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„Seekrug“ am Templiner See soll wieder öffnen

Potsdam sucht Pächter für Ausflugsrestaurant „Seekrug“ am Templiner See soll wieder öffnen

Die Stadt Potsdam und die Luftschiffhafen GmbH suchen einen neuen Pächter für das bei Potsdamern und Touristern beliebte Ausflugsrestaurant „Bootshaus Seekrug“ am Templiner See. Die Suche ist allerdings schwierig, denn die Zukunft des Lokals ist eng mit der Zukunft des Rudersports auf dem Gelände verknüpft. Und da gibt es viele Fragezeichen.

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Zur Eröffnung der Rudersaison 2013 war der „Seekrug“ noch auf.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. In der Stadtpolitik wächst die Sorge um die Zukunft des Rudersports am Templiner See und das eng damit verbundene Restaurant „Bootshaus Seekrug“. Mehrere Stadtverordnete haben sich mit kleinen Anfragen an die Verwaltung gewandt. Stadt und Luftschiffhafen GmbH suchen nach einem neuen Pächter für das Ende 2013 geschlossene Restaurant, teilte das Rathaus auf Anfrage von Peter Schultheiß (Potsdamer Demokraten) mit. Auf Anfrage von Sigrid Müller (Linke) wird festgehalten: „Insgesamt ist ein mehrjähriger Vertrag und somit eine längerfristige Verpachtung im Interesse der Landeshauptstadt.“

Für eine rasche Wiedereröffnung gibt es allerdings diverse Hürden. Eine „erneute längerfristige Verpachtung“ steht laut Rathaus „im direkten Zusammenhang“ mit „Entscheidungen zu wesentlichen Standortfaktoren“. So sei die „sportfachliche Perspektive des Ruderzentrums“ unklar.

Das Restaurant „Seekrug“ wurde 1925 als Ausflugsgaststätte errichtet. Seit 1950 wird es von den Potsdamer Ruderern genutzt, die den Komplex seither mit diversen Anbauten ergänzten, darunter mehrere Bootshallen sowie Kraft- und Gymnastikräume. 2003 feierte die Potsdamer Rudergesellschaft (PRG) 120 Jahre Rudersport in Potsdam. Zu ihrer Bilanz zählten damals 18 Olympische Goldmedaillen und 47 Weltmeistertitel. Seither haben sich die Zukunftsaussichten der Ruderer eingetrübt.

Mit der Ausgründung des Ruderclubs Potsdam kam es zur Spaltung von Leistungs- und Freizeitsportlern. Zeitweise sorgten die Vereine mit juristischen Auseinandersetzungen für Schlagzeilen. Offenkundig hat sich das Klima aber wieder verbessert: „Beide Vereine nutzen das Ruderzentrum mittlerweile größtenteils in kooperativer Abstimmung ohne nennenswerte Konflikte“, teilte das Rathaus auf eine kleine Anfrage von Clemens Viehrig (CDU) mit. Derzeit werde mit beiden Vereinen ein Pachtvertrag für das Bootshaus abgestimmt. Der Vertrag soll bis Ende 2015 mit Verlängerungsoption abgeschlossen werden, heißt es bei Schultheiß. Eigentümer der Immobilie ist die Stadt, Verwalter die Luftschiffhafen GmbH, eine Tochter der städtischen Bauholding Pro Potsdam.

Dicke Fragezeichnen gibt es jedoch vor allem zur sportlichen Zukunft: „Ob der Standort Potsdam den Status eines Bundesstützpunktes behalten kann, wird frühestens im Jahre 2016 entschieden“, schrieb das Rathaus an Schultheiß. In der Antwort an Viehrig steht: „Nein, eine Perspektive des Ruderverbandes zum Fortbestand des Ruderstandortes Potsdam liegt der Stadt nicht vor.“ Angekündigt ist zunächst ein „Vergleichsgutachten“ des städtischen Fachbereichs für Bildung und Sport, dessen Ergebnisse bis Ende September vorliegen sollen.

Von Volker Oelschläger

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