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01:20 22.02.2018
In einem Jahr könnte es in der Blütentherme schon ganz anders aussehen. Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Ein wenig Geduld müssen die Werderaner für das Anbaden in der Blütentherme noch haben. Doch langsam geht es voran bei der Suche nach einem Investor, der das Bad in den Havelauen fertigstellen und betreiben soll. Derzeit können Unternehmen Angebote abgeben. Mit wie vielen die Stadt rechnet, wollte Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) auf MAZ-Anfrage allerdings nicht sagen. „Zur Wahrung des Wettbewerbs kann darüber keine Auskunft erteilt werden“, sagte sie. In der ersten Phase des europaweiten Vergabeverfahrens, der sogenannten Vorinformation, hatten sich insgesamt acht Unternehmen gemeldet. Die Stadt habe danach sämtliche Interessenten aufgefordert, auch ein Angebot abzugeben.

„Diese Unternehmen haben ihre wirtschaftliche und fachliche Eignung dargelegt und haben erfolgreich Projekte umgesetzt“, so die Bürgermeisterin weiter. Nach wie vor sei es das Ziel, zum Jahreswechsel verwertbare Erstangebote für die Blütentherme vorliegen zu haben. Die Stadt wolle den Bewerbern aber auch ausreichend Zeit für qualifizierte und nachhaltige Angebote geben. Davon werde der Zeitplan letztlich auch abhängen. Aktuell ist der Badausschuss noch nicht involviert. Eine Sitzung ist aus Sicht der Stadtverwaltung dann erforderlich, wenn erste Angebote vorliegen. Öffentlich tagte der Badausschuss zuletzt am 21. Februar, nicht öffentlich am 16. Mai. Ende April hatte die Stadt den anstehenden Beginn des Vergabeverfahrens angekündigt.

Blütentherme grenzt sich vom „blu“ ab

Öffentlich gibt die Stadt den Namen des neuen Partners voraussichtlich erst verzögert bekannt. Denn nach Abschluss des Verfahrens wird die Verwaltung eine Zuschlagsempfehlung an die Stadtverordneten geben. Diese müssen einen Beschluss fassen, wonach anschließend der entsprechende Bieter über den Zuschlag informiert wird. Dieser hat das dann Recht, das Vergabeverfahren innerhalb einer gesetzlich vorgegebenen Frist überprüfen zu lassen. Erst wenn diese Vorgänge über die Bühne gegangen sind, könne der Name verraten werden, erklärte Manuela Saß.

16 Millionen Euro hat die Stadt investiert

Die Stadt Werder will einem privaten Partner die Zügel in die Hände geben, obwohl sie mit der fränkischen Kristall Bäder AG zuvor schlechte Erfahrungen gemacht hat.

Bei der Grundsteinlegung im Oktober 2011 hatte der damalige Geschäftsführer Frank Nägele von einem „Rundum-sorglos-Vertrag“ gesprochen, mit dem sich die Stadt glücklich schätzen könne. Mehrkosten für den Bau versprach die Bäder AG zu zahlen.

18 Millionen Euro sollte das Bad kosten, die Stadt streckte vor und verließ sich auf das Rückzahlungsversprechen der Kristall Bäder AG. Doch der Deal platzte mitten in den Bauarbeiten, sieben Eröffnungstermine verstrichen und die Therme wurde zum verwaisten Millionengrab.

Rund 16 Millionen Euro sind seitens der Stadt geflossen. Seit 2014 herrscht Stillstand auf der Baustelle am Großen Zernsee.

Einen negativen Einfluss des Potsdamer „blu“, das im Juni eröffnete, auf das Vergabeverfahren konnte die Stadt bislang noch nicht beobachten. „Thematisch wird die Blütentherme anders ausgerichtet sein als das Bad in Potsdam“, erklärte die Stadtchefin. In Werder soll der Fokus auf Gesundheit und Wellness liegen, in Potsdam liegt er eher auf Freizeit und Spaß. Mit Rutschen und einem Sportbecken soll aber auch die Therme diesen Ansprüchen gerecht werden. Die Bieter müssen in ihrem Angebot ein tragfähiges und nachvollziehbares Konzept entwickeln, zu dem auch eine Marktanalyse gehört.

Investor kann über Ausstattung oder Anbauten entscheiden

Das etwa halb fertige Bad wird nach Beschluss der Stadtverordneten am 9. März in den Grundzügen der Baugenehmigung von 2014 zu Ende gebaut. Das Projekt allein zu stemmen, kam für die Stadt nicht infrage, ebenso wenig ein Verkauf. Wie teuer der Bau in den Havelauen am Ende wird, hänge auch davon ab, wie der Investor die Therme gestalten will, sagte die Bürgermeisterin bei einem Presserundgang auf der Baustelle im März. Das Grundgerüst stehe zwar, aber entscheiden könne der Investor über die Einzelausstattung oder Anbauten. Gutachtern zufolge sind zehn bis zwölf Millionen Euro nötig.

Von Luise Fröhlich

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