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Streit um alte Fabrikantenvilla spitzt sich zu

Stahnsdorf Streit um alte Fabrikantenvilla spitzt sich zu

Gegen den beabsichtigten Verkauf des gemeindeeigenen Hauses Ruhlsdorfer Straße 1 formiert sich immer mehr Widerstand. Politiker und Künstler wollen es vor dem Verkauf retten und lieber einen soziokulturellen Treffpunkt an dieser exponierten Lage einrichten. Am 28. November will der Finanzausschuss sein Votum abgeben.

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Diese Protestplakaten am Zaun des Grundstücks Ruhlsdorfer Straße 1 in Stahnsdorf hingen nur 24 Stunden. am späten Donnerstagabend waren sie verschwunden.

Quelle: privat

Stahnsdorf. Der beabsichtigte Verkauf der alten Fabrikantenvilla Ruhlsdorfer Straße 1, die bis zum Sommer Mietshaus war, ruft immer mehr Stahnsdorfer auf den Plan. Einige von ihnen haben am Mittwochabend Protestplakate an den Zaun gepinnt, „um die Öffentlichkeit aufzurütteln“, wie die Malerin Frauke Schmidt-Theilig sagte. Denn man sollte dieses gemeindeeigene Haus nicht aufgeben, sondern für sozio-kulturelle Zwecke offen halten. Zu den Unterstützern neben Politikern aus CDU und SPD zählt jetzt auch Carolin Huder, Geschäftsführerin der Kammerspiele Kleinmachnow, die sich künftig eine enge Zusammenarbeit mit den benachbarten Kultureinrichtungen am Zehlendorfer Damm vorstellen kann und die Stahnsdorfer bei dem Aufbau einer Kulturstätte auch unterstützen würde. Doch die Zeit drängt.

Am 28. November ab 18.30 Uhr will sich der öffentlich tagende Finanzausschuss zum Verkauf des Hauses, für das es laut Gemeinde einen Kaufinteressenten gibt, positionieren. Die Kämpfer für den Erhalt der Villa wollen Rederecht beantragen. Nach Beschlusslage in der Gemeinde heißt es: Liegt ein Kaufangebot vor und ist das Objekt nicht mit einer Wertangabe im Haushaltsplan hinterlegt, entscheidet der Finanzausschuss, ob überhaupt ein Verkauf erwogen wird. Bejaht dies der Ausschuss, wird das Grundstück und/oder Gebäude öffentlich zum Verkauf ausgeschrieben. Verneint der Ausschuss einen Verkauf, werden Gemeindevertreter und der Interessent informiert. Die abschließende Entscheidung jedoch trifft die Gemeindevertretung. Diese tagt wieder am 15. Dezember.

Es handelt sich um die alte Fabrikantenvilla, die 1910 für den Gutsherren-Nachkommen Albert Pardemann gebaut und in der DDR mit drei Wohneinheiten vermietet wurde. Im Erdgeschoss gibt es eine 143 Quadratmeter große Wohnung und im Obergeschoss zwei, schon länger unbrauchbare Wohnungen mit 48 beziehungsweise 68 Quadratmetern. Um das Haus öffentlich nutzen zu können, müsste es „ausweislich des jüngsten Gutachtens zum gemeindlichen Wohnungsbestand“ für etwa 550 000 Euro saniert werden.

Klar sei, dass auf der Grundstücksfläche mit jeweils drei Metern rund ums Haus keine Parkplätze angelegt werden können. Außerdem sei die Zufahrtssituation für das im Kreuzungsbereich von Linden-, Ruhlsdorfer- und Wilhelm-Külz-Straße gelegene Grundstück „problematisch“. Die Parkplatzsituation am Stahnsdorfer Hof sei bereits heute durch die starke Frequentierung der Geschäfte und Lokale angespannt. Letztlich sei es wichtig, aufgrund seiner Lage und der beschriebenen Beschaffenheit Hauses, möglichst wenig zusätzlichen Individualverkehr zu generieren, sagt die Gemeindeverwaltung. Sie will einen neuen Nutzer für das Haus, was nicht zwingend „neuer Eigentümer“ heißt, aber die Verkaufsoption steht. Auch die Übernahme in den Wohnungsbestand der Woges war angedacht.

Von Claudia Krause

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