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Potsdam-Mittelmark Sturmschäden trüben erfolgreiche Maisernte
Lokales Potsdam-Mittelmark Sturmschäden trüben erfolgreiche Maisernte
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19:11 12.10.2017
Sebastian Herbst (links) und Pflanzenbauleiter Sascha Jelitto auf einem Maisfeld, das von Spezialtechnik bearbeitet werden muss. Quelle: Victoria Barnack
Feldheim

Nicht nur im Wald hat Sturm Xavier vor einer Woche Schaden angerichtet. Auch die noch nicht abgeernteten Maisfelder in der Region wurden in Mitleidenschaft gezogen. „Von dem Ausmaß sind wir überrascht“, sagt Sebastian Herbst, Chef der Agrargenossenschaft in Feldheim. 100 der 400 Hektar Mais, die der Betrieb angebaut hatte, standen vor dem Sturm noch auf den Feldern. Herbst berichtet von 25 Prozent Verlusten, weil die Maschinen die umgeknickten Pflanzen nicht mehr ernten konnten. „1000 Tonnen Silage fehlen uns dadurch am Ende“, erklärt er, ein Wert von fast 100 000 Euro.

Die Agrargenossenschaft aus Feldheim ist kein Einzelfall. „Flächendeckend sind diese Verluste zwar nicht aufgetreten, aber vereinzelt kamen sie durchaus vor“, sagt die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Potsdam-Mittelmark, Silvia Wernitz. Dass ein Sturm solche Schäden im Mais anrichtet, habe sie noch nie erlebt.

Auch der Feldheimer Agrarchef bestätigt das. „Dabei hatten wir den Mais sogar versichert“, sagt er, „allerdings gegen Hagel.“ Der Betrieb wird auf den Kosten sitzen bleiben. Durch die zusätzliche Arbeit geriet zudem die gesamte Arbeitskette im Feldbau des Betriebs in Verzug. Neun statt der geplanten vier Tage brauchten sie zum Mais häckseln. „Die Herbstbestellung der Felder hat sich dadurch verzögert“, berichtet der Geschäftsführer. Auf den Feldern werden bereits Roggen und Weizen für das kommende Jahr gesät.

Weil der Wind den Mais bis auf den Boden drückte und abknickte, konnten normale Erntemaschinen die Pflanzen nicht mehr greifen. Quelle: Victoria Barnack

Dann wird sich auch erst zeigen, wie sehr die fehlenden 1000 Tonnen Silage dem Betrieb tatsächlich schmerzen. Von dem verarbeiteten Mais werden die 290 Milchkühe samt Nachzucht gefüttert, aber auch die Feldheimer Biogasanlage betrieben. Sie braucht jährlich etwa 8600 Tonnen Mais für die Stromerzeugung. „Dort kann der Verlust tatsächlich zu Engpässen führen“, erklärt Herbst. Um die Versorgung des energieautarken Dorfes macht Herbst sich jedoch keine Sorgen. Ausgleichen könne man das Defizit beispielsweise durch den Anbau von mehr Mais im nächsten Jahr.

Das große Problem neben den Ernteverlusten ist für die Feldheimer Agrargenossenschaft mit seinen 27 Mitarbeitern und zwei Auszubildenden nun die Bodenbearbeitung. Denn das Mulchgerät des Betriebs kann den Lagermais, wie die am Boden liegenden Pflanzen im Fachjargon genannt werden, nicht greifen. Herbst musste deshalb einen Hochleistungsmulcher von einem Lohnunternehmer aus Sachsen-Anhalt bestellen. „Nur so können wir, den Boden noch vernünftig bearbeiten“, sagt er.

Von Victoria Barnack

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