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Potsdam-Mittelmark Südwestkirchhof verliert Ehrengrabstätte
Lokales Potsdam-Mittelmark Südwestkirchhof verliert Ehrengrabstätte
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Quelle: Thomas Marin
Potsdam

Trotzdem nimmt der Berliner Senat gelegentlich Streichungen auf seiner Liste der Ehrengrabstätten vor. Jetzt hat es die Ruhestätte des Naturwissenschaftlers Professor Hugo Conwentz (1855-1922) getroffen.

Conwentz hatte das Westpreußische Provinzialmuseum in Danzig aufgebaut und mehr als 30 Jahre lang geleitet. Seine Vorträge führten 1904 zum Erlass eines Naturschutzgesetzes in Schweden. Seine im selben Jahr vorgelegte Denkschrift "Die Gefährdung der Naturdenkmäler und Vorschläge zu ihrer Erhaltung" führte wenig später zur Gründung der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen. Conwentz leitete diese Stelle bis zu seinem Tod. 1939 wurde sein Grab von Schöneberg auf den ebenfalls zu Berlin gehörenden Stahnsdorfer Südwestkirchhof verlegt. In Schöneberg sollte Platz geschaffen, weil Hitler Berlin zur "Welthauptstadt" Germania umbauen wollte. Erst im Mai 2014, vier Wochen vor der Streichung ihres Bruders Hugo von der Ehrengräberliste, war auf dem Südwestkirchhof das Grab der Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Anna Conwentz entdeckt worden.

Bereits vor drei Jahren war die Ruhestätte des Funkpioniers Georg Graf von Arco auf der Liste der Ehrengräber in Stahnsdorf getilgt worden. Friedhofsverwalter Olaf Ihlefeldt fürchtet nun, dass am Ende der Sparmaßnahmen in Berlin keine Ehrengräber mehr bewahrt werden. "Friedhofsverwaltung und Förderverein werden sich nun damit auseinander setzen müssen, wie die Gedenkstätten erhalten werden können", sagte Ihlefeldt. Sicher sei nur, dass solche wichtigen Orte nicht dem Verfall und der Vergessenheit überlassen werden können und die Politik öffentliche Aufgaben nicht auf bürgerschaftliches Engagement abwälzen könne.

Tatsächlich sind die Berliner Ehrengräber aber grundsätzlich nicht auf Dauer als solche vorgesehen. "Die Anerkennung einer Grabstätte als Ehrengrabstätte des Landes Berlin erfolgt für einen Zeitraum von 20 Jahren. Eine Ehrengrabstätte ist nicht als Denkmalssetzung oder eine postume Würdigung von Verdiensten zu verstehen", sagte der stellvertretende Senatssprecher Bernhard Schodrowski der MAZ. Es handele sich in Fällen wie dem von Hugo Conwentz nicht um eine Aberkennung eines Ehrengrabes, sondern um eine Nichtverlängerung der Anerkennung. Unabdingbares Kriterium für eine Verlängerung sei, dass die verstorbene Persönlichkeit auch noch nach 20 Jahren der breiten Öffentlichkeit, und nicht nur in Expertenkreisen, bekannt sei. Sie müsse in "fortlebendem Andenken" sein. Schodrowski versicherte, wirtschaftliche Gründe würden bei der Verlängerung der Anerkennung als Ehrengrab keine Rolle spielen.

Der kulturpolitische Sprecher der Linken-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Wolfgang Brauer, glaubt das nicht. Er sagte: "Der eigentliche Antrieb für die Nichtverlängerung ist die Kostenersparnis." Und die lasse er nicht gelten. Brauer sieht bei den Entscheidungen der Senatskanzlei "Willkür". Nur bei Verstorbenen, die sich "als ganz schlimme Finger" herausstellen, sollte das Grab nicht weiter als Ehrengrab anerkannt werden, fordert Brauer. Alle anderen Ehrengräber müssten auf Dauer als solche anerkannt bleiben. Man dürfe eine einmal getroffene Entscheidung zur Würdigung eines Menschen nicht davon abhängig machen, ob der Name heutzutage in der Senatskanzlei noch bekannt ist.

Von Stephan Laude

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