Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Sturmchaos: Feuerwehr brauchte Hilfe

Potsdam-Mittelmark Sturmchaos: Feuerwehr brauchte Hilfe

Die unzähligen Sturmschäden in Potsdam-Mittelmark waren für die Feuerwehr allein kaum zu bewältigen. Deshalb kamen das Technische Hilfswerk (THW), viele Privatpersonen, aber auch Sicherheitspartner der Gemeinden zum Einsatz. So auch auf der Straße zwischen Caputh und Ferch, wo mehrere umgestürzte Bäume Autos und einen Bus einkesselten.

Voriger Artikel
Die Schulreporter gehen in die nächste Runde
Nächster Artikel
Bäume wie Streichhölzer umgefallen

In Kleinmachnow stürzte ein großer Baum auf den Zehlendorfer Damm und blockierte den Verkehr.

Quelle: Konstanze Kobel-Höller

Mittelmark. Sturm „Xavier“ wütete auch im Landkreis Potsdam-Mittelmark heftig. Die unzähligen Schäden hielten die Helfer die ganze Nacht über in Atem. Thomas Leh­nert vom Technischen Hilfswerk (THW) Potsdam war einer von ihnen. Mit drei weiteren Helfern kämpfte sich der 37-Jährige am Donnerstagabend von Stahnsdorf nach Caputh durch, um dort die Feuerwehr zu unterstützen. „Auf der Straße zwischen Caputh und Ferch waren mehrere Bäume umgekippt. Zwischen ihnen steckten Autos und auch ein Linienbus fest“, erzählt der Gruppenführer. Stämme mit einem Durchmesser von bis zu 70 Zentimetern blockierten die Straße, darunter eine alte Eiche. Das THW rückte mit Motorsägen, Seilwinden, Stromanschluss und Beleuchtung an, nachdem die Feuerwehr um Hilfe gerufen hatte. Erst nach drei Stunden, gegen 21 Uhr, war die Verbindungsstraße zwischen Caputh und Ferch am Schwielowsee wieder befahrbar.

Thomas Lehnert, der seit 21 Jahren beim THW tätig ist, hat Stürme dieser Art zwar schon erlebt, allerdings nicht, dass sie in der Kürze der Zeit so viel Schaden anrichten. „Nach diesem Einsatz mussten wir direkt noch in die Seniorenresidenz Ferch und dort Notstrom einrichten, weil zwei Stunden lang der Strom ausgefallen ist“, berichtet er. Es sei davon auszugehen, dass ein Baum oder ein großer Ast auf eine Leitung gestürzt ist. Dass die Bäume infolge des Sturms teils wie Streichhölzer umgefallen sind, habe mehrere Gründe. Einerseits hätten die dichten Kronen viel Angriffsfläche geboten und andererseits traf es besonders viele Bäume am Wasser deshalb, weil sie auf weichem Grund standen, so Thomas Lehnert.

Sicherheitspartner halfen aus

Überall im Landkreis hinterließ „Xavier“ eine Schneise der Verwüstung. In Kleinmachnow etwa fiel ein dicker Baum auf den Zehlendorfer Damm und auch die Ortsdurchfahrt Ruhlsdorf war blockiert. Bis tief in die Nacht waren die Feuerwehrleute auf den Beinen. Die Freiwillige Feuerwehr Michendorf etwa zählte rund 25 Einsätze bis 1.30 Uhr nachts, wie die Pressesprecherin der Gemeinde, Steffi Amelung, am Freitag mitteilte. Bürgermeister Reinhard Mierbach (CDU) dankte allen Unterstützern und Einsatzkräften. „Das Ausmaß des Unwetters war erheblich“, sagte er.

In den frühen Morgenstunden begann dann das große Aufräumen. Nach Einschätzung des THW-Gruppenführers werden sich diese Arbeiten noch mehrere Tage hinziehen. Die Werderaner Feuerwehr zählte bis Freitagmittag 96 Einsätze, wie sie via Facebook bekannt gab. In Fichtenwalde lagen am späten Donnerstagabend auch mehrere Baumstämme quer über dem „Brücker Weg“. Dort half ein Sicherheitspartnerteam aus. Christian Wendt, Sebastian Grund und Christian Geyer bemerkten die Blockade während ihres Streifengangs und zerlegten die Bäume mit einer Motorsäge. Bei ihnen steckten aber auch einige Helfer selbst auf der Autobahn fest oder hatten Sturmschäden zu verzeichnen, wie sie berichten. Der Barfußpark in Beelitz wurde sogar wegen des Sturms bereits am Donnerstag vorzeitig für dieses Jahr geschlossen. Geplant war dies eigentlich erst am Sonntag.

Heftiger Sturm bereits im August über Glindow

Vor zwei Monaten erst hatte es ein ähnlich heftiges Wetterphänomen in Glindow gegeben. Anwohner vermuteten, dass ein Tornado durch den Ort gezogen war.

Der Tornado-Beauftragte des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach hielt die starken Winde, die im Beisein einer großen Gewitterzelle über Glindow zogen, eher für Fallböen.

Der Sturm richtete große Schäden in den Gärten und an Häusern an. Viele Bäume knickten ab oder kippten auf Dächer.

„So etwas habe ich hier noch nicht erlebt“, sagte ein Anwohner, der seit 1981 im Ort lebt.

Thomas Lehnert bestätigte, dass das THW immer häufiger um Hilfe gefragt wird, wenn es um Schäden von solch extremen Wetterereignissen geht.

Denn oft seien die Freiwilligen Feuerwehren in diesen Fällen mit der Vielzahl der Einsätze überfordert.

Von Luise Fröhlich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg