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Stückens Legende ist tot

Uschi Liebzeit begründete eine Party, die Massen anzog Stückens Legende ist tot

Stückens Uschi-Party zog zu DDR-Zeiten die Massen an. Der legendäre Ruf der Fete in dem kleinen Dorf hat sich bis heute gehalten. Seit 2006 betreibt der Heimatverein Traditionspflege der besonderen Art und lädt einmal im Jahr zur Uschi-Party ein. Die Frau, die der Party ihren Namen gab, ist am Dienstag gestorben.

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Uschi Liebzeit am Tresen in Stücken.

Quelle: privat

Stücken. Sie war das Mädchen aus Ostberlin, das Ende der 1970er Jahre im kleinen Dorf Stücken landete und dort zu einer Legende wurde. Uschi Liebzeit, von der hier die Rede ist, gab auch einer legendären Party ihren Namen, die vor 35 Jahren ihr neues Heimatdorf weit über die Ortsgrenzen hinaus bis nach Berlin bekannt machte.

Stückens berühmte Uschi-Party zog zu DDR-Zeiten die Massen an und hatte zu Beginn immer einen besonderen Höhepunkt. Bevor getanzt und getrunken wurde, stieg Uschi auf den Tisch und hielt eine Rede. Als Leiterin des Kulturhauses (heute „Landgasthaus zu Stücken) sagte sie dann den jungen Leuten erst einmal, was ihr beim letzten Mal alles nicht gefallen hat. Uschi Liebzeit war eine Respektsperson. Egal wie voll der Saal oder die Disco-Besucher waren – ihr Wort hatte Gewicht und wurde befolgt. Am Dienstag ist sie gestorben – im Alter von 77 Jahren.

„Wir sind unheimlich traurig und bestürzt. Für den Ort ist es ein großer Verlust. Sie ist aus Stücken eigentlich nicht wegzudenken“, sagt Ortsbürgermeister Udo Reich, der einst selbst zu den Gästen der Party gehörte, mit der nach der Wende 1990 erst einmal Schluss war. Die Auferstehung der Party im Jahr 2006 hat sie noch miterlebt. Einmal im Jahr betreibt Stückens Heimatverein seitdem Traditionspflege der besonderen Art und lädt zur Neuauflage der Uschi-Party ein – mit allem, was dazu gehört. Auch in der neuen Zeit stieg Uschi wie immer auf den Tisch und hielt eine Rede. Nur 2015 fehlte sie. Ihr Mann war im April gestorben, mit dem sie 1979 von Berlin-Köpenick nach Stücken kam. Beide übernahmen die Gaststätte im Ort und riefen noch im gleichen Jahr die Party ins Leben.

„Sie war eine herzensgute Frau, die half, wo sie nur konnte. Sie hat aber auch nie ein Blatt vor den Mund genommen“, sagt der Ortsbürgermeister.

Uschi Liebzeit gehörte auch dem einstigen Dorfclub an, dem Vorläufer des Heimatvereins, deren Mitbegründerin sie ist. „Uschi hat den Ort geprägt und bekannt gemacht“, sagt Reich. Zugezogene, die bereits eine gewisse Zeit in Stücken waren, wurden von ihr getauft – im Gläser-Spülbecken in ihrer Gaststätte. „Erst danach war man wirklich ein Stückener“, erzählt er. Nächstes Jahr werden sie sicher wieder hängen – die Plakate für Stückens Uschi-Party. Das Beste aber wird zur Party fehlen – Uschi und ihre Tischrede.

Von Jens Steglich

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