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Stürmische Wellen treffen schwere Schicksale

Galerie Töplitz Stürmische Wellen treffen schwere Schicksale

In der Galerie Töplitz startet am Sonnabend die erste Ausstellung in diesem Jahr. Kuratorin Marianne Kreutzberger hat die Jungkünstlerin Bianca Strauch und den etwas erfahreneren Stillleben- und Landschaftsmaler Till Warwas eingeladen. Die Werke der beiden Künstler setzten sich voneinander ab, leiten aber auch aufeinander über.

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Bianca Strauch und Till Warwas stellen gemeinsam in der Galerie Töplitz aus – beide kannten den Ort vorher noch nicht.

Quelle: Luise Fröhlich

Töplitz. Wenn Bianca Strauch vor ihren Werken steht, kommt sie aus dem Reden gar nicht mehr raus. Die 30-jährige Grafikerin aus Halle hat in den Zeichnungen und Lithographien viele Aspekte verpackt, die sie immer wieder auf neue Themen bringen. Schicksalhafte Geschichten von realen Menschen zeigt sie ebenso wie Interpretationen eines Erziehungsratgebers aus der NS-Zeit. „Ich will Bilder machen, auf denen man auch nach mehrmaligem Betrachten immer wieder Neues findet“, sagt die Malerin.

Ihren filigranen Werken stehen in der Galerie Töplitz ab Sonnabend eine Woche lang Landschaften und Stillleben des freischaffenden Künstlers Till Warwas aus Bremen gegenüber. Eine gelungene Mischung, die ihren Reiz nicht nur in der Gegenteiligkeit findet. Till Warwas’ stürmische Wellen der Nordsee können eine für den Betrachter sanfte Überleitung auf die schweren Schicksale geben, die Bianca Strauch in einer Lithographie-Serie abgebildet hat.

Filigrane Arbeit von Bianca Strauch auf dem alten Lithographie-Stein

Filigrane Arbeit von Bianca Strauch auf dem alten Lithographie-Stein.

Quelle: Luise Fröhlich

Auf einem abgeschliffenen Lithographie-Stein zeigt sie beispielsweise einen bekannten Selbstdarsteller der Internet-Videoplattform Youtube. Dieser habe unter Magersucht gelitten bis er feststellte, dass er durchaus dazu in der Lage ist, viel zu essen und zu einem Wettesser wurde, berichtet sie. Zuletzt diagnostizierten Ärzte bei ihm Hodenkrebs. Solche Geschichten, sagt Bianca Strauch, bewegen sie. Neben diesem Youtube-Star hat sie auf dem Bild auch einen Molekularkoch gezeichnet, der Zungenkrebs bekam. „All diese Geschichten verschränken sich im Machen. Es ist ein Kompromiss zwischen Komposition und Inhalt“, erklärt die gebürtige Dresdnerin. In ihren Bildern steckt Philosophie. Sie selbst nennt es „Grübelei“. Bianca Strauch arbeitet Urängste der Menschen auf. Einige Werke in der Ausstellung sind Teile ihrer Diplomarbeit. In diesem Jahr hat sie das Studium an der Hochschule für Kunst und Design in Halle abgeschlossen und absolviert nun ein Aufbaustudium in der Fachrichtung Grafik.

Stillleben, die wie Fotografien wirken

Das Studium an der Hochschule der Künste in Berlin ist bei Till Warwas schon länger her. Obwohl Kuratorin Marianne Kreutzberger die Galerie Töplitz als Bühne für junge Künstler pflegt, hat sie den 55-Jährigen bei einer Ausstellung in der Galerie Rothe am Savignyplatz in Berlin angesprochen. Die 13 Gemälde, die er zeigt, sind Schwerpunkte seines Schaffens. Einerseits handelt es sich um tektonische und genau aufgestellte Stillleben, mit Acrylfarbe auf Leinwand gemalt. Von weiter weg wirken sie auf den Betrachter aufgrund ihrer Genauigkeit und Dynamik wie Fotografien. Drei Tage bis eine Woche investiert Till Warwas durchschnittlich in ein Stillleben. Die Szenen mit Vasen, Quitten oder Tischtüchern baut er vorher akkurat in seinem Atelier auf. Viele Landschaftsmalereien sind im Zuge seiner Zugehörigkeit zu der Gruppe der Norddeutschen Realisten entstanden, sagt er. Regelmäßig nimmt er an europaweiten Pleinairs teil.

Auf dem alten Gemäuer kommen die Gemälde gut zur Geltung

Auf dem alten Gemäuer kommen die Gemälde gut zur Geltung.

Quelle: Luise Fröhlich

Eröffnet wird die Ausstellung im Stil einer kulturellen Landpartie am Sonnabend, dem 22. April, um 16 Uhr traditionell mit einem Konzert in der benachbarten Dorfkirche. Marianne Kreutzberger konnte dafür das Trio Dan gewinnen. Aaron Dan (Flöte), Michael Dan (Cembalo/Orgel) und Theo Dan (Violine) spielen zum Beispiel Werke von Bach, Dufay und Caldini. Bei der Vernissage um 17 Uhr werden auch die beiden Künstler dabei sein.

Zu sehen ist die Schau bis zum 30. April, montags bis freitags von 16 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr.

Von Luise Fröhlich

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