettung der Sabinchenskulptur auf. Dies freilich bezieht sich auf den neuen Standort. Den könnte die Skulptur vor dem Bistro „Zu den Hakenbuden“ am hinteren Markt erhalten. „Seien Sie mit dabei und retten sie mit uns zusammen unser Wahrzeichen von Treuenbrietzen“, heißt es im Spendenaufruf des Heimatvereins. Wie dessen Vorsitzender, Wolfgang Ucksche, kürzlich auch in der Bürgerversammlung zu dem Thema erklärte, weise die mehr als 30 Jahre alte Sabinchenfigur „erhebliche Mängel auf und ist dem Verfall preisgegeben“.

Würdigung für Sabinchens Schöpfer geplant

Spendengeld sei daher nötig, um den sicheren Abbau, die Sanierung und den ansprechenden Aufbau am neuen Ort zu ermöglichen. Dort soll die Figur einen „volks- und besuchernahen“ Platz erhalten. An diesem könne künftig auch stärker auf den in der Stadt geborenen Sabinchen-Schöpfer Lothar Sell und den Bezug zur deutschlandweit bekannten Moritat „Sabinchen war ein Frauenzimmer“ hingewiesen werden.

An Sabinchen

An Sabinchen: Verse Walter Lauches und ein Hinweis kürzlich am Rathausbrunnen.

Quelle: privat

Entsprechende Informationstafeln sind bereits Bestandteil des Projektes zur technischen Sanierung des Rathausbrunnens. Sie erfolgt demnächst unabhängig von der Figur und weitgehend mit Fördergeld aus der Altstadtsanierung. Dafür sind Kosten von rund 107.000 Euro kalkuliert. Die Tafeln könnten nun am neuen Ort eingesetzt werden, argumentiert der Heimatverein. Dort soll das Sabinchen zudem einen neuen Sockel erhalten. Auch dieser müsse noch finanziert werden, erklärte Wolfgang Ucksche zum Spendenaufruf. Dem Verein gehe es um eine „weitere Verschönerung unserer historischen Altstadt. Daher sollte das Sabinchen „einen dauerhaften und hervorgehobenen Standort“ im Zentrum der Stadt erhalten, heißt es im Spendenaufruf des Heimatvereins.

Transparent verschwand umgehend vom Brunnen

„Wer jedoch jetzt auf das Stichwort ’Sabinchen’ spendet, ermöglicht den Sturz des Sabinchens und ihres Schusters von diesem, ihrem angestammten Sockel“, sagte Sabine Zobel von der Aktionsgruppe zum Erhalt der Figur auf dem Rathausbrunnen. Dort hatte sie den Hinweis kürzlich mit dem Transparent der Verse Walter Lauches angebracht. Beides verschwand umgehend.

Von Thomas Wachs

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