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Potsdam-Mittelmark Zwei Varianten für Schwimmhalle in der Diskussion
Lokales Potsdam-Mittelmark Zwei Varianten für Schwimmhalle in der Diskussion
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20:31 03.04.2019
Markus Schmidt, Wolfgang Kreemke und Klaus-Dieter Kurrat (v.l.) kleben Bürgerbeteiligungspunkte. Quelle: Constanze Kobel-Höller
Teltow

„Ein Schwimmbad, das gewinnbringend arbeitet, wird es in Deutschland nicht geben. Mir ist zumindest keines bekannt“, holte Klaus-Dieter Kurrat, der Geschäftsführer des „Wildorado“ in Wildau, die Besucher des Bürgerdialogs Schwimmhalle im Teltower Rathaus zurück auf den Boden der Tatsachen. „Aber es ist eine tolle Geschichte für die Region, die Leute erkennen das auch an. Man muss einfach über die soziale Rendite nachdenken: Was schafft man da für die Leute?“

Freizeit- und Vereinssportler würden profitieren

Wolfgang Kreemke vom Förderverein Freibad Kiebitzberge wies auf die Vorteile eines solchen Angebotes hin: Neben dem gesundheitlichen Aspekt betonte er, dass für Schulen die Pflicht bestehe, Kindern in der dritten Klassenstufe das Schwimmen beizubringen. Oft würde dabei mehr Zeit im Bus als im Wasser verbracht – das könnte sich in Zukunft ändern. Auch für den Freizeit- und den Sportvereinsbereich wäre es ein Gewinn. Moderatorin und Linken-Spitzenkandidatin Iris Bonowsky erinnerte daran, dass etwa Kinderschwimmkurse in der Region schon lange hoffnungslos überfüll sind.

Vier oder fünf Schwimmbahnen?

Zuvor hatte Markus Schmidt, Geschäftsführer der Freibad Kiebitzberge GmbH, die Vorarbeiten der Machbarkeitsstudie für ein Hallenbad für Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf (TKS) präsentiert. Dabei hatte er auch erläutert, dass in jedem Fall mit jährlichen Zuschüssen von mehreren hunderttausend Euro zu rechnen sei – je nach gewählter Variante. Betrachtet wurden ein kleines Sportbad mit 25 Metern Länge, vier Bahnen einem Lehrschwimmbecken, aber ohne Sprunganlage sowie ein größeres Sportbad mit fünf Bahnen, Sprunganlage, Lehrschwimmbecken, Kinderbereich mit kleiner Rutsche und einem Bistro. Die beiden favorisierten Standorte liegen dabei in der Teltower Oderstraße, immer wieder ins Gespräch kommt auch ein Grundstück an der Biomalzspange.

Diskussion zur Schwimmhalle Teltow Quelle: Constanze Kobel-Höller

Kurrat verglich das Wildorado und die dafür anfallenden Kosten sowie Einnahmen mit den Ideen für TKS, da sich die Regionen sehr ähneln würden, wie er sagte. In Wildau wurden insgesamt 15 Millionen investiert. Hier gibt es ein 25-Meter-Becken mit fünf Bahnen, ein Planschbecken mit einem Hubboden, ein Babyplanschbecken, ein Therapiebecken, eine 86-Meter-Riesenrutsche um eine halbe Million Euro, eine Sauna sowie ein Bistro. Sicher die Hälfte sei dabei über Fördermittel vom Land finanziert worden.

Umfrage: Teltower wären mit Bad glücklicher

Beim Bürgerhaushalt 2014 landete der Wunsch nach einem Hallenbad in Teltow auf Platz eins. Beim Stahnsdorfer Bürgerhaushalt belegte dieser Wunsch den neunten Platz, in Kleinmachnow 2018 spielte er keine Rolle.

2016 wurde bei einer Bürgerbefragung von der Teltower Linken zum Hafen von mehr als 16 Prozent der Teilnehmer kommentiert, dass sie lieber ein Schwimmbad hätten.

Bei der Umfrage zur Familienfreundlichkeit der Stadt Teltow, gaben im Vorjahr mehr als 40 Prozent der Teilnehmer an, sie wären noch glücklicher, gäbe es ein Schwimmbad.

Im Umkreis von 15 Auto-Fahrminuten ist kein Hallenbad erreichbar, bis zu 30 Minuten sind das Kiezbad am Stern, das „blu“ in Potsdam sowie die Kristall Therme in Ludwigsfelde sowie vier Berliner Schwimmhallen (Finckensteinallee, Hüttenweg, Lankwitz und Kombibad Mariendorf) anzufahren.

Genutzt werde das Angebot unter anderen von 26 Schulen, zahlreichen Kitas und rund zehn Vereinen, sogar Überlebenstrainings für Flugzeugcrews werden hier abgehalten. Das Wildorado verzeichnet 95.000 bis 130.000 Besucher im Jahr, wobei sich zwischen den Herbstferien und Ostern deutlich mehr Schwimmfreudige einfinden als in den Sommermonaten. Bei einem Umsatz von 916.000 Euro wies das Schwimmbad im Vorjahr dennoch einen Fehlbetrag in Höhe von 560.000 Euro auf, sagte Kurrat. Er empfahl Schmidt trotzdem ganz klar die größere Variante, bei der es mehr Möglichkeiten gibt.

Einsparmöglichkeiten werden erörtert

Die Bürger, die sich zum Dialog eingefunden hatten, äußerten sich trotz des hohen Subventionsbedarfes durchweg positiv und betonten, dass es sich schließlich nur um zehn Euro Zuschuss aus Steuergeldern pro Einwohner handeln würde. Es wurde erörtert, welche Einsparungsmöglichkeiten es vor allem bei laufenden Kosten gibt, und ob Synergien mit dem Personal des Freibades möglich seien. Lehrerin Beate Koch sagte: „So euphorisch, wie ich jetzt bin, bin ich eigentlich nicht hergekommen.“

Am Ausgang durfte noch jeder Klebepunkte für seine Meinung abgeben: Will ich das Bad? Wo? Und welche Variante? Die Stimmung war eindeutig: Ein Unentschieden, sonst nur Ja für die Schwimmhalle und ausschließlich Zustimmung für den großen Ausbau.

Von Konstanze Kobel-Höller

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