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Potsdam-Mittelmark „Superschöne Atmosphäre“ beim Fährfest
Lokales Potsdam-Mittelmark „Superschöne Atmosphäre“ beim Fährfest
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18:25 06.08.2017
Höhepunkt des Fährfestes: Die Show des Wasserskiclubs „Preussen“ auf dem Caputher Gemünde. Quelle: Friedrich Bungert
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Caputh

„Tussy“ nennen sie sie liebevoll. Den Namen erhielt die Fähre bereits in den 1970er-Jahren, als sie oft kaputt und unzuverlässig war: „Die Tussy zickt wohl wieder“, sagten die Caputher. Der aktuelle Fahrbetrieb zeichnet sich inzwischen durch einen zuverlässigen Fahrplan und eine nette Mannschaft, bestehend aus fünf Fährmännern und einer Kassiererin, aus. Der Name ist jedoch geblieben. Ihr zu Ehren fand am Samstag das 15. Fährfest am Caputher Gemüde statt. Neben vielen Leckereien, gab es auch ein Kinderschminken und am Abend trat Stargast Lou Bega mit seinem Hit „Mambo Number Five“ auf. „Es ist einfach eine superschöne Atmosphäre“, findet Doreen Dobiasch aus Neuseddin, die wie die vielen anderen Besucher am Ufer saß. Abgeschlossen wurde das Fest, das vorwiegend von Sponsoren und Eintrittsgeldern finanziert wurde, mit einem Feuerwerk.

Caputh, 5. August 2017 – Bambule in Caputh: Tausende Besucher kommen zum 15. Fährfest und feiern ihre „Tussy“. „Es ist einfach eine superschöne Atmosphäre“, sagt eine Besucherin.

Seit 1853 fährt die Fähre über das Gemünde

Seit 1853 verkehrte eine Fähre im Gemünde und verbindet seitdem die Ortsteile Caputh und Geltow miteinander. „Es ist in erster Linie eine Abkürzung“, erklärt Fährmann Kartsen Grunow (49): Von Parkplatz zu Parkplatz sparen die Passagiere 20 Kilometer ein. Alternativ führt die Straße über Ferch oder Potsdam. „Viele fahren zur Arbeit, bringen die Kinder zur Schule oder wollen in Werder einkaufen“, weiß Grunow, der seit 1991 an Bord der Fähre ist. „Ich bin schon vor 25 Jahren mit der Fähre gefahren“, sagt der 33-jährige Ronny Seiler. Damals ging der ehemalige Geltower in Caputh zur Schule, und noch heute nutzt er mehrmals in der Woche den Weg über die Havel, um zur Arbeit zu gelangen: „In Potsdam gibt es zu viele Baustellen, mit der Fähre bin ich schneller und auf der anderen Seite gibt es dann oft eine Kugel Eis“. Aber auch für Touristen ist das Seilzug-System beim Übersetzten eine Attraktion. Neun Knöpfe auf der großen Fernbedienung müssen betätigt werden, um eine sichere Überfahrt zu gewährleisten. Ein Signal warnt die querenden Segelschiffe, Boote und Dampfer vor der Abfahrt, denn ein Ampelsystem gibt es am Gemünde nicht. Früher wurde die Strecke mit dem Handkahn überwunden.

Die Fähre bietet acht Stellplätze für Pkw

Die Tussy II bietet seit 1998 acht Stellplätze für PKW plus Fußgänger und Radler: „Auf Radtouren nehmen wir die Fähre, dann müssen wir die Fahrräder nicht über die Brücke tragen“, sagt Renate Steinbrück aus Werder. Ab 50 Cent nimmt Grunow seine Gäste mit rüber. Dabei sind einige Preise seit 18 Jahren stabil. Die 80 Meter Strecke schafft die Tussy mit etwa sechs Stundenkilometern sieben Mal in der Stunde hin und zurück. Rush-Hour ist am frühen Morgen und ab 15.30 Uhr, weiß der Fährmann aus Erfahrung. So viele Gäste wie am Samstag beim 15.  ährfest nimmt er im Tagesgeschäft aber selten mit. „Die Verantwortung ist groß“, vor allem während der Sperrzeiten, wenn die Wasserski-Show beginnt. Das Highlight jeden Fährfestes.

Organisiert werden die zwei Shows am Nachmittag und die Lichtillumination am Abend vom Wasserskiclub Caputh „Preussen“, der seit 1990 Landesstützpunkt für den Wasserskisport und der erfolgreichste Verein der Gemeinde ist: Über 100 Meistertitel, darunter deutsche, europäische und Weltmeistertitel gewannen die Mitglieder vor allem in der Jugend und Seniorenklasse. Von sechs bis 66 standen die Sportler am Samstag auf den Ski – winkten, sprangen und drehten sich. Trotz erschwerter Bedingungen durch leichtes Hochwasser und starke Strömung begeisterten die dreißig Wassersportler das Publikum, das am Ufer jubelte: „Man merkt schon, dass es schwierig ist“, sagt Sven Baruth, „Schließlich sind es Meister und Vizemeister. Aber die haben das gut im Griff“, meint der Potsdamer, der zum vierten Mal für die Show mit Familie angereist ist. Lust, selbst mal auf solchenSkiern zu stehen, bekam er beim Zugucken schon. In diesen Genuss kam Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) zum fünfzehnten Mal. Traditionell eröffnete sie die Wassershow – in diesem Jahr begleitet von zwei Rittern –, denn dargestellt wurde die 700-jährige Geschichte Capuths bis zur Wiedervereinigung.

Bürgermeisterin Kerstin Hoppe macht auf den wellen eine gute Figur

Wie viel Mühe und Arbeit in der Vorführung steckte, sah man an der sehr gut abgestimmten Einsätzen, der Choreographie und den vielen verschiedenen Kostümen. Dabei durften auch Einstein und Fontane baden gehen. Kalt war es nicht, versichert Hoppe, die auf den Wellen eine sehr gute Figur machte: „Im Winter fahre ich Ski. Auf den Wasserski fühle ich mich wie auf einer Buckelpiste“, sagt sie. Albert Groß (11) stand schon mit zwei Jahren das erste Mal auf dem Board von Opa Heiko Hüller, dem Präsidenten des Vereins. Seit er vier Jahr alt ist, betreibt er den Sport aktiv. Vor allem die Wettkämpfe machen dem Elfjährigen Spaß, nicht zuletzt, „weil man immer etwas Kleines gewinnt“. Bei der Fahrt durchs Gemünde ist die Wende besonders schwierig: „Die Kurve ist sehr eng. Man muss aufpassen, dass man nicht rausgeschleudert wird“.

Geschichte der Fähre

Die erste Möglichkeit, die Havel zu überqueren, war mit dem Handkahn von der Anlegestelle Mahlow‘s Ecken

Als Vorbild der Fähre gilt die Wagenfähre von Sacrow Am 29.Februar 1853 begann der offizielle Fährbetrieb.

Nach dem Rückzug deutscher Truppen gegen Kriegsende wurden Fähre und Eisenbahnbrücke gesprengt.

Der Nachtdienst fiel erst mit Errichtung des Laufstegs entlang der Eisenbahnbrücke 1949 weg.

Im Jahr 1998 wurde die Tussy I aus dem Verkehr gezogen. Seitdem überquert die Tussy II im Sommer von 6 bis 22 Uhr etwa 100 Mal das Gemünde.

Das erste Fährfest fand 2003 zum 150. Jubiläum der Fähre statt.

Von Franziska Appelt

Der Michendorfer Anglerverein lud am Samstag in sein kleines Paradies am Großen Lienewitzsee ein, um das inzwischen 18. Anglerfest zu feiern. Wer dort beim traditionellen Fischewürfeln, Bierkrugschieben oder bei der Tombola und den Bootstouren einen Obolus zahlte, leistete auch einen Beitrag zur Erfüllung einer wichtigen Mission.

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